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Regulierung

Japan stuft Krypto als Finanzanlage ein und öffnet die Tür für Spot-ETFs

Japan
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Japan bringt Kryptowährungen unter dasselbe Gesetz wie Aktien und Anleihen. Der zuständige Ausschuss des Oberhauses hat den Gesetzentwurf gebilligt, womit die Einstufung als Finanzanlage nur noch eine Abstimmung von der endgültigen Verabschiedung entfernt ist. Für den japanischen Markt wäre das die größte Regulierungsreform seit dem Kollaps von Mt. Gox.

Die japanische Finanzaufsicht FSA verfolgt seit Monaten ein klares Ziel, nämlich Krypto vom Zahlungsmittel zur regulierten Kapitalanlage zu machen. Am 15. Juli 2026 hat der Finanzausschuss des Oberhauses den entsprechenden Gesetzentwurf gebilligt. Er verschiebt die Regulierung digitaler Assets aus dem Payment Services Act in das Financial Instruments and Exchange Act, kurz FIEA, also in genau das Regelwerk, das auch Wertpapiere ordnet. Das Kabinett hatte die Vorlage bereits im April auf den Weg gebracht, das Unterhaus stimmte am 11. Juni zu. Was jetzt noch fehlt, ist die finale Abstimmung im Plenum des Oberhauses. Wegen der Mehrheit der Regierungskoalition gilt die Zustimmung als wahrscheinlich, ein Termin steht aber noch nicht fest.

Was die Einstufung als Finanzanlage konkret bedeutet

Bisher galt Krypto in Japan vor allem als Zahlungsmittel unter dem Payment Services Act, einem Rahmenwerk aus der Zeit nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox. Mit der Reform wandern Bitcoin, Ethereum, XRP und die übrigen zugelassenen Token in das FIEA und gelten dort als eigene Kategorie von Finanzinstrumenten, getrennt von klassischen Wertpapieren. Aus dem lockereren Verbraucherschutzregime wird damit ein Regelwerk im Stil des Wertpapierhandels mit Offenlegungspflichten, Verhaltensregeln und Marktaufsicht.

Insiderhandel mit Krypto wird erstmals strafbar

Zum ersten Mal fällt Krypto unter ein ausdrückliches Insiderhandelsverbot. Wer über nicht öffentliche Informationen verfügt, etwa Kenntnis von geplanten Listings, Delistings oder gravierenden Sicherheitsvorfällen, darf dieses Wissen nicht mehr zum eigenen Vorteil nutzen. Betroffen sind Emittenten, Börsenbetreiber und alle, die Zugang zu kursrelevanten Informationen haben. Bis dahin gab es dafür keine gesetzliche Grundlage, sondern nur die Selbstregulierung der Handelsplätze.

Härtere Strafen und Pflichten auf Wertpapierniveau

Der unregistrierte Betrieb einer Krypto-Plattform wird deutlich teurer. Die Höchststrafe steigt von drei auf zehn Jahre Haft, die maximale Geldstrafe von drei auf zehn Millionen Yen. Emittenten sogenannter spezifizierter Krypto-Assets müssen künftig laufend und jährlich offenlegen. Börsen brauchen interne Kontrollsysteme auf dem Niveau von Wertpapierhäusern, dazu zählen die getrennte Verwahrung von Kundengeldern, überwachte Orderbücher und regelmäßige Prüfungen. Für die rund 105 in Japan zugelassenen Token entstehen detaillierte Offenlegungspflichten zu Technologie, Emittent und Risikoprofil.

Der Weg zu Spot-ETFs in Japan

Der eigentliche Hebel liegt in den ETFs. Erst die Einstufung als Finanzanlage schafft die rechtliche Grundlage, auf der lizenzierte Anbieter Spot-Krypto-ETFs auflegen können, eine Produktkategorie, die es in Japan bislang nicht gibt. Vertreter der Tokioter Börse haben signalisiert, dass erste Listings ab 2027 möglich sein könnten, realistisch eher gegen Ende 2027 oder 2028. Große Häuser wie SBI Securities und Rakuten Securities haben bereits angekündigt, entsprechende Krypto-Investmentfonds anbieten zu wollen, sobald die Aufsicht die Detailregeln finalisiert.

Wichtig für die Einordnung ist, dass die viel beachtete Senkung des Spitzensteuersatzes nicht im FIEA-Gesetz selbst steckt. Sie ist Teil einer separaten Steuervorlage im Rahmen der Steuerreform 2026 und soll den bisher bis zu 55 Prozent hohen Satz auf Kryptogewinne durch einen pauschalen Satz von 20 Prozent ersetzen, angeglichen an die Besteuerung von Aktien. Als Startpunkt ist 2028 vorgesehen. Beide Stränge werden in der Berichterstattung häufig vermischt, laufen aber auf unterschiedlichen Zeitachsen. Die Neueinstufung soll etwa ein Jahr nach Verabschiedung greifen und damit im Geschäftsjahr 2027, die Steuerentlastung folgt später.

Die Reform trifft auf einen Markt mit über 13 Millionen Krypto-Konten und Einlagen von rund fünf Billionen Yen laut FSA-Erhebung 2025. Damit baut Japan gezielt die Infrastruktur für institutionelles Kapital, während andere große Volkswirtschaften zögern oder bremsen. In den USA steckt der CLARITY Act im Senat fest, blockiert unter anderem an Fragen zu Ethikregeln und Stablecoin-Erträgen. Indien hält an 30 Prozent Steuer plus einer Transaktionsabgabe von einem Prozent fest, und die Zentralbank empfiehlt weiterhin keine rechtliche Anerkennung von Krypto. Zwei der größten Volkswirtschaften Asiens bewegen sich also in entgegengesetzte Richtungen.

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