Bitfinex: Erneut Ärger in New York

Bitfinex Tether New York Prozess
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Staatsanwaltschaft lässt nicht locker

Obwohl man zunächst einen Etappensieg in den USA erzielen konnte, sieht es jetzt wieder etwas düsterer aus für iFinex. Der Firma gehören sowohl Tether als auch Bitfinex. Zuletzt hatte man ein Gericht davon überzeugen können, dass man gar nicht in den USA operiere.

Doch nun holt die Generalstaatsanwältin Letitia James zum Gegenschlag aus. Bitfinex habe ihrer Ermittlungsergebnisse zur Folge wesentlich länger Kunden in New York bedient, als das Unternehmen angegeben habe. Außerdem bestünden auch Geschäftsbeziehungen zu diversen Unternehmen in New York.

Um mit Bürgern von New York als Krypto-Unternehmen Geschäfte machen zu dürfen, bedarf es einer eigenen Lizenz. Diese haben iFinex und seine Tochterunternehmen Bitfinex und Tether nie besessen.


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Was war passiert?

Ursprünglich warf die Generalstaatsanwältin iFinex vor, dass Tether keine ausreichende Deckung besaß und dass es falsch war, die Öffentlichkeit über Kredite zwischen Tether und Bitfinex nicht zu informieren.

Ein Tether (USDT) soll immer die Deckung durch einen hinterlegten US-Dollar besitzen. Da Bitfinex sich hohe Summen von Tether leihen musste, konnte diese Deckung nicht mehr gewährleistet werden. Darin sah die Staatsanwaltschaft einen Verstoß und erhob Klage in New York.

Tatsächlich gab man seitens Tethers während des Prozesses zu, dass Tether keine 100% Deckung besitzt, sondern eine Deckung die oberhalb von 70% läge.


LEO als Befreiungsschlag

Um sich aus der Schieflage zu befreien ergriff das Unternehmen zwei Maßnahmen. Zum einen ging man rigoros gegen die Klage mit juristischen Mitteln vor. Das zeigte auch Erfolg, denn das Unternehmen durfte seine Geschäfte fortsetzen.

Zum anderen brachte man einen eigenen Exchange Token unter dem Namen „Unus Sed Leo“ heraus und verkaufte den Token in einer IEO. Diese war nur für große Inverstoren zugänglich und soll 1 Milliarde US-Dollar eingespielt haben.

Da der Betrag den man Tether schuldete, mehr als 850 Millionen US-Dollar betrug, war man also wieder „glatt“. Zumindest in den Büchern.


Prozess ist ein Damoklesschwert

Bisher sah es ganz gut aus, doch wie es scheint will sich die Staatsanwaltschaft nicht mit den bisherigen Ergebnissen zufriedengeben. Sollte es ihr gelingen die Geschäfte von Bitfinex und Tether zu stoppen, dann könnte das gewaltige Konsequenzen haben.

Tether ist zwar nicht der einzige Stablecoin auf dem Markt, aber es bewegt immer noch ein gigantisches Volumen. Außerdem ist Bitfinex eine der ältesten Börsen am Markt. Das Unternehmen sorgte zuletzt immer wieder für negative Schlagzeilen. Insbesondere seine Partnerschaften zu Zahlungsdienstleistern galten immer wieder als umstritten.

Quellen: NYAG Affirmation, uploaded by coindesk.com

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