Recht

KuCoin: Strafverfahren in den USA eingeleitet – Kunden sollten schnell handeln

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  • Gegen die Krypto-Börse KuCoin und zwei ihrer Gründer wurde in den USA Anklage erhoben.
  • Die Vorwürfe lauten u. a. Verschwörung zur Verletzung des Bankgeheimnisgesetzes und der Betrieb eines nicht lizenzierten Geldüberweisungsgeschäfts.
  • Kunden sollten unbedingt schnell handeln, weil nicht absehbar ist, ob KuCoin den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten kann.

In den USA ist vor wenigen Stunden Anklage gegen KuCoin und zwei Gründer durch die Staatsanwaltschaft im südlichen Distrikt von New York erhoben worden. Demnach soll die Börse seit Gründung 2017 umgerechnet 5 Milliarden US-Dollar an inkriminierten Geldern vermittels Kryptowährungen empfangen und weitere 4 Milliarden Dollar versendet haben. Zudem habe man absichtlich verbergen wollen, dass US-Staatsbürger aktive Kunden bei KuCoin waren. Letzteres soll dazu gedient haben, die Auflagen durch US-Regulatoren umgehen zu wollen.

Im Falle einer Verurteilung in beiden Anklagepunkten drohen den beiden Gründern bis zu 10 Jahren Haft. Die Anschuldigungen die sich gegen die Unternehmen, die hinter KuCoin stehen, richten, wiegen jedoch deutlich schwerer. Sie würden theoretisch eine kumulative Haftstrafe von höchstens 25 Jahren nach sich ziehen und dienen in der Regel zur Bemessung von Geldstrafen.

Und genau dieser Punkt sollte auch Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz hellhörig machen.

KuCoin droht möglicherweise die Schließung

Angesichts der schwere der Anklage ist es im Rahmen der Möglichkeiten, dass KuCoin den Geschäftsbetrieb mitunter nicht aufrechterhalten kann. In ähnlichen Fällen, die andere Börsen betrafen, war ein regelrechter Exodus der Kunden zu beobachten. Sollte es dazu auch im Fall von KuCoin kommen, dann ist mit technischen Schwierigkeiten beim Anbieter zu rechnen. Schließlich sind Börsen allgemein nicht darauf vorbereitet, dass ein Großteil der Kunden gleichzeitig ihre Kryptowährungen einfordern.

Im Gesamtbild sollten sich Verbraucher gut überlegen, Kryptowährungen oder Stablecoins bei KuCoin zu verwahren. Im Rahmen der Anklage könnte es zu unvorhergesehenen Ereignissen wie etwa Beschlagnahmungen oder Kontenschließungen kommen. Sollten sich die Kunden zudem aus Reflex massenhaft von KuCoin abwenden, dann droht möglicherweise die Insolvenz, weil Kryptobörsen hauptsächlich von den Gebühren leben, die sie durch den Handel der Kunden generieren.

Via X vermeldete die Börse zwar, dass alle Kundeneinlangen sicher sind, schlussendlich gibt es dafür aber keine Garantien:

„KuCoin funktioniert gut, und das Vermögen unserer Nutzer ist absolut sicher. Wir sind uns der entsprechenden Berichte bewusst und untersuchen derzeit die Details durch unsere Anwälte. KuCoin respektiert die Gesetze und Vorschriften der verschiedenen Länder und hält sich strikt an die Compliance-Standards.“

KuCoin via X, frei übersetzt

Ob die Kunden diesem Statement vertrauen, dürfte sich in den kommenden Stunden per Blockchain-Analyse feststellen lassen. Weil die Adressen der Börsen bekannt sind, lässt sich anhand der Transaktionsdaten leicht feststellen, wie sich die Kunden verhalten.

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