Recht

Hongkong: Bitcoin-Automaten abgezockt – Drei Festnahmen

Festnahme Twitter Hack Bitcoin Scam
Bildquelle: Andrew Martin, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Kompakt:

  • In Hongkong wurden Bitcoin-Automaten um 230.000 Hongkong-Dollar erleichtert.
  • Die mutmaßlichen Täter konnten bereits gefasst werden.
  • Sie machten sich wahrscheinlich eine bekannte Lücke zunutze, um den Diebstahl zu begehen.

Bitcoin-Automaten gelten allgemein als sehr sicher. Die Maschinen werden in der Regel an stark frequentierten öffentlichen Orten aufgestellt, was es zusammen mit den baulichen Maßnahmen deutlich erschwert, sie komplett zu stehlen und an einem anderen Ort zu knacken.

Das hindert Kriminelle aber nicht daran kreativ zu werden, um die Automaten am Ende doch um Bargeld zu erleichtern. So zuletzt geschehen in Hongkong, wo drei Tatverdächtige von der Polizei aufgegriffen und verhaftet wurden.

Die Männer sollen insgesamt 230.000 Hongkong-Dollar gestohlen haben, was einem Gegenwert von ca. 25.000 Euro entspricht. Dazu verwendeten sie aber keine Einbruchswerkzeuge, um an ihre Beute zu gelangen.

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Parallelen zu Kanada   

Die örtlichen Polizeibehörden wollten sich gegenüber der „South China Morning Post“ nicht konkret äußern, wie das Verbrechen vonstattenging. Wahrscheinlich um Nachahmer zu vermeiden. Doch ein ganz ähnlicher Fall, der sich 2019 in Kanada ereignete, gibt Aufschluss, wie es den Tätern vermutlich möglich gewesen war.

Viele Bitcoin-Automaten akzeptieren Einzahlungen bereits dann, wenn die Transaktion sichtbar ist, aber noch keine Bestätigung durch das Netzwerk besitzt. Der Vorteil für die Kunden besteht darin, dass sie Bitcoin versenden und sofort das Bargeld erhalten. Dadurch entstehen keine Wartezeiten und der Ablauf ist sehr ähnlich, als ob man Geld von seinem Konto abheben würde.

Dies eröffnet aber auch die Möglichkeit, die unbestätigte Transaktion zu manipulieren. Im Prinzip wird eine zweite Transaktion angestoßen, die aber mit wesentlich höheren Gebühren versehen wird und somit an der ersten Transaktion vorbeizieht. Damit sieht der Automatenbetreiber zwar die BTC kurzfristig, nachdem das Geld aber ausgezahlt wurde, wird eine weitere Transaktion initiiert, die den Bitcoin-Betrag an die Täter umlenkt.

Die technische Lösung für das Problem ist relativ simpel. Man müsste einfach eine Bestätigung durch das Netzwerk abwarten und dann erst das Geld auszahlen. Abhängig von der Auslastung des Bitcoin-Netzwerks und den gewählten Gebühren, entstünden den Kunden aber dann Wartezeiten am Automaten.

Täter waren sehr aktiv

Die mutmaßlichen Täter in Hongkong waren sehr aktiv und stahlen Bargeld von insgesamt 6 Automaten mit nur 11 Transaktionen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen Ring handeln muss.

Daher könnten sich im Zusammenhang mit dem Fall noch weitere Festnahmen ergeben. Nachdem die Polizei durch die Automatenbetreiber kontaktiert wurde, konnten sie die Täter relativ schnell ausfindig machen.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass es sich bei den Tatverdächtigen, die jeweils die Automaten besuchten, um Strohmänner handelt und die Drahtzieher im Hintergrund blieben.