Staking

Ethereum Staking mit Lido – Zusätzliche Rendite lockt


Ethereum Staking ist eine interessante Möglichkeit, um zusätzliche Einnahmen zu generieren, während man Ether hält. Mit dem Startschuss im Dezember 2020 für die Beacon Chain begann Ethereum seinen Transfer von Proof-of-Work in Richtung Proof-of-Stake. Bei Ethereum 2.0 und der Beacon Chain handelt es sich um eine Blockchain, die erst mit der aktuellen Blockchain von ETH zusammengeführt werden muss. Daher sind beide Blockchains voneinander apart, was eine besondere Situation für die Anleger schafft.

Um innerhalb der neuen Blockchain am Staking teilzunehmen benötigt man 32 ETH sowie das Wissen und die Ressourcen um einen Validator zu betreiben. Dabei handelt es sich um einen besondere Netzwerkknoten der zusammen mit anderen Validatoren die Transaktionen auf der ETH2-Blockchain verifiziert.

Allerdings ist es für Kleinanleger nicht ohne Weiteres möglich, einen eigenen Validator zu betreiben, weil 32 ETH im Wert von rund 60.000 US-Dollar eine Hürde zum Zugang schaffen. Die Lösung für dieses Problem sind sogenannte Staking Pools. Sie bündeln die Einlagen möglichst vieler Anleger und beteiligen sie an den Staking Rewards. Im Gegenzug kassieren die Staking Pools dafür eine Gebühr für ihren Aufwand.

Lido Finance ist ein Staking Pool für Ethereum 2.0, der es ermöglicht am Staking teilzunehmen noch bevor der Wechsel zu ETH2 endgültig erfolgt. Wir haben uns angeschaut, wie Lido funktioniert und welche Optionen dieses DeFi-Produkt zu bieten hat.

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Bitte beachten Sie außerdem, dass die Angaben zu den Renditen ohne Gewähr sind, weil sie bedingt durch das jeweilige Netzwerk auch schwanken können.


Schnellübersicht zu Lido

Ethereum Staking Lido Finance

Vorteile

Rendite von 5,5 % p. a. vergleichbar mit anderen Staking Pools.
Verwahrung bzw. Staking im eigenen Wallet.
stETH kann jederzeit wieder abgezogen und verkauft werden.
Liquidität bleibt mit stETH erhalten.
Zusätzliche Renditen durch Nutzung weiterer DeFi-Produkte möglich.

Nachteile

Zusätzliche Risiken u. a. durch Smart Contract.
Kein deutschsprachiger Support.

Was ist Lido Finance?

Ethereum 2.0 ist bereits gestartet, aber noch nicht vollständig fertiggestellt. Daher können ETH2 und ETH nicht einfach miteinander getauscht werden. Lido Finance ist nicht nur ein Staking Pool, sondern ein DeFi-Protokoll, welches dieses Problem löst indem Anleger für eingezahltes ETH im Gegenzug „Staked Ether“ (stETH) erhalten. Das Konzept hinter Lido wird auch „Liquid Staking“ genannt.

Bei stETH handelt es sich um einen Token, der im Verhältnis von 1:1 den Wert der ETH-Token repräsentiert, die sich bei Lido im Staking befinden. Wer stETH in seinem Wallet hält, der wird an den Staking Rewards von Lido beteiligt. Sobald man seine Belohnung auszahlen will, kann man auf einer dezentralen Börse wie beispielsweise Uniswap stETH wieder gegen Ethereum, USDC oder jeden anderen Token umtauschen und dann auch an einer entsprechenden Börse gegen Euros verkaufen. Auf diesem Weg kann man sich also am Ethereum Staking beteiligen, bleibt aber jederzeit liquide.

Würde man 32 Ether haben und selber einen Validator starten, dann müsste man geduldig warten, bis ETH und ETH2 verschmelzen. Vorher könnte man nichts mit ETH2 anfangen und dementsprechend auch nichts mit den Staking Rewards. Daher besitzt dieser Aspekt von Lido auch für vermögende Anleger eine gewisse Attraktivität.

