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FTX-Skandal: Ex-CEO will nicht vor dem US-Kongress aussagen

Sam Bankman-Fried
Sam Bankman-Fried bei der Präsentation des Saga in New York | Bildquelle: Solana Labs

  • Bisher weigert sich Ex-CEO Sam Bankman-Fried vor dem Kongress auszusagen.
  • Auch dem ranghöchsten Mitglied des Finanzdienstleistungsausschusses sagte er ab.
  • Die BitMEX-Vizepräsidentin Genia Mikhalchenko fordert derweil die Auslieferung von SBF.

Nach der Pleite der Handelsplattform FTX war allen Beteiligten klar, dass die Aufarbeitung lange und schwierig werden würde. Doch bisher drückt sich die Person mit den meisten Informationen zum Untergang des Firmenkonstruktes davor, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Die Rede ist von Sam Bankman-Fried, der am 13. Dezember vor dem Kongress zur Pleite der Handelsplattform aussagen soll. Die demokratische Kongressabgeordnete Maxine Waters, welche das ranghöchste Mitglied des Finanzdienstleistungsausschusses im Kongress ist, kehrte sogar extra auf die Social-Media-Plattform Twitter zurück, um den gescheiterten CEO von einer Reise in die USA zu überzeugen.

Bankman-Fried erteilt indirekte Absage

Doch wenig überraschend sagte der FTX-Gründer trotz mehrmaliger Aufforderungen der Kongressabgeordneten indirekt ab. Er schrieb:

„Sobald ich fertig bin, zu lernen und zu überprüfen, was passiert ist, würde ich es für meine Pflicht halten, vor dem Ausschuss zu erscheinen und es zu erklären. Ich bin mir nicht sicher, ob das bis zum 13. passieren wird. Aber wenn es so weit ist, werde ich aussagen.“ 

Sam Bankman-Fried via Twitter, frei übersetzt

Doch tatsächlich hatte Bankman-Fried seit der Pleite bereits eine Vielzahl von Interviews gegeben, was von vielen Beobachtern der Situation kritisiert wurde. Da die Aufforderung von Maxine Waters allerdings keine rechtskräftige Ladung oder dergleichen darstellt, ist dieser Versuch wohl ins Leere gelaufen.

Stimmen nach Auslieferung werden laut

Doch als Reaktion auch den Twitter-Thread wurden noch andere bekannte Stimmen aus dem Krypto-Space laut. So äußerte sich unter anderem BitMEX-Vizepräsidentin Genia Mikhalchenko deutlich weniger diplomatisch. Sie schrieb:

“Frau Waters, bei allem Respekt – hören wir auf, mit dem unvermeidlichen Ergebnis zu flirten, und lassen wir den Mist. Beginnen Sie mit dem Auslieferungsverfahren, um ihn zurück auf US-Boden zu bringen, wo er wegen seines groben und betrügerischen Fehlverhaltens vor Gericht gestellt und angemessen verurteilt werden kann. Senden Sie eine Vorladung”

Genia Mikhalchenko via Twitter, frei übersetzt

Ob Bankman-Fried allerdings wirklich eine Auslieferung droht, ist bisher noch nicht abzusehen. Allerdings dürfte sein Verhalten dazu Beitragen, dass es noch einige Zeit in Anspruch nimmt, bis wirkliche Klarheit über die Vorgänge und den Untergang bei FTX herrscht.

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