Ethereum

Ethereum mit veränderter Gebührenstruktur: EIP-1559 kommt

Ethereum Hard Fork
© Michaela Richter, Bitcoin Kurier

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Gestern wurde beschlossen, dass EIP-1559 ein Teil des im Juli 2021 erwarteten London Hard Fork wird.
  • Damit soll sich die Gebührenstruktur von Ethereum grundlegenden verändern.
  • EIP-1559 stieß bei der Mining-Industrie auf wenig Gegenliebe.

Das „Ethereum Improvement Proposal 1559“ ist beschlossene Sache und wird Teil der im Sommer erwarteten London Hard Fork. Der Verbesserungsvorschlag ist wohl einer der umstrittensten, den die Ethereum-Entwickler in letzter Zeit diskutieren mussten.

Denn EIP-1559 greift den Minern bei den Gebühren in die Tasche. Aktuell legen Nutzer des Ethereum-Netzwerks Gebühren für ihre Transaktionen fest, die dann unmittelbar einen Anreiz für die Miner bilden, diese Transaktionen zu verarbeiten. In Folge dessen zahlt man extrem hohen Gebühren, weil die steigende Nachfrage nach DeFi-Produkten ihre Wirkung als Preistreiber entfaltet.

Die veränderte Gebührenstruktur wird diese Problematik aber wohl nicht entschärfen, weil die Nutzer immer noch um den begrenzten Platz pro Block konkurrieren. Hier will man auf Second-Layer-Technologien setzen, um Verbesserungen zu erzielen. Einzig positiver Effekt ist eine verbesserte Schätzung, wie hoch eine angemessene Gebühr ist. Damit sollen wenigstens Überzahlungen durch die Nutzer eingedämmt werden, indem diese nicht mehr Preisschwankungen erraten müssen. Stattdessen legen sie einen Höchstpreis fest, den sie bereit sind zu bezahlen.   

Ether wird verbrannt

Aktuell gehen die Gebühren an die Miner. Sobald der Vorschlag umgesetzt wird, dann gehen die Gebühren allgemein an das Netzwerk und die Miner erhalten ein Trinkgeld. Diese allgemeine Netzwerkgebühr – die sogenannte „base fee“ – wird effektiv verbrannt und damit wird mit jeder Transaktion Ether vom Markt genommen.

Der Verbesserungsvorschlag stieß dementsprechend auf großen Widerstand durch die Mining-Industrie. Im Fall von Flexpool versuchte man sogar mobil zu machen, um eine breite Opposition gegen EIP-1559 zu bilden. Jetzt ist der Vorschlag aber Teil der London Hard Fork und es wird erwartet, dass es keinen Widerstand geben wird.

Denn das würde bedeuten, aktiv gegen das Netzwerk vorgehen zu müssen. Es gilt zu erwarten, dass es keinen Anreiz gibt, der ein solches Vorgehen rechtfertigen würde. Am Ende wird EIP-1559 also große Veränderungen bringen. Bis DeFi allerdings zu wirklich erschwinglichen Preisen für jedermann möglich ist, dürfte es noch eine ganze Weile dauern.

Ähnliche Beiträge

Ethereum: Gaspreise sinken – Kurs ringt mit 2.200 US-Dollar

Robert Steinadler

Marktanalyse: Ethereum-Kurs durchbricht 2.000 US-Dollar

Robert Steinadler

Ethereum im Höhenflug: Ether-Kurs über 1.500 US-Dollar

Robert Steinadler