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Binance: Chef der US-Sparte schmeißt das Handtuch

BinanceUS Rücktritt
Bildquelle: islandworks, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Brian Brooks, der CEO von Binance.US gab gestern seinen Rücktritt bekannt.
  • Brooks war nur wenige Monate im Einsatz und gilt als Newcomer in der Branche.
  • Das heißt erneut Gerüchte an, dass es schlechter um die Börse bestellt ist als Binance zugibt.

Brian Brooks war ein vielversprechender Neuzugang, nachdem Catherine Coley Binance.US im April 2021 still und heimlich verließ. Es gab in der Fachpresse durchaus auch einige Beiträge, die Coleys rätselhaften und stillen Abgang ein wenig genauer unter die Lupe nahmen, obgleich dadurch keine Erkenntnisse gewonnen werden konnten, warum sie ging.

Mit Brooks hatte Binance für sein US-Geschäft im Mai einen wertvollen Spieler aufgestellt. Zuvor hatte er die Leitung des OCC inne und war außerdem für Coinbase tätig. Ein Mann, der also die Behörden und die Branche versteht und sich während seiner kurzen Laufbahn wiederholt für eine innovative Gestaltung regulatorischer Aspekte eingesetzt hatte.

Ausgerechnet dieser Hoffnungsträger ließ gestern via Twitter wissen, dass er von seinem Posten als CEO von Binance.US zurücktritt. Brooks betonte, dass er seinen ehemaligen Kollegen trotz Differenzen bezüglich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens alles Gute wünscht.

Droht Binance das Aus?

Es muss hinter den Kulissen ganz schön rumort haben, dass ein Profi wie Brooks sich zu derartigen Äußerungen hinreißen lässt. Von Unternehmensseite wurde der Abgang deutlich nüchterner kommentiert. Man zeigt sich zuversichtlich und gab bekannt, dass dies keine Auswirkungen auf das US-Geschäft haben wird.

Addiert man Brooks Abgang zuzüglich seines Kommentars mit den Problemen, die Binance mit Regulatoren weltweit hat, dann sieht das Bild jedoch ganz anders aus. Erst gestern musste Binance den Handel mit Derivaten in Hongkong einstellen. Und schon lange wird gemunkelt, dass es die US-Behörden gewaltig krachen lassen könnten.

Blickt man auf das Schicksal der BitMEX Gründer, dann wird klar, dass US-Behörden sogar von einer internationalen Strafverfolgung Gebrauch machen, wenn man ihre Anforderungen ignoriert. Jedenfalls äußerte Binance Gründer und CEO Changpeng Zhao bereits, dass er sich vorstellen könnte zurückzutreten, wenn es einen CEO braucht, der mehr Erfahrung mit regulatorischen Belangen hat.

Insgesamt gibt Binance aktuell kein gutes Bild ab. Gescheitert ist die Börse deshalb aber noch nicht.

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