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Die Blockchance 2023: Impressionen, Stimmen, Zukunftstrends

Blockchance 2023
Bildquelle: © Bitcoin-Kurier

Vom 28. bis zum 30. Juni lud die Blockchance in Hamburg ein. Die Konferenz hat sich über die Jahre hinweg stark entwickelt. Ursprünglich startete man als Startup in einem eher bescheidenen Rahmen, doch davon war in diesem Jahr nichts mehr zu spüren. Im Congress Center Hamburg erstreckte sich die Blockchance über ganze 3 Etagen. Vorträge, Diskussionen, Startup Pitches und eine klassische Messeausstellung prägten das Bild. Das mentale und leibliche Wohl der Gäste verlor man ebenfalls nicht aus dem Blick und lud auch zu Meditation und Entspannung ein.


Banken und Web3? Das passt zusammen!

Dass Investmentfirmen und Banken nicht nur Bitcoin für sich entdeckt haben, ist unlängst bekannt. Lange Zeit waren es die privaten Blockchains, welche in den Fokus gerückt waren und es den Instituten ermöglichten gewisse Vorteile der Distributed-Ledger-Technologie zu genießen, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Doch die Zeiten ändern sich und Banken müssen ihre Prozesse und Geschäftsmodelle überdenken. Das finden auch Jennifer Balder und Stefan Grasmann vom Innovationsdienstleister Zühlke. Web3 und Banken schließen sich nicht etwa gegenseitig aus, sondern werden auf lange Sicht ein Teil voneinander werden.

Stefan Grasmann | Bildquelle: © Blockchance

Gerade bei den jungen Kunden verpassen die Banken aktuell große Chancen, meint Stefan Grasmann. Schließlich ist die sichere Verwahrung von digitalen Assets für sich alleine genommen bereits ein attraktiver Markt, wenn man bedenkt, dass junge Menschen verstärkt in Kryptos und NFTs investieren und diese dauerhaft halten.

Blockchain Gaming wird sich ändern

Eines der größten Probleme für Games, die Blockchain-Technologie nutzen, ist ihre einseitige Ausrichtung auf Tokenökonomie und Airdrops, wie Nicolas Herbert Wind treffend anzumerken hatte. Wind ist der Chefentwickler und CEO von Blue Kraken Online, einem Open-World-Game mit RPG-Elementen.

Es komme darauf an, das Spiel ins Zentrum zu stellen und nicht Airdrop-Jäger und Spekulanten zufriedenzustellen. Eine Tokenökonmie muss eine Ergänzung sein, denn Gamer wollen in erster Line ein Spiel zocken, welches sie begeistert und Spaß macht. Transfers von In-Game-Items als NFTs oder Play-to-Earn-Mechanismen müssen sich diesen Aspekten des Spiels unterordnen, meint Wind. Die eigene Tokenökonomie soll auf einer Stiftung aufbauen, die verhindern soll, dass der Token-Supply verwässert. Gleichzeitig soll dadurch sichergestellt werden, dass die Spieler immer über genügend Liquidität verfügen, wenn sie beispielsweise Items verkaufen möchten.

Ob sich dieser erfrischende Ansatz von Blue Kraken Online am Ende von der eher mäßig erfolgreichen Blockchain-Gaming-Szene abgrenzen kann, wird man ab August vielleicht besser abschätzen können. Auf der Blockchance präsentierte man bereits einige Demos und im Spätsommer soll die Community in der Lage sein, das Spiel in einer frühen Version zu testen.

Bitcoin vs. Gold

Einer des spannendsten Talks fand mit dem internationalen Stargast Peter Schiff am zweiten Tag statt. Dabei hatte er eine schwere Aufgabe, denn vor einem interessierten Fachpublikum zu argumentieren, dass Gold gegenüber Bitcoin Vorteile besitzt, ist wahrlich keine leichte Aufgabe.

Schiff ist kein Unbekannter, sondern Wiederholungstäter, der regelmäßig und lautstark für Gold wirbt und gegen Bitcoin spricht. Sein Auftritt hatte nicht nur Unterhaltungswert, sondern unterstrich, wie wichtig es für den Space ist, sich mit seinen Kritikern ernsthaft und sinnvoll auseinanderzusetzen. Wenigstens sein Sohn ist von Bitcoin überzeugt, obgleich Schiff Senior auch auf der Blockchance nicht von der Mutter aller Kryptowährungen überzeugt werden konnte.

CryptoDCA: Junge Unternehmen suchen den Kontakt

Neben einer ganzen Reihe von Startup-Pitches kamen auch viele junge Unternehmer zur Blockchance, um mit ihren Ideen und Produkten den Kontakt zu anderen Firmen zu suchen. Darunter auch CryptoDCA, die eine App entwickelt haben, welche Krypto-Sparpläne automatisch ausführen soll.

Den Durchschnittskosteneffekt zu nutzen, sei für viele Privatanleger immer noch die beste Strategie, findet Mitgründer Marco Schneekluth. Deshalb sei man auf der Suche nach Partnern. Börsen und Broker könnten zusammen mit ihrer Kundschaft am ehesten von der Software profitieren.

Nach der Blockchance ist vor der Blockchance

Im Gespräch mit Veranstalter und Gründer Fabian Friedrich wurde deutlich, wofür die Blockchance steht. Die Konferenz war in diesem Jahr die größte in Europa, nach der Paris Blockchain Week. Knapp 5.000 Gäste hieß man in Hamburg willkommen und im kommenden Jahr stellt man sich auf eine wachsende Zahl von Gästen ein.

Peter Schiff und Fabian Friedrich
Peter Schiff (l.) und Fabian Friedrich (r.) | Bildquelle: © Blockchance

Friedrich betonte trotz des schwierigen Marktklimas das breite Interesse an seiner Veranstaltung. Er sieht den Markt trotz einer veränderten Situation aber längst noch nicht in der Krise, sondern versteht die aktuelle Konstellation als Teil eines zyklischen Verlaufs. In Bezug auf regulatorische Konflikte sieht er die Verantwortung bei den Akteuren und erkennt in der Gemengelage dennoch eine positive Trendwende:

„Was mit Binance und Coinbase in Amerika passiert, ist zu einem großen Teil gerechtfertigt. Unternehmen müssen sich an gewisse Regeln halten. Aktuell sehen wir einen regelrechten Kampf um die Marktanteile. Binance hat es sehr schwer und parallel steigt ein Player wie BlackRock in den Markt ein. Dieser Umstand spricht m. E. dafür, dass der nächste bullishe Zyklus von der Adaption durch institutionelle Investoren geprägt sein wird.“

Fabian Friedrich

Friedrich erwartet deshalb für die nächste Blockchance im September 2024 deutlich mehr Beteiligung durch Konzerne und Investmentfirmen, die in diesem Jahr als Besucher zu Gast waren. Im kommenden Jahr rechnet man aber damit, dass sie sich aktiv in das Programm der Blockchance einbringen werden.

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