Panorama

Dogecoin Gründer: Kryptowährungen durch Kartell kontrolliert

Bitcoin Mining El Salvador
Bildquelle: Adrian Malec, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Jackson Palmer meldete sich vor wenigen Tagen per Twitter zu Wort.
  • Palmer gehörte zu den Initiatoren von Dogecoin, kehrte seiner eigenen Erfindung aber schnell den Rücken zu.
  • Jetzt kritisierte er die gesamte Branche massiv und erhob schwere Vorwürfe.

Jackson Palmer ist eigentlich dafür bekannt, Presseanfragen bezüglich Kryptowährungen abzulehnen. Der Mitgründer von Dogecoin verließ sein eigenes Projekt sehr zeitig und hatte schnell genug von Kryptowährungen. Doch angesichts des Hypes und des wahnsinnigen Kurswachstums seiner eigenen Schöpfung nahmen die Anfragen wohl wieder zu und Palmer nahm die Gelegenheit wahr, die Gründe für seine Ablehnung öffentlich darzulegen.

Seine Kernaussagen haben es in sich. In einer Serie von Tweets verortete er Kryptowährungen als Technologie eines rechten Milieus, welches seinen Reichtum auf Steuervermeidung, regulatorischen Lücken und einer künstlichen Verknappung aufgebaut hat. Die Industrie, die um diese verschiedenen Technologien gewachsen ist, nannte er ein Kartell, welches den Markt fest im Griff habe. Kryptowährungen vereinen seiner Meinung nach die schlimmsten Aspekte des Kapitalismus.

Palmer sprach ebenfalls die Nachteile durch Selbstverwahrung von Kryptowährungen und Marktmanipulation durch Milliardäre an. Bei dem letzten Punkt dürfte er wohl an Elon Musk gedacht haben, der zu allem Überfluss auch noch Palmers eigener Erfindung einen Hype verpasst hat.

Palmer hat teilweise recht

Ob Befürworter von Kryptowährungen in die rechte Ecke zu stellen sind, sei einmal dahingestellt. Womit Palmer aber durchaus recht hat, ist beispielsweise die Diskrepanz zwischen dem Anspruch, dezentrale Technologien fördern zu wollen und einer Krypto-Industrie, die überwiegend zentralisierte Strukturen aufweist.

So gehören Binance oder Coinbase zu den Spitzenspielern und ihre Marktmacht und ihr Einfluss ist keinesfalls im Sinne von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen. Auch die Kritik Palmers, dass viele Influencer, Blogs und Onlinemagazine schlicht gekauft sind, entspricht zum Teil dem Bild, welches die Branche abgibt.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Was Palmer übersieht und nicht thematisieren will ist die Tatsache, dass diese Kritikpunkte keine absoluten Statements über alle Marktteilnehmer der Branche oder Befürworter von Kryptowährungen sind.

Nicht jedes Medium ist käuflich, was beispielsweise die umfassende und wiederholte Kritik an Binance oder Coinbase durch die Fachpresse beweist. Am Ende muss man sich fragen, warum er diese und andere Punkte so geflissentlich übersieht.  

Vielleicht ist ihm klar geworden, dass er längst hätte Milliardär sein können, wenn er nur bei der Sache geblieben wäre, die er schon seit Jahren so verteufelt.

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