Wie viel kann man mit Ethereum Staking verdienen?

Die Höhe des Rewards hängt von der absoluten Anzahl an Validatoren ab, die aktiv sind. Je mehr Netzwerkteilnehmer sich am Staking beteiligen, desto geringer ist die Belohnung. Im Fall von Ethereum erhält man einen Reward bzw. eine Rendite von 5,5 % pro Jahr (Stand 20.07.2021).

Lido verlangt im Gegenzug eine Gebühr von 10 % der erhaltenen Rewards, die automatisch durch die Lido DAO einbehalten wird. Mit diesen Verdienstaussichten rangiert man ungefähr im gleichen Bereich wie andere Kryptowährungen, die ebenfalls auf Proof-of-Stake setzen. Darunter Algorand, Solana oder Tezos.

Ein positiver Aspekt von Lido sind jedoch die zusätzlichen Möglichkeiten, die Rendite noch weiter zu erhöhen, indem man weitere DeFi-Produkte kombiniert.

Wie kann ich mit stETH zusätzliche Rendite verdienen?

Der stETH Token lässt sich mit verschiedenen DeFi-Produkten nutzen. Die Vision ist, dass stETH eine ähnlich hohe Akzeptanz und Liquidität am Markt besitzt wie ETH. Das ist mittlerweile auch annähernd gelungen, denn bei Lido Finance handelt es sich um eines der größten DeFi-Protokolle seiner Art. Der TVL von Lido beträgt rund 1,1 Milliarde US-Dollar (Stand 20.07.2021).

Nutzen kann man stETH mit verschiedenen DeFi-Produkten, darunter auch einige Liquiditätspools und es besteht also die Möglichkeit zum Yield Farming. Ein Beispiel hierfür ist Curve. Angenommen, man plant dauerhaft 2 ETH zu halten, dann könnte man beispielsweise 1 ETH in stETH wandeln und Staking betreiben und gleichzeitig mit Curve kombinieren.

Steckt man 1 stETH und 1 ETH in den entsprechenden Pool (der Anteil muss 50/50 sein), dann erhält man zusätzliche 3,11 % Rendite pro Jahr. Der Vorteil besteht also in dem Beispiel darin, dass man im übertragenen Sinne die ganze Zeit über eine verzinste Position in Ethereum hält und das Risiko eines drastischen Rebalancing zwischen den beiden Token minimiert.

Aber stETH ist auch noch mit anderen Protokollen kombinierbar:

  • Aave
  • MakerDAO
  • Harvest Finance
  • Yearn Finance 
  • ARCx

Damit muss man also nicht auf DeFi verzichten. Man kann eine breite Palette von Produkten nutzen, teilweise sehr hohe Renditen erzielen und gleichzeitig staken.

Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich mit Lido stake?

Anders als bei anderen Kryptowährungen delegiert man bei Lido nicht seine Einlagen, sondern man sendet sie an einen Smart Contract. Das liegt wie bereits geschildert daran, dass ETH2 vollkommen apart von ETH stattfindet. Durch diese Konstellation entstehen eine Reihe von Risiken, denen man beim staken sonst nicht ausgesetzt ist.

  • Risiken durch den Smart Contract: Durch eine Lücke und einen entsprechenden Exploit können Verluste entstehen. Lido ist Open-Source und wird auditiert. Zusätzlich soll ein Bug-Bounty-Programm dieses Risiko minimieren.
  • Schwachstellen in Ethereum 2.0: Da Lido auf der noch in Entwicklung befindlichen Technologie von Ethereum 2.0 basiert, können hier zusätzlich Sicherheitslücken und Fehler entstehen.
  • Akzeptanz von ETH2: Bisher ist Ethereum 2.0 nicht vollständig fertiggestellt und es könnte passieren, dass die neue Blockchain nicht genügend Zuspruch findet. Das könnte sich negativ auf den Wert von stETH auswirken.
  • Risiko durch die DAO: Lido ist in Form einer DAO organisiert und der Zugriff ist auf mehrere Personen verteilt, so dass ein bestimmter Schwellwert an Signaturen benötigt wird, um auf die Einlagen zuzugreifen. Gehen die entsprechenden Schlüssel verloren oder verschwören sich die Inhaber der Schlüssel gegen die Anleger, dann können Verluste entstehen.
  • Slashing: Ethereum 2.0 hat einen Mechanismus, der Validatoren bestraft, wenn sie unfair handeln. Dadurch können Verluste entstehen.
  • Preisrisiko von stETH: Der Kurs von stETH kann effektiv unterhalb seines inhärenten Wertes liegen.

