Regulierung

Binance: Geschäft in Ontario eingestellt – Abmahnung in Japan

Binance Ontario
Bildquelle: Tim Mossholder, pexels.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Binance hat bekannt gegeben, dass man den Betrieb in der kanadischen Provinz Ontario einstellen muss.
  • In Japan erhielt das Unternehmen eine Abmahnung durch die Aufsichtsbehörde FSA.
  • Damit gerät die Börse erneut in den Konflikt mit Regulatoren.

Binance hat vorgestern bekannt gegeben, dass man den Betrieb in der kanadischen Provinz Ontario einstellen muss. Die Änderungen der Geschäftsbedingungen traten bereits gestern in Kraft. Betroffene Kunden haben allerdings bis Jahresende Zeit, ihre Positionen zu schließen und Einlagen von der Börse abzuziehen.

Damit ist Binance nicht das einzige Unternehmen, welches durch Maßnahmen der kanadischen Behörden in Ontario betroffen ist. So ging die OSC auch gegen Bybit vor und untersagte dem Anbieter das Geschäft. Neben Ontario gibt es einen weiteren Schauplatz, auf dem Binance den regulatorischen Anforderungen nicht entsprechen kann.

In Japan erhielt das Unternehmen erneut eine Verwarnung durch die Aufsichtsbehörde FSA, nachdem bereits 2018 eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht wurde. Tatsächlich schließen die AGB von Binance in Japan ansässige Kunden nicht aus, wohl aber aus den USA und seit gestern auch Ontario.

Der regulatorische Hürdenlauf

Bemerkenswertes Detail an der ausgesprochenen Verwarnung ist die fehlende Angabe eines Geschäftssitzes des Unternehmens. Dieser ist demnach unbekannt. Binance hat nicht zum ersten Mal ein Problem mit Regulatoren. So musste man US-Verbraucher 2019 vom Service ausschließen, gründete aber BinanceUS als separates Angebot, welches den behördlichen Auflagen entspricht.

Die international stark abweichenden oder fehlenden regulatorischen Standards machen es nicht nur Binance, sondern auch anderen Börsen schwer, auf legalem Boden zu operieren. Im Ergebnis ziehen sich viele Unternehmen in rechtliche Grauzonen zurück und vermeiden eine unmittelbare Aufsicht über ihre Geschäfte, soweit ihnen das möglich ist.

Es ist davon auszugehen, dass sich dieses Lagebild nicht ändern wird, weil Gesetze und Reformen der neuen Technologie nicht gerecht werden. Stattdessen bemüht man sich eher, das Phänomen einzudämmen, wenn nicht gar zu ersticken. Auch in Deutschland spielt das eine Rolle, wo man mit einer Gesetzesnovelle die Börsen dazu zwingen will, Transaktionen der Kunden zu melden, sie zu identifizieren und Verwahrung von Kryptowährungen durch Endverbraucher als einen besonderen Risikofall einzustufen.

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