Sicherheit

Kucoin Hot Wallet gehackt: 150 Millionen US-Dollar Schaden

Ethereum dForce
© Michaela Richter, Bitcoin Kurier

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Die Bitcoin-Börse Kucoin wurde gestern Nacht gehackt.
  • Der Schaden wird auf rund 150 Millionen US-Dollar geschätzt.
  • Die exakte Schadenssumme ist immer noch unklar. 

Das Jahr 2020 war vergleichsweise ruhig, wenn es um spektakuläre Diebstähle und Einbrüche auf Börsen ging. Doch das hat sich vor wenigen Stunden schlagartig geändert. Denn Kucoin bestätigte gehackt worden zu sein.

Bisher sieht es danach aus, als ob die Hot Wallet das Ziel eines Hacks geworden ist und leergeräumt wurde. Es scheinen 11.480 ETH entwendet worden zu sein und eine große Anzahl an diversen Token. Die mutmaßliche Adresse des Hackers hält alleine auf der Ethereum-Blockchain mehr als 150 Millionen US-Dollar in ETH und Token.

Die exakte Schadenssumme wurde bisher nicht durch die Börse bestätigt. Eine Analyse von CryptoQuant legt nahe, dass außerdem vielleicht 1000 Bitcoin gestohlen worden sind. Der rapide Fluss an BTC, der dann abrupt auf null abfiel und seitdem auch dort verbleibt, gilt als ein starkes Indiz. Dieses Muster zeigte sich auch bei anderen Hacks. 

Cold Storage angeblich sicher

Laut den bisherigen Aussagen der Börse blieb die Cold Wallet zu jedem Zeitpunkt sicher. Es ist also davon auszugehen, dass nur ein vergleichsweiser kleiner Teil entwendet wurde. Dieser hat es aber durchaus in sich, denn sofern sich die Schadenssumme bestätigt, wäre dies einer der größten Hacks.

Der genaue Ablauf wird noch rekonstruiert und Ermittlungsbehörden sind demnach eingeschaltet worden. Am 26. September um 3 Uhr Ortszeit entdeckte man intern ungewöhnliche Aktivitäten und stellte fest, dass hohe Transaktionen aus dem Hot Wallet gestartet wurden.

Als Konsequenz deaktivierte man den entsprechenden Server und legte damit auch die Möglichkeit für die Kunden lahm, Kryptowährungen einzuzahlen oder abzuheben. Als dies jedoch keinen erwünschten Erfolg brachte und die Transaktionen weitergingen, überwies man die restlichen Einlagen kurzerhand an eine sichere Adresse. 

Kucoin will Kunden entschädigen

Bisher betont die Börse, dass es sich bei dem Verlust lediglich um einen Bruchteil handelt, der problemlos kompensiert werden kann. Demnach will man für etwaige Schäden aufkommen, alle Kundeneinlagen sind also gedeckt. 

Trotzdem ist dies nur ein schwacher Trost, weil der Fall erneut bestätigt, dass ausschließlich die Selbstverwahrung ein gangbarer Weg ist und Dritten nicht vertraut werden kann. 

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