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Bitcoin soll grüner werden – Musk und Saylor starten Initiative

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© Michaela Richter, Bitcoin-Kurier

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Via Twitter verkündete Michael Saylor eine Initiative gestartet zu haben, um Bitcoin umweltfreundlicher zu machen.
  • Demnach hat er zusammen mit Elon Musk die nordamerikanische Mining-Industrie an den Tisch geholt.
  • Der Vorstoß wird von Teilen der Bitcoin-Community kritisch betrachtet.

Es waren schwere Stunden für Bitcoin, als der Markt letzte Woche abstürzte. Einer von vielen Gründen für den Absturz ist die Debatte, ob Bitcoin dauerhaft der Umwelt schadet oder nicht. Angestoßen hatte sie Musk, der damit seinem eigenen Investment zunächst einen Schlag versetzte. Als dann noch Meldungen über regulatorische Einschnitte in China den Markt verunsicherten, brach der BTC-Kurs wie ein Kartenhaus ein.

Doch nun zeigen sich zwei schwerreiche Befürworter von Bitcoin plötzlich daran interessiert, dem Netzwerk und der Mining-Industrie zu helfen. Während Musk die Umweltkritik salonfähig machte, war es Saylor, der Bitcoin und die Notwendigkeit von Proof of Work verteidigte.

Saylor gab gestern Nacht bekannt, dass es ein Treffen zwischen den führenden Unternehmen der nordamerikanischen Mining-Industrie und Elon Musk gegeben haben soll. Auch Musk teilte seine Eindrücke von dem Treffen mit. Gemeinsam will man eine Art Gesellschaft bilden, die international für Transparenz beim Energieverbrauch sorgen will und die Verwendung von Ökostrom fördern möchte.

Bitcoin-Community ist nicht begeistert

Ein Treffen hinter verschlossenen Türen sorgte für wenig Begeisterung. Erst wurde die Umweltschelte als Angriff auf Bitcoin wahrgenommen, jetzt versucht mit Elon Musk einer der Hauptakteure hinter der leidigen Debatte die Fronten zu schlichten. Die Tatsache, dass Musk ein Problem lösen will, was er in gewisser Hinsicht selber verursacht hat, lässt Zweifel an seinen Absichten aufkommen.

Das Problem ist, dass hier eine Agenda geplant wird, die nicht zur Abstimmung oder Wahl gestellt, sondern nur durch eine kleine Gruppe vorangetrieben wird. Mit dieser Vorgehensweise hat man in der Vergangenheit keine gute Erfahrung gemacht und es werden böse Erinnerung an das Jahr 2017 wach.

Umweltinitiative kann auch positiv sein

Am Ende muss die Initiative aber nicht zwingend schadhaft sein. Bitcoin ist dezentral, die Mining-Industrie ist es nicht. Dass sie Verbände gründet, um sich zu Standards und zu Transparenz zu verpflichten, kann auch eine positive Wirkung haben.

Berichte wie zuletzt der von ARD Kontraste zeigen, dass es Gesprächsbedarf gibt und offensichtlich auch viel Unklarheit darüber herrscht, wie die Governance von Bitcoin funktioniert. Die Mining-Industrie ist für die Auswirkungen auf die Umwelt direkt verantwortlich. Diese Verantwortung auch wahrzunehmen ist wichtig, weil sonst kein Ansprechpartner existiert. Bitcoin hat am Ende nicht die eine Stimme, die für die Miner sprechen kann.

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