Recht

FTX: Sam Bankman-Fried zu 25 Jahren Haft verurteilt

Sam Bankman-Fried
Sam Bankman-Fried bei der Präsentation des Saga in New York | Bildquelle: Solana Labs

  • Soeben wurde durch das Gericht das Strafmaß für den FTX-Gründer verkündet.
  • Bankman-Fried und seine Anwälte hielten ein langes Plädoyer und betonten, dass eine finanzielle Entschädigung für Betroffenen möglich sei.
  • Prozessbeobachter und Staatsanwaltschaft monierten, dass SBF scheinbar nicht bereit ist, für sein Handeln adäquat die Verantwortung zu übernehmen.

Sam Bankman-Fried ist vor wenigen Minuten in den USA zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. In den Schlussplädoyers betonten Bankman-Fried und seine Anwälte großes Bedauern über den Zusammenbruch der Kryptobörse FTX und dem Investmentunternehmen Alameda Research. Dabei hatten seine Worte den Anklang, dass er in erster Linie das Scheitern eines noch zu rettenden Geschäfts bedauern würde.

Ganz andere Worte fand hingegen der Staatsanwalt. Wenigstens drei Personen begangen nach der FTX-Pleite Suizid. In anderen Fällen mussten ältere Menschen wieder ihre Arbeit antreten, weil ihre Rentenersparnisse verloren waren. Es waren also die persönlichen Schicksale, welche die Anklage zusammen mit den Insolvenzen diverser Unternehmen hervorhob, für deren Scheitern Bankman-Fried direkt verantwortlich war. Schlussendlich wurde durch die Anklage eine Haftstrafe zwischen 40 und 50 Jahren gefordert, weil davon auszugehen sei, dass Bankman-Fried in Zukunft genauso handeln würde, wenn er die Gelegenheit dazu bekäme.

Das Gericht schloss sich dieser Einschätzung zur Überraschung der meisten Prozessbeobachter jedoch nicht an.

Gericht rechnet mit Bankman-Fried ab

Das Gericht beschrieb Bankman-Fried als einen erfolgreichen und hochintelligenten Autisten, der im Umgang mit anderen Menschen immer wieder Schwächen offenbart und keinerlei Risiken scheut. Allerdings habe er eine hervorragende Bildung genossen, sei sehr ambitioniert und sich seiner Talente voll bewusst. So habe er großen Einfluss auf die US-Politik genommen und dafür gesorgt, dass die Spur seines Wirkens niemals direkt zu ihm zurückführte.

Sam Bankman-Fried habe also zu jedem Zeitpunkt gewusst, was er alles aufs Spiel setzte und war sich im Klaren darüber, dass er die Kundengelder für politische Spenden, Investments und Immobilienkäufe missbrauchte. Bei dieser Einschätzung stützte sich das Gericht insbesondere auf die Aussagen von Caroline Ellison, die als ehemalige Weggefährtin, Geliebte und Managerin vollumfänglich gegen SBF ausgesagt hatte.

Trotz dieser harschen Worte durch den Richter kommt SBF glimpflich davon, denn theoretisch hätte das Gericht über 100 Jahre Haftstrafe verhängen können. Im Netz stieß das Urteil weitestgehend auf Unverständnis und wird als zu milde wahrgenommen. Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass Sam Bankman-Fried einen Großteil seines Lebens hinter Gittern verbringen wird.

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