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Bitcoin akzeptiert: Pornhubs Umstieg ist keine gute Nachricht

Pornhub USDT Bitcoin Litecoin
Bildquelle: Jerzy Górecki, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Pornhub akzeptiert für seine kostpflichtigen Angebote nur noch Kryptowährungen.
  • Der Umstieg erfolgte, weil Mastercard und VISA die Zusammenarbeit einstellten.
  • Dabei sind schwere Missbrauchsvorwürfe der eigentliche Grund für den Bruch.

Pornhub macht erneut Schlagzeilen, weil die Plattform für Erwachsenenunterhaltung nun vollständig auf Kryptowährungen umsteigt. Denn die beiden Kreditkartenunternehmen VISA und Mastercard kündigten die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen auf.

Der Umstieg fiel wahrscheinlich nicht schwer, weil Pornhub bereits im Jahr 2018 als Marketing-Stunt Verge akzeptierte. Später folgte eine weitere Umstellung, weil man Schwierigkeiten hatte, Darsteller und Sexarbeiter über PayPal auszuzahlen und schließlich akzeptierte man auch Bitcoin und Litecoin.

Mit dem endgültigen Bruch zwischen den Zahlungsdienstleistern und Pornhub ist aber eine schwierige, wenn nicht gar traurige Geschichte verbunden. Denn es geht um Missbrauchsfälle von Minderjährigen.

Problematik ist länger bekannt

Die Vorwürfe sind nicht neu, denn bereits im Februar 2020 sorgte die Initiative „ExodusCry“ für große Beunruhigung und machte auf das Problem aufmerksam. Denn auf Pornhub waren in vereinzelten Fällen Videos von Minderjährigen aufgetaucht. Nun setzt ein Bericht der New York Times der ganzen Sache die traurige Krone auf.

Der Artikel, der den Titel „The Children of Pornhub“ trägt, rüttelte die Kreditkartenunternehmen offensichtlich wach. Denn ihre Richtlinien sehen selbstverständlich vor, dass jedwedes illegale Geschäft nicht unterstützt werden darf. Durch die breite Öffentlichkeit, die das Thema nun erfährt, müssen sich die Anbieter nun aus einem ansonsten sehr lukrativen Geschäft zurückziehen.

Kein Bonus für Kryptowährungen

Der Fall ist sensibel und sorgt für unterschiedliche Reaktionen. Am Ende kann sich der Anbieter nicht davon freisprechen, dass er die Kontrollinstanz sein muss. Und zwar in jedem Fall. Kann er das nicht garantieren, dann muss er seine Bedingungen anpassen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen geht vor.

Gleichermaßen rückt die Krypto-Akzeptanz von Pornhub Bitcoin und Co erneut in ein schlechtes Licht. Hier steht nicht nur die juristische Bewertung der Vorwürfe im Raum, sondern auch ein moralisches Problem, welches nicht unbedingt ein gutes Marketing für Kryptowährungen ist. Es liegt fast schon auf der Hand, dass allen voran Bitcoin damit indirekt in die Schmuddelecke gestellt wird.

Auch subjektiv betrachtet fühlt es sich nicht wie ein Sieg an, wenn eine Plattform erfolgreich geschäftliche Beschränkungen umgeht, weil sie ein Problem mit Kindesmissbrauch hat. Hier kreiert die oft beschworenen Neutralität der Technologie ein Dilemma.

Am Ende kann dies nur durch Pornhub gelöst werden, indem man Transparenz zeigt und den Willen, erlittenen Schaden wenigstens zu mindern.

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