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Cryptopia muss Kunden entschädigen – Umfassendes Gerichtsurteil schafft Klarheit

Gesetzbücher im Regal
Bildquelle: witwiccan, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Es ist ein kleiner Sieg für die Geschädigten des Cryptopia-Debakels. Die neuseeländische Börse wurde im Januar 2019 gehackt und musste infolgedessen schließen. Besonders prekär ist der Umstand, dass die Börse kurz vor ihrer endgültigen Schließung nochmal für wenige Wochen ihre Türen öffnete. Denn durch die kurzfristige Öffnung wurden zusätzliche Kundeneinlagen von der Insolvenz betroffen.

Als sich nämlich herausstellte, dass sich der Betrieb nach der Wiedereröffnung nicht rentieren konnte, musste das Unternehmen Insolvenz beantragen. Im Rahmen des Hacks gingen ca. 18 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen verloren. Jedoch hielt die Börse immer noch Kundeneinlagen, die im Zuge des Insolvenzverfahren eingefroren wurden.

Dabei musste der Insolvenzverwalter zunächst rettend einschreiten, weil ein Drittanbieter mit der Löschung wichtiger Kundendaten drohte. Ohne diese Datensätze wäre eine Rückerstattung nicht mehr möglich gewesen. Denn Cryptopia lagerte alle Kryptowährungen auf zentralen Wallets, eine Zuordnung hätte ohne die externen Datensätze nicht mehr zuverlässig stattfinden können.

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Gericht entscheidet für die Anleger

Die Börse hält noch rund 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen. Ein Großteil davon gehört den ehemaligen Kunden der Börse. Der „High Court of New Zealand“ entschied nun, dass dieses Kundeneigentum auch im Sinne eines Insolvenzverfahrens schützenswert ist.

Daraus resultiert das grundsätzliche Recht eines jeden Geschädigten seine Kryptowährungen zurückzuverlangen. Problematisch dürfte in diesem Kontext aber immer noch die Zuordnung der Einlagen sein.  

Denn obwohl dies prinzipiell möglich ist, muss jeder Kunde immer noch identifiziert werden. Es könnte also noch lange dauern, bis alle das bekommen, was ihnen zusteht.

Altcoins ohne Zuhause

Ein weiteres Problem sind die vielen Nischenprojekte, die auf Cryptopia ihr Zuhause hatten. Mit der Börse verschwand für viele Projekte auch der einzige signifikante Handelsplatz. In besonders schwierigen Fällen gibt es keine Ausweichmöglichkeit.

Damit sterben mit der Börse auch viele Altcoins endgültig. Ihre Auszahlung dürfte für die meisten Anleger jetzt sowieso sinnlos erscheinen. Ob diese illiquiden Altcoins nicht auch gestorben wären, wenn es keinen Hack gegeben hätte, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.