Ein Teil der Risiken ist bereits durch verschiedene Maßnahmen reduziert worden, kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Staking Anleitung zu Lido

Um mit Lido zu staken, benötigt man ein eigenes Wallet auf das man vollen Zugriff hat. Hier hat sich MetaMask bewährt, um direkt mit der Website zu interagieren.

  • Besuchen Sie die Website von Lido, klicken Sie dazu hier*.
  • Klicken Sie auf den blauen Button mit der Aufschrift „Connect Wallet“.
  • Geben Sie das Passwort für ihr Wallet ein, um es zu entsperren.
  • Tragen Sie nun die gewünschte Menge Ethereum im Feld „Amount“ ein.
  • Bestätigen Sie ihre Auswahl mit einem Klick auf „Submit“.
  • Bestätigen Sie nun die Transaktion in ihrem Wallet.
Die Menüführung ist sehr übersichtlich und weitestgehend selbsterklärend.

Nachdem der Transfer auf der Blockchain bestätigt wurde, erhalten Sie automatisch die vereinbarte Summe stETH auf ihr Wallet. Bitte beachten Sie, dass bei dem Vorgang Netzwerkgebühren in unterschiedlicher Höhe entstehen können. Diese hängen von der aktuellen Auslastung ab.

FAQ zu Lido

Wie hoch sind die Gebühren bei Lido?

Die Gebühr beträgt 10 % und wird automatisch von der DAO einbehalten. Von den Einnahmen werden die u. a. die Auslagen gegenfinanziert, um die Validatoren zu betreiben.

Wie kann ich das Staken wieder beenden?

Die eingezahlten ETH lassen sich nicht wieder aus dem Smart Contract der Beacon Chain herauslösen. Aber man kann stETH einfach gegen Ethereum am offenen Markt verkaufen. Der Wert zu Ethereum steht nahezu im Verhältnis von 1:1. Er kann aber schwanken.

Wie erhalte ich meine Auszahlungen?

Um mit Lido zu staken, benötigt man ein eigenes Ethereum Wallet auf das man vollen Zugriff hat. Die Staking Rewards werden dann automatisch in stETH an das Wallet überwiesen.

Kann ich mir aussuchen, welcher Validator verwendet wird?

Nein, man kann den Validator nicht selber wählen. Allerdings hat Lido hohe Ansprüche bei der Wahl möglicher Partner, denn man versucht das Risiko des Slashings damit zu minimieren.

Wann kann ich ETH2 genauso verwenden wie ETH?

Es ist geplant aus der Beacon Chain die eigentliche Ethereum-Blockchain zu machen, welche auf Proof-of-Stake setzt. Die aktuelle Chain, die noch Proof-of-Work verwendet, soll ein eigenes Shard werden und auf diesem Weg an die neue Blockchain andocken. Bis dieser Schritt erfolgt können allerdings noch Jahre ins Land gehen.

Wie erhalte ich Support, wenn ich Fragen habe?

Lido verfügt über ein Team von renommierten Entwicklern, die hervorragend in der DeFi-Community vernetzt sind. Man kann seine Fragen direkt in den Community-Chat in Telegram stellen und erhält dort sehr schnell Hilfe durch die Community oder die Entwickler. Außerdem gibt es noch weitere Social-Media-Kanäle, die man kontaktieren kann und ein Help Center auf der Website.

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