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Bitcoin in der Kritik: Ripple Vorstand wettert gegen Proof of Work

Proof of Work

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

  • Der Vorstandsvorsitzende und Mitgründer von Ripple, Chris Larsen, richtete heute einen persönlichen Appell an die ganze Branche.
  • Darin betonte Larsen seine Besorgnis über die negativen Auswirkungen von Proof of Work auf die Umwelt.
  • Sein Beitrag verschärft die Kontroverse, die in dieser hitzig geführten Debatte ohnehin herrscht.

Chris Larsen meldete sich heute mit einem Blogbeitrag zu Wort. Darin fordert er die gesamte Blockchain-Branche dazu auf, das Konsensmodell von Proof of Work ad acta zu legen. Als Grund hierfür sieht er den stetig wachsenden Energiebedarf, der Kryptowährungen und Blockchain-Technologien dadurch alles andere als umweltfreundlich erscheinen lassen.

Larsen rückte dabei auch Gegenargumente in den Vordergrund und versuchte diese als Scheinargumente zu entlarven. Seiner Meinung nach sollte grüne Energie lieber in wichtigere Bereiche der Industrie und Wirtschaft fließen, die nachhaltige Veränderung dringender benötigen. Darunter beispielsweise die Stahlindustrie oder den Lufttransport von Gütern und Personen.

Larsen sticht damit regelrecht in ein Wespennest. Denn Bitcoin gerät zunehmend in die Kritik, weil sich der Stromverbrauch nicht leugnen lässt. Ob die Gegenargumente der Bitcoiner allerdings nur dazu dienen, dass Problem mit einem grünen Anstrich zu verkleiden, ist strittig.

Torpediert Larsen Bitcoin, um XRP zu stärken?           

Sein Appell auf Proof of Stake zu setzen und damit die Umwelt zu schonen, kommt nicht ohne Eigenwerbung aus. Larsen ist Mitgründer und Executive Chairman bei Ripple und kann hier die Vorzüge der hauseigenen Technologie bewerben, auch wenn er seinen Beitrag mit dem Hinweis versehen hat, dass dies seine persönliche Meinung ist und nicht die von Ripple repräsentiert.

Denn eine kontroverse Debatte darüber, ob und wie sich Bitcoin-Mining auf die Umwelt auswirkt, wird sowieso geführt. Sein direkter Aufruf Bitcoin auf Proof of Stake umzustellen, dürfte in der Community auf wenig Gegenliebe stoßen. Bitcoin wird u. a. deshalb als hartes Geld gehandelt, weil der Arbeitsnachweis der Miner zwingend erforderlich ist und ihr Wettbewerbsverhältnis ein Equilibrium zwischen konkurrierenden Interessen bildet.

Die Tatsache, dass Larsen in erster Linie von Proof of Work spricht und Bitcoin nur am Rande direkt adressiert, ist für seinen Aufruf wenig hilfreich.

XRP will der Standard sein

Es ist ein gefährliches Spiel, denn der Aufruf kann nicht nur als eine gut gemeinte Geste verstanden werden. Ripple will XRP als Standard etablieren, auf dem eigene Produkte und Dienstleistungen basieren, und trotz der juristischen Querelen mit der SEC arbeitet man daran weiter.

Sich ausgerechnet Umweltprobleme herauszupicken, führt unweigerlich zum Schulterschluss mit jenen, die Bitcoin verbieten und wenigstens streng regulieren wollen. Das mag unbeabsichtigt gewesen sein, hat aber den Effekt, dass man eher die Spaltung in der Branche vorantreibt, als sich gemeinsam mit ihr an einen Tisch zu setzen.

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