Mining

Mining-Industrie angeschlagen: Binance stellt 500 Millionen US-Dollar bereit

Regenschirm

  • Die Mining-Industrie gilt als schwer angeschlagen und kämpft mit Problemen.
  • Dies schlägt sich nieder durch die Reduzierung von Standorten und der Suche nach frischem Kapital.
  • Binance springt in die Bresche und stellt 500 Millionen US-Dollar als Kredite bereits.

Die Mining-Industrie stellt sich scheinbar auf harte Zeiten ein, denn Binance offeriert großen Playern der Branche Kredite in Anspruch zu nehmen. Der hauseigene Mining-Pool von Binance stellt laut einer Mitteilung des Unternehmens 500 Millionen US-Dollar als Reserve bereit.

In den vergangenen Monaten hatte die Industrie mit massiven Rückschlägen zu kämpfen. Dazu gehörten Standortschließungen, Kapitalbeschaffung durch Kredite oder den Verkauf von Anteilen sowie Zahlungsschwierigkeiten. Insbesondere der Fall von Poolin sticht hier hervor, denn letztlich geriet damit einer der größten Mining-Pools der Welt in eine ernsthafte Liquiditätskrise und musste die Auszahlungen einstellen.

Hilfe gibt es allerdings nicht umsonst, sondern Binance verlangt zwischen 5 % bis 10 % Zinsen für die Überbrückungshilfen. Damit ist das Unternehmen jedoch nicht die einzige Stütze für die Branche. Zuvor hatte Mining-Legende und Milliardär Jihan Wu erklärt, dass sein Unternehmen Bitdeer Technologies 50 Millionen US-Dollar an Hilfen zur Verfügung stellen will und außerdem weitere 200 Millionen von Investoren einsammeln möchte. Anders als Binance gewährt man keine Kredite, sondern will sich damit in die Unternehmen bzw. deren Assets einkaufen.

Der Wettbewerb bleibt knallhart

Es gibt drei Ursachen, welche den Minern aktuell zusetzen. Zum einen hat der Preisverfall des Bitcoins tiefe Narben hinterlassen. Zum anderen sind steigende Energiepreise ein Problem, welches zwar durchaus standortabhängig ist, aber die Margen insgesamt schmälert.

Noch drastischer sind jedoch die Auswirkungen durch den Wettbewerb, denn die Hashrate und die Difficulty steigen weiter an. Damit haben also in erster Linie aller Miner ein Problem, die schlecht gewirtschaftet haben. Scheinbar gibt es durchaus profitable Unternehmen, die ihr Geschäft ausbauen und das Wettrüsten um die bessere Hardware und günstigeren Strompreise trotz verschlechterter Bedingungen weiterführen können.

In diesem Sinne ist die Kreditlinie vielleicht eher als eine Art Rettungsschirm zu sehen, den sich Binance von der Industrie bezahlen lässt. Sollte sich dieses Bild bestätigen, dann könnte es sogar sein, dass man mit diesem Schritt noch härtere Zeiten kompensieren will. Wenn die Weltwirtschaft wie bisher prognostiziert im kommenden Jahr in eine schwere Rezession abrutscht, dann dürften es grade die angeschlagenen Unternehmen sein, die Finanzspritzen bitter nötig haben werden.  

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