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Ethereum Classic: Kurs profitiert vom anstehenden Merge

Tunnel in einer Mine
Bildquelle: Dariusz Sankowski, pixabay.com

  • Ethereum will den Übergang zu Proof of Stake im September einläuten.
  • Damit werden viele Miner „heimatlos“ und müssen sich nach einer Alternative umsehen.
  • Die Datenlage verrät, dass Ethereum Classic (ETC) bereits Zuwachs bekommen hat.

Ethereum möchte mit dem Merge endgültig auf Proof of Stake umschwenken und damit die jahrelange Arbeit krönen. Zuletzt musste der Startschuss aber verschoben werden und der nun bekannt gewordene Termin im September ist ebenfalls nicht bindend. Damit könnte es noch eine weitere Verzögerung geben, wenn sich Hinderungsgründe während der letzten Tests finden ließen.

Der Markt scheint den Merge bereits eingepreist zu haben, denn Ethereum konnte sogar besser performen als Bitcoin, was die Charts in der Paarung BTC/ETH eindrucksvoll dokumentieren. Nachdem der Markt jedoch in dieser Woche wieder abgekühlt ist, bleibt abzuwarten, was die eigentliche Vollzugsmeldung im September bewirken kann, wenn sie denn erfolgt.

Die Änderung hat jedoch auch noch ganz andere Auswirkungen und zwar auf die Miner. Denn Ethereum lässt sich neben professioneller Ausrüstung auch mit handelsüblichen Grafikkarten schürfen. Wenn die sogenannte „Difficulty Bomb“ jedoch hochgeht, dann werden die Miner schlagartig aus dem Netzwerk verdrängt und können nicht mehr auf eine angemessene Belohnung hoffen.

Antpool will Entwicklung fördern

Ethereum Classic (ETC) fand seine Geburtsstunde nach dem sogenannte DAO-Hack. Dabei ging eine derart hohe Summe ETH verloren, dass man sich kurzerhand entschloss, das Ethereum-Netzwerk auf den Zustand vor dem Hack zurückzusetzen. Ein Teil der Community fand das nicht sonderlich attraktiv und nutzte die Gelegenheit zur Fork.

Ethereum Classic wird den Wechsel zu Proof of Work nicht mitmachen und wird somit zum logischen Ziel für die Miner, welche um ihre Erträge fürchten müssen und mit ihrem Equipment ausschließlich Altcoins bedienen können. Da der Unterschied zwischen ETH und ETC im jetzigen Zustand aus Sicht der Miner nur marginal ist, braucht es also keine große Umstellung.

Die Hashrate im Ethereum-Classic-Netzwerk ist bereits in den letzten 30 Tagen gestiegen. Dass Hoch vom Mai 2021 hat man jedoch noch lange nicht erreicht. Sollte es sich bewahrheiten, dass Miner auf ETC umschwenken, dann dürfte sich der Trend ganz klar bei der Hashrate abzeichnen und entsprechende Signale liefern. Die Tatsache, dass Antpool als einer der größten Mining-Pools angekündigt hat, 10 Millionen US-Dollar in Projekte die auf Ethereum Classic basieren zu investieren, dürfte ebenfalls eine Rolle für die positive Kursentwicklung gespielt haben.

Steht die Kursexplosion bevor?

Aus technischer Sicht wäre es für eine bullishe Entwicklung von ETC entscheidend, dass man einen Kurs von 38 US-Dollar erreichen und überschreiten kann. Denn hier fand historisch häufiger ein Wechsel zwischen Unterstützung und Widerstand statt.

Es ist noch ein weiter Weg bis dorthin, aber um einen Bullrun während einer Rezession zu erleben, wäre dieses Level wichtig. Andernfalls könnte dort der Kollaps drohen, bevor überhaupt an die Marke von 50 US-Dollar zu denken ist. Sollte sich bestätigen, dass die Miner einen Exodus in Richtung ETC starten, dann wäre dieses Kursziel durchaus mittelfristig denkbar.

Bis dahin sollte man sich aber vorsehen, denn es bleibt abzuwarten, wie der Kryptomarkt ganz allgemein auf das heutige FOMC-Meeting und weitere Daten aus der US-Wirtschaft reagieren wird. Es wäre nämlich eine große Überraschung, wenn sich ausgerechnet Ethereum Classic entziehen kann, wenn größere Kräfte am Werk sind.

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