Cardano-Gründer Charles Hoskinson sorgt einmal mehr für Schlagzeilen. Jetzt wettert Hoskinson gegen den CLARITY Act, der von vielen Branchenexperten als gemeinhin positiv bewertet wird. Aktuell liegt das neue Gesetz jedoch auf Eis, weil sich die Bankenlobby dagegen sträubt, dass Coinbase & Co. demnächst bessere Renditen anbieten können.
Doch für Hoskinson ist nicht dieser Zankapfel ein Grund, den Gesetzesentwurf abzulehnen. Besonders stört ihn, dass der Entwurf für weitreichende Befugnisse der SEC sorgen wird. Neue digitale Assets würden nämlich durch CLARITY zunächst als Wertpapiere eingestuft werden. Eine Prüfung, ob es sich nicht doch um ein „digital commodity“ handelt und damit in den Zuständigkeitsbereich der CFTC fällt, würde erst nachrangig stattfinden.
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Mehr InformationenHoskinson moniert, dass diese Konstellation der SEC zu viel Macht gibt. Er befürchtet, dass die Aufsichtsbehörde am Ende US-Innovationen ohne klare Grenzen und Zeithorizonte im Status eines Wertpapiers belässt. Wörtlich nannte der Cardano-Gründer den Gesetzentwurf einen schrecklichen Müll. Kriterien für Dezentralisierung und Tests für die Wertzuordnung hält Hoskinson für unerfüllbar.
Gleichwohl geht er davon aus, dass Kryptowährungen wie XRP, Ethereum oder Cardano von einer erneuten Überprüfung ausgenommen werden und gewissermaßen Bestandsschutz genießen.
Die Krypto-Industrie ist gespalten
Aktuell hängt der CLARITY Act im Senat fest. Eine Frist, die das Weiße Haus zur Einigung gesetzt hatte, lief zum 1. März ohne Ergebnis ab.
Die US-Bankenbranche plagt die Sorge, dass CLARITY im Ergebnis zu einer massiven Abwanderung von Kapital führen könnte. Während Gegner wie Hoskinson die Schwachstellen und Lücken des Entwurfs bemängeln, drängen Befürworter auf die Finalisierung.
Damit hat CLARITY innerhalb der Branche also für eine gewisse Spaltung gesorgt. So verteidigt Ripple-CEO Brad Garlinghouse den Entwurf weiterhin und sieht gute Chancen, dass man bis April eine Einigung erzielen wird. Anders als Hoskinson geht Garlinghouse davon aus, dass es besser ist, eine gesetzliche Grundlage zu haben – und zwar auch dann, wenn sie nicht perfekt ist. Frei nach dem Motto: besser ein schlechtes Gesetz als gar keines.
Gleichzeitig verläuft der Graben innerhalb der Industrie entlang der wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen. Für das Geschäftsmodell von Ripple spielt die Einstufung von Token wenigstens im Augenblick eine geringere Rolle. Gleichzeitig ist es für sämtliche Börsen und Stablecoin-Anbieter entscheidend, ob sie Kunden mit saftigen Zinsen locken können. Für Blockchain-Apologeten wie Charles Hoskinson sind es hingegen die Spielregeln für die Tokenisierung, die am wichtigsten sind.
Wenn CLARITY kommen sollte, dann ist bereits jetzt absehbar, dass nicht alle Parteien das bekommen werden, was sie sich wünschen.

