Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy) hat im Zeitraum vom 2. bis 8. März 2026 weitere 17.994 Bitcoin erworben. Das geht aus einem aktuellen Form‑8‑K‑Report hervor, den das Unternehmen am 9. März bei der SEC eingereicht hat. Der Zukauf erfolgte zu einem durchschnittlichen Preis von 70.946 US‑Dollar pro BTC und schlug insgesamt mit 1,28 Milliarden US‑Dollar zu Buche.
Die Bitcoin-Gesamtbestände des Unternehmens steigen damit auf 738.731 BTC, die kumuliert zu 56,04 Milliarden US‑Dollar eingekauft wurden. Der durchschnittliche Gesamteinstand liegt nun bei 75.862 US‑Dollar pro Bitcoin, ebenfalls inklusive Gebühren und Kosten.
Finanziert wurde der jüngste Kauf vollständig durch das laufende At‑the‑Market‑Aktienprogramm. Allein in der betreffenden Woche verkaufte Strategy 6.327.541 neue MSTR‑Aktien und erzielte dadurch 899,5 Millionen US‑Dollar Nettoproceeds. Zudem wurden 3,78 Millionen STRC‑Preferred‑Shares platziert, die weitere 377,1 Millionen US‑Dollar einbrachten.
Warum der Kauf ein Signal ist – und welche Risiken Strategy eingeht
Der erneute Großkauf ordnet sich nahtlos in Strategy’s bekannte Bitcoin‑First‑Strategie ein, bekommt jedoch durch den Zeitpunkt zusätzliche Bedeutung. Während sich der Bitcoin‑Markt in einem volatilen Umfeld bewegt, demonstriert Strategy mit einem Kaufvolumen von über einer Milliarde US‑Dollar erneut ungebremstes Vertrauen in den langfristigen Wert von Bitcoin. Für den Markt bedeutet das ein klares Signal: Das Unternehmen sieht Preisniveaus um 71.000 US‑Dollar weiterhin als attraktiv genug, um aggressiv aufzustocken.
Interessant ist auch die Quelle des Kapitals. Strategy nimmt für die Bitcoin‑Käufe keine neuen Schulden auf, sondern finanziert sich nahezu vollständig durch Eigenkapitalemissionen. Das ATM‑Programm wurde zudem am 9. März erweitert, sodass mehrere Agenten auch außerhalb der regulären Handelszeiten parallel Aktien verkaufen dürfen – ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen seine Kapitalaufnahme weiter beschleunigen möchte.
Diese Form der Finanzierung birgt zwei gegenläufige Effekte. Einerseits entfällt das Risiko steigender Zinslasten, wie sie bei klassischer Fremdfinanzierung auftreten würden. Strategy muss somit keine künftigen Cashflows verpfänden und erhält Flexibilität, da Aktienemissionen bei Bedarf skalierbar sind. Durch die Konzentration auf Eigenkapital bleibt das Unternehmen außerdem weitgehend unabhängig von Kreditmärkten, Ratingagenturen und Zinszyklen.
Andererseits steigt mit jeder neuen Emission die Verwässerung für bestehende Aktionäre. Der wirtschaftliche Hebel, der früher durch stark fremdfinanzierte Bitcoin-Käufe erzielt wurde, ist bei Equity‑Finanzierung niedriger. Die strategische Wette des Unternehmens verlagert sich damit stärker auf die Annahme, dass der Bitcoin‑Kurs langfristig über dem durchschnittlichen Einstand liegen wird und so das Dilution‑Risiko überkompensiert.
Auch aus Bilanzperspektive verändert sich das Risikoprofil. Mehr Eigenkapital bedeutet zwar eine robustere Bilanz, aber die starke Konzentration der Vermögenswerte auf Bitcoin macht Strategy weiterhin empfindlich gegenüber Kurseinbrüchen. Ein signifikanter Rückgang des BTC‑Preises würde den Buchwert des Unternehmens direkt treffen und könnte die Bereitschaft der Kapitalmärkte reduzieren, weitere Equity‑Mittel aufzunehmen. Gleichzeitig erlaubt das ATM‑Modell eine sehr schnelle Anpassung der Kapitalaufnahme an Marktphasen, was das Risiko kurzfristig besser beherrschbar macht.
In Summe verschiebt Strategy sein Risiko also weg von Zins- und Liquiditätsrisiken hin zu einem reinen Marktpreisrisiko, das vollständig an Bitcoin gekoppelt ist. Beherrschbarer wird dieses Risiko nur unter der Voraussetzung, dass der Bitcoin‑Preis über längere Zeit moderat oder stark steigt. Für Aktionäre bleibt die Situation eine Hochrisikowette – für Bitcoin hingegen ist ein derart hochvolumiger Daueraufkäufer zweifellos ein bedeutendes Marktzeichen.

