BTC

Mt. Gox: Verkaufen die Gläubiger bald 140.000 Bitcoins?

Schriftzug Bankrupt
Bildquelle: Simon Hill, pixabay.com

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Februar 2014 ging die damals größte Bitcoin-Börse Mt. Gox insolvent.
  • Die Gläubiger können noch 141.686 Bitcoins einfordern, über die ein Treuhänder verfügt.
  • Jetzt wurden Rahmenbedingungen beschlossen, unter denen sie ausgeschüttet werden können.

Die Insolvenz von Mt. Gox ist wahrscheinlich eines der folgenschwersten Ereignisse für den Markt gewesen. Das eigentliche Insolvenzverfahren zieht sich jetzt schon seit Jahren hin und wurde in der Zwischenzeit auf Antrag der Gläubiger in eine Zivilsanierung (civil rehabilitation) gewandelt. Damit sicherten sie sich den Anspruch auf die in Zwischenzeit entstandenen Kursgewinne, indem die Forderungen neu bewertet werden mussten.

Während des laufenden Insolvenzverfahrens tauchten außerdem 200.000 Bitcoins auf, die seit dem Jahr 2011 als verloren galten. Nachdem der Insolvenzverwalter einen großzügigen Anteil davon verkauft hatte, um die Insolvenzmasse zu sichern, war aber noch die Frage offen, wie die restlichen 141.686 BTC unter den Gläubigern aufgeteilt werden.

Darauf gab es am vergangenen Mittwoch eine Antwort, denn die Gläubiger stimmten einem Plan zu, der es ihnen erlaubt, rund 90 % der Summe einzufordern. Der Plan tritt einen Monat nach Bekanntgabe in Kraft. Erst danach kann es überhaupt zur Ausschüttung kommen, was also bedeutet, dass es noch mindestens bis zum 20. November dauern wird, bis Bewegung in die Sache kommt.

Welche Konsequenzen hat das für den Markt?

Im Zuge der Abwicklung dürften die Gläubiger, aber auch der Treuhänder opportun handeln. Daher gilt ein „Fat-Finger-Market-Sell“ als unwahrscheinlich. Die Details des Plans sind noch unklar, allerdings legt das Schreiben des Treuhänders nahe, dass eine Ausschüttung in bar geplant ist, weil die Gläubiger ihre Bankverbindung angeben müssen.

Doch selbst wenn sich ein Teil der Gläubiger BTC auszahlen lässt, dann darf man jedoch davon ausgehen, dass sie anteilig Cash aus dem Spiel nehmen. Schließlich warten sie seit sieben Jahren auf ihr Geld und haben seitdem extrem hohe Gewinne verpasst und nicht realisieren können. Es ist also damit zu rechnen, dass spätestens im Jahr 2022 der Großteil der Coins auf den Markt gespült wird.

Das alleine ist jedoch kein großes Problem, weil der Markt mittlerweile sehr liquide ist. Ein dramatischer Kurseinbruch, wie man ihn zuletzt im Mai erlebte, dürfte also nicht das Ergebnis etwaiger Verkäufe aus der Schatzkasse von Mt. Gox sein. Allerdings könnte der Abverkauf durchaus Druck auf den Kurs ausüben. Wie sehr sich das bemerkbar machen wird, wird von der Marktsituation und dem Sentiment der Teilnehmer abhängen. Je nachdem wie die Rahmenbedingungen und der Zeitpunkt für die Verkäufe ausfallen, könnte sich die ganze Angelegenheit sogar als ein Non-Event erweisen.

Die auf unserer Webseite veröffentlichten Beiträge spiegeln die persönliche Meinung der Redakteure und ihre persönliche Einschätzung der Marktsituation wider. Sie stellen keine Anlageberatung oder Empfehlungen dar. Alle Veröffentlichungen dienen der bloßen Information. Sie sind nicht an Ihre individuelle Situation angepasst und können und sollen nicht eine persönliche und qualifizierte Anlageberatung durch hierzu qualifizierte Berater ersetzen. Der Handel mit Kryptowährungen stellt immer ein Risiko dar. Sofern Sie hier angebotene Informationen nutzen, oder Ratschlägen folgen, handeln Sie eigenverantwortlich.

Ähnliche Beiträge

Bitterer Crash: Bitcoin fällt auf 42.000 US-Dollar ab

Robert Steinadler

Fidelity startet Bitcoin Spot ETF in Kanada

Robert Steinadler

Omikron sorgt für Beben – Kann sich der Bitcoin-Kurs erholen?

Robert Steinadler