Betrug: Betreiber von Bitcoin-Escrow angeklagt

Gerichtsgebäude
Bildquelle: F. Muhammad, pixabay.com

Anklage in New York

Der ehemalige Betreiber der Volantis Market Making LLC, die sich auf sogenannte „Escrow Services“ spezialisiert hat, wurde in den USA wegen mehrerer Delikte angeklagt. Bei einem „Escrow Service“ handelt es sich um ein Treuhandkonto.

Es wird häufig für den außerbörslichen Handel verwendet, wenn die beiden Parteien eines Handels einander nicht vertrauen oder die Höhe der Summe eine besondere Vorsicht gebietet. Dazu nimmt der Treuhänder die Zahlungen beider Parteien an.

Hat er beide empfangen, so bestätigt er dies den Parteien und vollzieht den eigentlichen Handel. Daher bekommt die eine Seite von ihm die vereinbarte Summe Bitcoin überwiesen und die andere die entsprechende Summe US-Dollar oder Euro.


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Opfer in Sicherheit gewogen

Dem Verdächtigen wird nun vorgeworfen seine besondere Vertrauensstellung gegenüber den Opfern missbraucht zu haben. Denn er soll ihnen in zwei Fällen explizit zugesagt haben, dass er bereits über die gewünschte Summe Bitcoin verfügt.

Im Juni 2018 soll der Tatverdächtige eine andere Firma dazu veranlasst haben ihm 3 Millionen US-Dollar zu überweisen. Im Anschluss daran soll er das Geld an eine dritte Partei überwiesen haben, vermutlich der andere Handelspartner, ohne jedoch vorher die gewünschte Menge Bitcoin in Empfang zu nehmen. Nachdem er selber nichts erhielt soll er seinen anderen Klienten über den Verbleib des Geldes belogen haben.

Das Gleiche soll auch nochmal im Juli 2018 geschehen sein. In diesem Fall nahm der Beklagte aber 4 Millionen US-Dollar an, überwies eine größere Summe an ein fremdes Konto und verfuhr mit dem geschädigten Klienten auf gleiche Art und Weise.

Auch in diesem Fall erhielt das Opfer weder Geld noch Bitcoin.

Lange Haftstrafen

Auf die dem Angeklagten zur Last gelegten Taten stehen extrem lange Haftstrafen. Auf den sogenannten Überweisungsbetrug (engl. wire fraud) stehen bis zu 20 Jahre Haft, die damit verbundene zweite Straftat (engl. commodities fraud) ist mit bis zu 10 Jahren Haft strafbewehrt.

Damit könnte der Angeklagte im Falle eines Schuldspruches bis zu 60 Jahre im Gefängnis verbringen, denn die Haftstrafen werden für jede Tat aufgerechnet. Für deutsche Verhältnisse übertrifft dies deutlich die durchschnittliche Haftzeit einer lebenslänglichen Strafe.

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