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Argentinien will Kapitalflucht in Bitcoin stoppen

National Congressional Plaza in Buenos Aires
Symbolbild | Bildquelle: © stock.adobe.com

  • Die argentinische Zentralbank hat den Druck auf Krypto-Anbieter erhöht.
  • Sie dürfen keine Zahlungen mit Kryptowährungen mehr verarbeiten oder anbieten.
  • Derweil ist die Bevölkerung mit einer Inflationsrate von über 100 Prozent geplagt.

Die argentinische Zentralbank will den Kapitalverkehr noch stärker kontrollieren. Zahlungsdienstleister dürfen keine Transaktionen mehr mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen für ihre Kunden verarbeiten oder den Handel damit anbieten. Lediglich regulierte Kryptowährungen sollen davon ausgenommen sein. Weil aber bislang kein einziges digitales Asset explizit genehmigt ist, wird damit der Markt praktisch stillgelegt. Neben Bitcoin und Kryptowährungen sind nämlich auch alle anderen digitalen Werte von der Entscheidung betroffen.

Transaktionen, die von selbstverwalteten Wallets angestoßen werden, bleiben aber weiterhin erlaubt. Dies dürfte daran liegen, dass sie sich ohnehin nicht kontrollieren oder verbieten lassen. Dies ist in den vergangenen 5 Jahren nicht das erste Verbot, welches man erlässt, um eine Fortsetzung der Kapitalflucht in Bitcoin zu verhindern.

Denn Argentinien ist schon sehr lange Zeit von einer Hyperinflation geplagt, welche nicht nur Bitcoin, sondern auch Devisen besonders attraktiv macht.

Bitcoin als Alternative verhindern

Der Vorteil von Bitcoin gegenüber dem Dollar liegt in seiner hohen Verfügbarkeit begründet. Auch ist es wesentlich schwieriger, Dollar über die Landesgrenzen hinaus zu verschicken. Hier können höchstens Stablecoins punkten, wenn man denn auf das Äquivalent eines tokenisierten US-Dollar vertrauen möchte.

Mit dem jüngsten Verbot wird deutlich, dass die Zentralbank den Kapitalverkehr immer stärker kontrollieren will. Sie dürfte allerdings besser beraten sein, die Inflation einzudämmen, denn andernfalls ist absehbar, dass sich lediglich der Schwarzmarkt über Zuwachs freuen wird.

Dieser hat schon lange Jahre Hochkonjunktur und wer dort Dollar erwerben will, zahlt mitunter den doppelten Preis. Der Umstand unterstreicht, wie machtlos die argentinische Zentralbank ist. Eigentlich ist der Erwerb auf 200 US-Dollar monatlich pro Kopf gedeckelt. Allerdings bewirkte dieses Gesetz das genau Gegenteil und die Flucht in den Dollar wurde immer attraktiver und teurer. Es ist daher absehbar, dass Politik und Behörden mit jedem Verbot ein Eigentor schießen. Mit einem Bitcoin- und Krypto-Verbot wird sich die desolate Lage jedenfalls nicht beheben lassen.

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