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Dove Wallet kündigt Partnerschaft mit Chainalysis an – Überwachung nimmt durch Regulierung zu

Coinbase Secret Service

Lesedauer für den Artikel: 3 Minuten

Dove Wallet wird zukünftig eng mit Chanalysis zusammenarbeiten und deren Kapazitäten zur Echtzeitanalyse von Blockchain-Transaktionen nutzen. Dies teilten beide Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Chainalysis entwickelt hauseigene Tools, die sowohl von Firmen, aber auch von Behörden eingesetzt werden. Darunter ein sogenanntes „Know Your Transaction“ (KYT) System und den „Chainalysis Reactor“, welcher Nutzer in die Lage versetzt einzelne Transaktionen Firmen oder Personen zuzuordnen.

Mit dem Einsatz der Systeme will Dove Wallet der zunehmenden Regulierung begegnen. Dove operiert in Südkorea und stellt seinen Kunden neben einem Wallet-Service auch die Option zum Handel mit Kryptowährungen zur Verfügung. Dabei setzt Dove auf den Krypto-zu-Krypto Handel, ein Tausch in Stablecoins oder koreanische Won ist ebenfalls möglich.

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Während Bitcoin und andere Kryptowährungen über Jahre hinweg als sicherer Hafen wahrgenommen wurden, wenn es um vertrauliche Transaktionen geht, zeigt sich nun das Haupt der Medusa.

Eine umfassende Analyse von Krypto-Transaktionen war im Prinzip schon immer möglich, doch erst mit der Arbeit von Firmen wie Chainalysis werden diese Bestrebungen fruchtbar. Das Unternehmen rühmt sich Kryptowährungen aus illegalen Quellen schnell identifizieren zu können und damit wird es grundsätzlich möglich nicht nur die Transaktion, sondern auch die Nutzer aus dem Verkehr zu ziehen, wenn die Überweisung auf eine überwachte Adresse erfolgt.

Dabei wird die gängige Rechtspraxis der Unschuldsvermutung drastisch auf den Kopf gestellt. Empfängt jemand Bitcoin aus fragwürdigen Quellen, dann muss er sich erklären. Bringen Kriminelle Bargeld aus Straftaten in den Umlauf, dann sieht man dem Geldschein nicht an, woher er stammt.

Niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, dass sich Kunden für ihr Wechselgeld aus dem Supermarkt rechtfertigen müssen. Bei Unternehmen, die den „Schutz“ von Blockchain-Analysen in Anspruch nehmen, ist ein solches Szenario aber analog sehr gut denkbar.

Nur Monero (XMR) schützt wirklich

Im Laufe der Geschichte von Bitcoin gab es verschiedene Bestrebungen diesem Problem zu begegnen. Dabei wird häufig übersehen, dass diese Transparenz kein Fehler, sondern ein Feature ist. Die Geldmenge und die Transaktionen sollen auditierbar sein, das trägt zur Sicherheit des Netzwerks bei.

Doch wie geht man als Gesellschaft damit um, wenn eine Verfolgung von Geldströmen jeden zum Ziel machen können? Noch dazu ohne selber strafbare Handlungen begangen zu haben. Die bisher einzige Möglichkeit stellt Monero dar, denn die Kryptowährung stellt sicher, dass Transaktionen und bestimmte XMR nicht zugeordnet werden können.

Bitcoin-Mixer und selbst sogenannte CoinJoins, wie sie beispielsweise von Wasabi durchgeführt werden, können auf Dauer nicht schützen. Denn die Analysesoftware stellte fest, dass es sich um eben solche Transaktionen handelt, die ihre Herkunft verschleiern und brandmarkt diese dann ebenfalls.

Industrie muss sich klar positionieren

Das Problem ist nicht die Regulierung, sondern der Umgang mit den neuen Regeln. Auf Dauer werden diese Methoden auch für Unternehmen zur Falle. Wenn gegenüber der Politik nicht kommuniziert wird, dass reguläre KYC-Verfahren und Verifizierungen von Bankkonten ausreichend sind, um Nutzer und Geldströme zu identifizieren, dann steuert man direkt in ein Abhängigkeitsverhältnis.

Wenn Blockchain-Analyse zum guten Standard werden sollte, dann werden die Unternehmen, die sie nicht integrieren können vom Markt verschwinden.