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Bitcoin im Staatsschatz: El Salvador ist im Plus

Präsident Nayib Bukele
Präsident Bukele im Jahr 2015 neben dem ehemaligen Präsidenten Salvador Sánchez Cerén. Bildquelle: Presidencia El Salvador via Flickr (CC0 1.0)

  • El Salvador stand lange in der Kritik wegen des gewagten Experiments.
  • Dank der Kursrallye hat Ex-Präsident Nayib Bukele im kommenden Wahlkampf möglicherweise bessere Chancen.
  • Ein Verkauf der Bitcoin-Reserve ist jedoch nicht geplant, was die Situation spannender macht.

Nayib Bukele sieht sich in seiner währungspolitischen Entscheidung nachträglich bestätigt. Im September 2021 führte El Salvador als bislang einziges Land der Welt Bitcoin als Währung neben dem US-Dollar ein. Doch damit war noch lange nicht Schluss, denn El Salvador kaufte unter Bukele schrittweise Bitcoin ein, um eine staatliche Reserve zu bilden.

Weil man die Investitionen zu einem Zeitpunkt tätigte, an dem Bitcoin nahe am Allzeithoch war, galt dieses Investment als hochumstritten. Nicht nur die Opposition warnte vor Bitcoin, seinem geringen Nutzen, den hohen Kosten und möglichen Verlusten. Der IWF übte gehörig Druck aus, denn das Experiment senkte die Kreditwürdigkeit von El Salvador und gefährdet seine wirtschaftliche Stabilität, so zumindest der IWF. Befürworter sehen hingegen nur das außergewöhnliche Potenzial und gehen davon aus, dass El Salvador in Zukunft ein wohlhabendes Land sein wird.

Egal, wie man zu der Sache auch Position beziehen mag, aktuell rechnet es sich, Bitcoin in der Staatskasse liegen zu haben. Selbst mit tagesaktuellen Schwankungen liegt El Salvador stabil in der Gewinnzone. Aufgrund der relativ hohen Durchschnittskosten sind es aber nur etwa 5 Millionen US-Dollar. Doch der Bitcoin-Kurs hat für Bukele noch eine andere Bedeutung.

Bukele ist beurlaubt

Sein Vorgehen gegen die berüchtigten Banden El Salvadors ist hochumstritten, dennoch wird Bukele dafür in seiner Heimat gefeiert. Die Mordrate ist so gering wie nie, weil er Verdächtige rigoros ins Gefängnis sperren ließ. Während Menschenrechtler die Haftbedingungen und die Verfahren kritisieren, genießt die ehrliche Bevölkerung El Salvadors die Ruhe.

Um seine Wiederwahl zu ermöglichen, führte Bukele ein Gesetz ein, welches ihm erlaubt erneut zu kandidieren. Allerdings muss er dafür mindestens 6 Monate nicht im Amt sein. Daher ist er von seinem Amt beurlaubt, um im Sommer erneut das Steuer übernehmen zu können. Bis dahin übernimmt für ihn seine Privatsekretärin in kommissarischer Funktion das Amt, was Kritikern ebenfalls übel aufstösst.


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Zwar ist der alltägliche Nutzen von Bitcoin in El Salvador bisher nicht besonders hoch, aber ein steigender Bitcoin-Kurs dürfte Bukele bei der nächsten Wahl einen Bonus verschaffen. Dann hätte er nicht nur eigenhändig schwere Kriminalität in den Griff bekommen, sondern dem relativ armen Land ein Plus in der Kasse beschert. Wie er das jedoch nutzen kann, ohne in Zukunft zu verkaufen, bleibt abzuwarten. Sollte Bitcoin in Zukunft tatsächlich das digitale Gold werden, dann könnte der digitale Staatsschatz möglicherweise die Kreditwürdigkeit positiv beeinflussen. Doch von diesem Punkt ist man noch weit entfernt und so bleibt wenigstens kurzfristig keine bessere Möglichkeit, als Bitcoin zu liquidieren, um die Gewinne zu nutzen.

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