Mining

Miner liefern sich Schlacht um das Bitcoin-Netzwerk

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© Michaela Richter, Bitcoin-Kurier

  • Mining-Gigant Core Scientific steht kurz vor der Insolvenz.
  • Anlass ist der hohe Wettbewerb zwischen den Minern im Bitcoin-Netzwerk.
  • Der fallende Bitcoin-Kurs und die steigende Hashrate brechen dem Unternehmen das Genick.

Core Scientific ist das größte börsennotierte Unternehmen im Mining-Geschäft. Steigende Energiekosten, ein auf 20.000 US-Dollar abgefallener Bitcoin-Kurs und eine steigende Hashrate setzen Core Scientific jedoch in diesem Jahr immer mehr zu.

Es ist besonders der letzte Faktor, der Unternehmen unerbittlich in die Insolvenz abdrängt. Denn mit der steigenden Hashrate wird das Geschäft immer unrentabler und man verbrennt gleichzeitig fortlaufend Geld. Nach offizieller Darstellung in einer Mitteilung an die SEC hält man nur noch 24 BTC und etwas mehr als 26 Millionen US-Dollar. Ende September waren es noch 1.051 BTC und 29 Millionen US-Dollar als Barreserve.

Das Unternehmen verbrennt also im Rekordtempo Kapital und es ist absehbar, dass man auf verlorenem Posten steht. Die Aktie des Unternehmens verzeichnete ein Minus von 80 %, nachdem die Details zur Lage letzte Woche bekannt wurden. Hilfe könnte der von Binance gespannte Rettungsschirm verschaffen, der am Ende aber nichts an der desolaten Lage ändern kann, sondern allenfalls mehr Zeit verschaffen würde.

Miner müssen effizient sein oder Kapital mitbringen

Die steigende Hashrate verrät, dass ein regelrechter Kampf um das Bitcoin-Netzwerk stattfindet. Zwar kann es keinem der Unternehmen gelingen, das Netzwerk vollständig zu übernehmen, aber der Marktanteil kann erhöht werden und damit auch der Anteil an frisch produzierten Bitcoin, den jedes Unternehmen erhält.

Dabei war das Wettrennen zwischen den Minern im Jahr 2018 ähnlich brutal, denn auch damals stieg die Hashrate weiter an, während der Kurs erst abfiel und dann lange Zeit stabil blieb. Die Situation ist also nicht neu, während die gestiegenen Energiepreise durchaus zusätzlichen Druck ausüben. Gleichzeitig sind sie aber auch abhängig vom gewählten Standort.

Für das Bitcoin-Netzwerk bedeutet die Situation keine besondere Belastung, denn mit der steigenden Hashrate wird es immer robuster. Fakt ist aber auch, dass die Einstiegshürde für neue Unternehmen immer höher liegt, denn sie benötigen neben Zugang zu günstigem Strom ebenfalls leistungsfähige Hardware. Daneben braucht es das notwendige Kapital, um sich das Wettrüsten auch leisten zu können. In Hinblick auf die sogenannte Miner-Kapitulation könnte der Markt aber das schlimmste überstanden haben. Denn wie die Zahlen von Core Scientific beispielhaft belegen, halten die betroffenen Unternehmen kaum noch BTC, die sie abverkaufen könnten.

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