Börsen

Coinbase Germany bekommt Ärger mit der Bafin

BaFin Stellungnahme
Die Liegenschaften der BaFin in Bonn. | Bildquelle: © BaFin

  • Die Bafin rügt Coinbase offiziell und ordnet Maßnahmen an.
  • Grund dafür ist das Kreditgeschäft des Unternehmens.
  • Es drohen Strafen bis zum Entzug der Betriebserlaubnis.

Gute Nachrichten bei Coinbase: Fehlanzeige. Zu dem Trubel und Problemen die die Börse ohnehin schon wegen der FTX-Pleite und der Marktturbulenzen hat, kommt jetzt auch noch Ärger mit der Bafin hinzu. Die deutsche Finanzaufsicht hat nämlich Coinbase offiziell gerügt und wird Maßnahmen angeordnet.

Das Ganze entwickelte sich im Laufe der Jahresabschlussprüfung und könnte für den deutschen Standort von Coinbase ernsthafte Konsequenzen von hohen Geldbußen bis hin zum Entzug der Betriebserlaubnis bedeuten.

Verstoß gegen das Kreditwesengesetz

Laut Angaben der Bafin, also der Bundesaufsicht für Finanzen, wurden bereits im September Vorwürfe gegen die deutsche Niederlassung der Handelsplattform erhoben. Die jetzt erst publik gewordenen Informationen sprechen von einem Verstoß gegen das Kreditwesengesetz, nennen aber keine genauen Details.

Auch auf Anfrage mehrerer Journalisten blieb das Finanzinstitut hierzu stumm. In jedem Fall gesichert ist, dass von der Bafin die “Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation” angeordnet wurde, was vermutlich bedeutet, dass es hier eine Sonderprüfung ansteht. Eventuell könnte es sich hier um nicht oder unzureichend vorhandene Risiko- und Kontrollmaßnahmen handeln, die nicht den Ansprüchen des Kreditwesengesetzes genügen.

Coinbase bereit zur Kooperation

Angesichts der Lage hat sich Coinbase zur vollständigen Kooperation mit der Bafin bereit erklärt, da hier immerhin die Betriebserlaubnis der Deutschlandtochter auf dem Spiel steht. Allerdings wollte sich Coinbase ebenfalls nicht dazu äußern, welche Vorwürfe die Bafin konkret gegen das Unternehmen im September erhoben hat.

Die Aktie des Unternehmens schloss gestern jedenfalls 10 Prozent tiefer, nicht zuletzt wegen einer möglichen Übernahme von FTX durch Binance, welche allerdings inzwischen geplatzt ist. Wie es jetzt mit Coinbase weitergeht und welche Konsequenzen das Verfahren hat, wird sich vermutlich erst in den nächsten Monaten zeigen, ist aber ein weiteres Problem für die ohnehin angeschlagene Kryptobörse.

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