Cryptopia: Kundeneinlagen in Geiselhaft!

Kundeneinlagen weg
Bildquelle: Ryan McGuire, pixabay.com

Das Insolvenzverfahren läuft an

Nachdem das neuseeländische Unternehmen am 15.05.2019 schließen musste, hat sich die Situation für die Kunden verschärft. Was erst als Gerücht die Runde machte, wurde nun durch einen Blogbeitrag des Unternehmens bestätigt. Alle Kundeneinlagen bleiben eingefroren, bis die Untersuchungen durch den Insolvenzverwalter abgeschlossen sind.

Das merkwürdige daran ist, dass man über den Verwalter die Inhaberschaft der Einlagen zweifelsfrei klären will. Wie kann da ein Zweifel aufkommen?

Schließlich hatte Cryptopia auch keine Zweifel an dem rechtmäßigen Kundeneigentum während die Exchange im Betrieb war. Nun fürchten ehemalige Kunden und Anleger, dass Cryptopia die Einlagen im Zuge eines Insolvenzverfahrens einfach einbehalten könnte.

Unklare Situation

Es ist vollkommen Selbstverständlich, dass die Insolvenzverwalter im Zuge einer Abwicklung den Handel stoppen. In aller Regel muss eine Aufstellung gemacht werden. Vereinfacht ausgedrückt verschafft der Verwalter eine Übersicht zu den Außenständen und dem verfügbaren Kapital. In einem weiteren Schritt wird dann überlegt, wer als Gläubiger zuerst zu bedienen ist.

In den meisten Fällen entscheidet außerdem ein Gericht darüber, ob der eingeschlagene Weg im besten Interesse aller Parteien ist. Grundsätzlich lassen die schriftlichen Äußerungen des Unternehmens erkennen, dass man diesen „ehrlichen“ Weg auch gehen will.

Ob es rechtlich durchgesetzt werden kann, dass Kundeneinlagen in Kryptowährung zur Befriedigung von Gläubigeransprüchen verwendet werden können, ist noch offen. Die schlimmsten Vermutungen in den Communities gehen allerdings in diese Richtung.

Projekte schlagen zurück

Es sieht so aus, als ob man in Christ Church die Rechnung ohne die Entwickler der verschiedenen Coins gemacht hat. So gibt es beispielsweise Überlegungen, die Einlagen einfach einzufrieren. Kryptowährungen, die eine eigene Blockchain haben, könnten entweder über einen Fork oder den Ausschluss der Cryptopia Adressen, die Einlagen für das Unternehmen nutzlos machen.

Neben einer ganzen Palette an technischen Möglichkeiten verfügen einige Communities auch schlicht und ergreifend über Anwälte. So will beispielsweise die Electra Foundation aus den Niederlanden rechtliche Schritte über eine Kanzlei prüfen lassen, die in Australien und Neuseeland aktiv ist.

Was steht fest?

Das einzige, was Cryptopia bisher absolut sicher bestätigt hat, ist die Einstellung des Betriebs. Außerdem soll es Monate dauern, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind. Wobei dies eigentlich auch eine eher wage Einschätzung ist.

Was immer auch geschieht. Das Management sollte den Sportsgeist der Communities besser nicht unterschätzen.

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