Startseite » News » Politik » Recht » Craig Wright erlebt bald seinen D-Day – US-Gericht geht ans Eingemachte

Craig Wright erlebt bald seinen D-Day – US-Gericht geht ans Eingemachte

Craig Wright Prozess

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

  • Das Gericht hat das Ende der Anhörungen auf den 22. Juni 2020 festgelegt. Damit endet die Möglichkeit neue Beweise geltend zu machen und bisher unbekannte Sachverhalte einzubringen.
  • Gleichzeitig wurde der Verhandlungsbeginn am 6. Juli angekündigt. Dann wird das eigentliche Verfahren beginnen, welches sich an die Anhörungen anschließt. Beide Parteien bekommen bis zum 3. Juli Zeit sich außergerichtlich zu einigen.

Es war bisher ein langer Prozess und beiden Seiten wurde mehr als einmal Gehör geschenkt. Nun beschloss das US-Gericht in Florida, dass die zwei Jahre andauernden Vorverhandlungen in nur wenigen Wochen zum Abschluss kommen müssen.

Somit nähert sich der Streit zwischen dem Kleiman Erben und Craig Wright seinem Kulminationspunkt, der ein übles Nachspiel für Wright haben könnte. Ira Kleiman, Bruder des längst verstorbenen Dave Kleiman, hatte Wright verklagt, weil dieser angeblich ein Bitcoin-Vermögen seines verstorbenen Bruders einbehalten haben soll.

Das bisherige Verfahren war von Verzögerungstaktiken und aufsehenerregenden Behauptungen Wrights geprägt. Ohne diese wohlüberlegte Strategie, die immer wieder für Nebenschauplätze im eigentlichen Verfahren sorgte, hätte der Prozess wahrscheinlich gar nicht solange gedauert.

Anzeige

Anhörungen werden formell beendet

Bis zum Stichtag müssen beide Streitparteien alle Karten auf den Tisch gelegt haben. Dann kommen die Anhörungen nämlich zum Abschluss und das Gericht geht dazu über den eigentlichen Prozess in Gang zu bringen.

Zuweilen machte sich der Eindruck breit, dass Wright Medien und Gericht nur an der Nase herumführt. Das Bitcoin-Vermögen, welches er angeblich Ira Kleiman aus dem Erbe seines Bruders schulden soll, wurde demnach in einen sogenannten „Tulip Trust“ überführt. In diesem sollen nun mehr als 1 Millionen Bitcoin (BTC) gebündelt sein.

Jedoch kann Wright angeblich auf das gigantische Vermögen nicht zugreifen. Er gab an, dass ihn immer neue Hindernisse am Zugriff hinderten. Auch das Gericht merkte im Laufe des Prozesses an, dass man die diversen Rechtfertigungen Wrights für wenig glaubwürdig hält.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl, in welche Richtung sich die eigentliche Verhandlung noch entwickeln könnte.

Frist ist gesetzt

Damit werden die Anhörungen zum 22. Juni beendet und die Verhandlungen am 6. Juli aufgenommen. Für Wright kann die Sache nicht gut ausgehen, es sei denn, er zaubert mehr als 1 Millionen Bitcoin aus seinem Ärmel.

In dem Prozess steht nicht nur eine Menge Geld auf dem Spiel. Auch die ohnehin beschädigte Glaubwürdigkeit Wrights könnte nun endgültig untergehen. Denn er behauptet bis heute, der Erfinder von Bitcoin zu sein, der als Satoshi Nakamoto bekannt ist. Dave Kleiman soll nach dieser Darstellung Anteil an der Entwicklung von Bitcoin gehabt haben.

Das gewaltige Vermögen, welches von Ira Kleiman eingeklagt wird, stammt also aus den ersten Stunden von Bitcoin und soll durch Mining entstanden sein. Sollte Wright der Zugriff auf die entsprechenden Private Keys fehlen, dann wäre dies ein weiteres Indiz dafür, dass er nicht der Erfinder von Bitcoin ist.

Doch an diese Geschichte glaubt wahrscheinlich kaum noch jemand.