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Libra: Mastercard CEO erläutert Rückzug seines Unternehmens

Mastercard Libra
Bildquelle: Alina Kuptsova, pixabay.com

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Große Überraschung

Gegenüber der Financial Times nannte der CEO von Mastercard, Ajaypal Singh Banga, die ausschlaggebenden Gründe, warum sich sein Unternehmen aus der Libra Association zurückgezogen hatte. Dabei birgt seine Erklärung einige Überraschungen.

Einer der Hauptgründe sei für ihn die Unklarheit bezüglich des Geschäftsmodells von Libra gewesen. Banga beklagte mangelhafte Transparenz bezüglich der Frage, womit Geld verdient werden soll. Diesen Umstand halte er für sehr bedenklich, so Banga.  Seiner Auffassung nach zeigten nicht alle Mitglieder von Libra den notwendige Einsatz, um das eigene Produkt an rechtlichen Anforderungen auszurichten.

Damit erhebt Banga schwere Vorwürfe, denn dies sind die Hauptkritikpunkte der Gegner Libras. Auch auf politischer Ebene gab es immer wieder die Befürchtung, dass Libra es nicht allzu streng mit Anti-Geldwäscherichtlinien nehmen könnte. 

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Bekomme ich das schriftlich?

Zusätzlich habe er auch Bedenken bezüglich des Datenschutzes bei Facebook gehabt. Ein weiterer Aspekt, der Banga nicht gefiel, war der Wandel von einem Mittel der finanziellen Inklusion hin zu einem Zahlungssystem. Besonders hob Banga hervor, dass zwar viele Versprechungen gemacht wurde, aber niemand bei Libra bereit war Zusagen bezüglich AML oder KYC schriftlich festzuhalten.

Bangas später Kommentar platzt wie ein Donnerwetter über das ohnehin schon angeschlagene Projekt hinein. Mastercard hatte Libra bereits im Oktober 2019 verlassen und gehört zu den 8 Unternehmen, welche sich gegen die Partnerschaft mit Libra entschieden haben. 

Erst im Januar dieses Jahres hatte sich Vodafone aus der Libra Association zurückgezogen. Der Telekommunikationskonzern wird sich stattdessen auf M-Pesa konzentrieren. Dabei handelt es sich um einen Zahlungsdienst, der in Teilen Afrikas bereits Erfolge vorweisen kann. 

Totgesagte leben länger

Bei Libra zeigt man sich bisher kämpferisch und arbeitet am eigenen Produkt weiter. Doch ein Release im Jahr 2020, wie er einst von David Marcus in Aussicht gestellt wurde, halten viele Experten für unwahrscheinlich.

Jedoch wird dabei übersehen, dass Libra durch bestimmte Anpassungen durchaus das Blatt wieder wenden kann. Sollte man sich tatsächlich von der Idee eines Währungskorbes verabschieden, dann stünden die Chancen gar nicht so schlecht.

Fakt ist aber auch, dass die wegbröckelnde Allianz der Großkonzerne das tragende Fundament ist, welches stark an Substanz verloren hat. 

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