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Auftritt bei EXW Wallet – Ist es Brock Pierce peinlich?

EXW Wallet
Bildquelle: Simon Matzinger, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Umstrittener Auftritt

Brock Pierce ist ein beliebter Gast auf Konferenzen. Der ehemalige Kinderstar aus Disneyfilmen ist einer der bekanntesten Bitcoin-Investoren und Berater in der Industrie. Mehr noch, er verfügt über ein gigantisches Privatvermögen, welches im Jahr 2018 auf einen Betrag zwischen 700 bis 1100 Millionen US-Dollar geschätzt wurde.

Pierce trägt häufig einen markanten Hut, gilt als gelassen und freundlich. Ein Vorzeigetyp eben, der nicht nur überdurchschnittlich erfolgreich ist, sondern auch eine gewisse Nähe zum Publikum erzeugt. Ist er doch ganz anders, als die Anzugträger, die einem sonst begegnen.

Das muss man sich auch bei EXW gedacht haben, denn der Firma gelang es wohl Pierce als Sprecher zu gewinnen. Er wurde live zu einer Veranstaltung zugeschaltet. Ein „Endorsement“ was er vielleicht bereuen könnte. Denn das Geschäftsmodell und die Firma hinter EXW Wallet gilt als höchst umstritten. 


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Das Internet vergisst nie

Per Tweet soll sich Pierce sogar dafür bedankt haben eingeladen gewesen zu sein. Die Kurznachricht ist mittlerweile gelöscht worden. Doch bestätigen mehrere Quellen, dass sie existiert haben muss. Ein User auf Reddit hat sich sogar die Mühe gemacht und einen Screenshot davon hochgeladen. 

Nun sind viele Mitglieder der Community auf Reddit erbost und fühlen sich direkt an Carlos Matos und Bitconnect erinnert. Warum diese Assoziationen hervorgerufen werden, erklärt sich schnell, wenn man sich EXW Wallet etwas genauer anschaut.

Keine behördliche Erlaubnis

International wird in diversen Medienberichten vor dem Unternehmen gewarnt. Primär deshalb, weil die EXW Global AG in verschiedenen Ländern nicht die erforderliche Erlaubnis besitzt, um bestimmte Finanzdienstleistungen überhaupt erbringen zu dürfen. 

Die BaFin veröffentlichte dazu eine Mitteilung, in der man darauf verwies, dass keine Erlaubnis nach §32 Absatz 1 KGW vorliege. Die österreichische FMA erließ im Dezember 2019 sogar eine Investorenwarnung und verwies ebenfalls auf das Fehlen von entsprechenden Genehmigungen der EXW Global AG. 

Doch neben den behördlichen Auflagen die benötigt werden, um in Deutschland oder Österreich tätig zu sein, bereitet vielen Beobachtern ein anderer Umstand noch mehr Sorge. 

Gefährliche Rechnung

Kritiker merken an, dass die tägliche Rendite von bis zu 0,32% viel zu hoch ist. Würden die Investoren ihre Auszahlungen stetig reinvestieren, dann kämen sehr schnell schwindelerregende Summen zustande. Hinzu kämen Ausschüttungen an Affiliates die Neukunden gewinnen. 

Der Zinseszinseffekt verspricht viel Geld, doch wie will EXW Wallet die dann immer größer werdenden Summen verdienen? Laut BehindMLM ließe sich dies nur aufrechterhalten, wenn immer weiter neue Investoren hinzukämen. Doch was passiert, wenn die Zahl derer, die eine Auszahlung wünschen, die Zahl der neuen Investoren übersteigt? Kritiker befürchten in diesem Fall den Kollaps des Unternehmens zu Lasten der Anleger.

Daher wird in der internationalen Krypto-Presse fast durch die Bank weg vor EXW Wallet gewarnt. Das Geschäftsmodell gilt gemeinhin als undurchsichtig und gefährlich. 

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