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Dem Bitcoin Crash trotzen – Drei Strategien für den Bärenmarkt

Bitcoin Crash Bärenmarkt
Bildquelle: Robert Balog, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 4 Minuten

Eine der größten Problematiken für Anleger sind die heftigen Kursausschläge, die Bitcoin und andere Kryptowährungen aufweisen. Erwischt man einen günstigen Moment, dann kann dieser Umstand zwar sehr entgegenkommend wirken, andersherum verliert man sehr schnell, sehr hohe Summen seines Kapitals.

Das Kryptowährungen ein hochriskantes Asset sind, dürfte sich weitestgehend rumgesprochen haben. Immer wieder warnen Politiker, Behörden und Banken vor der hohen Volatilität am Markt. Wenn man allerdings bereit ist dieses Risiko einzugehen, dann stellt sich die Frage danach, wie man das Risiko adäquat mittigeren kann.

In diesem Artikel wollen wir 3 Strategien vorstellen, die typischerweise angewandt werden, um Krisensituationen besser meistern zu können. Beachten Sie bitte aber auch, dass es sich hierbei weder um eine Anlageberatung noch um eine Handlungsempfehlung handelt, mehr Details dazu finden Sie in unserem Disclaimer.

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1. Average Down

Eine unter Tradern sehr beliebte Strategie ist „Average Down“. Dabei wird der Preisverfall in Kauf genommen und das sich im Verfall befindliche Asset stufenweise nachgekauft. Dadurch sinkt der durchschnittliche Preis, den man für seine gesamte Position bezahlt hat.

Um mit dieser Strategie erfolgreich zu sein, bedarf es aber Erfahrung und man benötigt zusätzliches Kapital. Anders als beim „Dollar Cost Average“ kauft man nicht einfach zu einem bestimmten Termin nach, sondern definiert bestimmte Preisziele, bei denen man die eigene Position vergrößert.

Hierbei ist man zwei wesentlichen Risiken ausgesetzt. Zum einen kann man sich verschätzen, wie tief der Kurs noch fallen kann. Man liegt also am Ende günstiger, aber der Preis fällt noch tiefer und die Position bleibt unrentabel. Zum anderen muss man sehr genau planen, wie man das zusätzliche Kapital einsetzt. Kauft man zu wenig nach, dann ist der Effekt der reduzierten Kostenbasis mitunter zu schwach. Kauft man jedoch zu viel, dann hat man vielleicht keine Reserven mehr, wenn der Kurs weiter fällt.

Daher muss man die Kosten und das laufende Risiko sehr genau bewerten können, um mit dieser Strategie erfolgreich zu sein. Schafft man es die Zukäufe gut zu timen, dann befindet man sich schneller in der Gewinnzone, wenn der Markt wieder dreht.

2. Alles abstoßen und später nachkaufen

Wenn das nötige Kapital fehlt, dann kann man sich dieser sehr einfachen Strategie bedienen. Die Idee ist sehr simpel. In Erwartung, dass der Markt sich weiterhin in einer Abwärtsbewegung befindet, wird die Position komplett abgestoßen und zu einem späteren Zeitpunkt günstiger nachgekauft. Auch hier werden mitunter Verluste realisiert, weil die aufgelöste Position ggf. zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht profitabel war.

Der Vorteil gegenüber „Average Down“ ist der Umstand, dass kein zusätzliches Kapital benötigt wird, die Nachteile und Risiken sind aber sehr ähnlich. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wann der absolute Tiefpunkt erreicht ist. Es kann also passieren, dass man zwar günstiger nachkauft, aber der Kurs fällt einfach weiter.

Ein weiterer großer Nachteil ist der Umstand, dass man genau dann verkaufen könnte, wenn der Markt dabei ist eine Trendwende einzuleiten. In diesem Fall würde der Kurs also wieder steigen und man wäre entweder gezwungen die geplante Position teurer nachzukaufen oder darauf zu hoffen, dass der Kurs später wieder auf das vorherige Niveau oder ggf. tiefer fällt.

Eigentlich soll die Strategie „Average Down“ genau dieses Problem umgehen. Hat man aber kein zusätzliches Kapital, so kann man nicht darauf zurückgreifen. Viele Experten raten Anfängern von dieser Strategie ab, weil sie ein noch genaueres Timing braucht, als „Average Down“.

3. HODL

Obwohl viele Trader und Anleger das Gefühl haben handeln zu müssen, wenn es zu einem Kursrutsch kommt, ist das nicht zwingen die beste Strategie. Wie die ersten beiden Beispiele gezeigt haben gibt es viele Unwägbarkeiten und letztlich braucht es eine Menge Erfahrung und eine Portion Glück, um die beiden Strategien umzusetzen.

Die dritte Möglichkeit nennt sich in der Krypto-Szene „Hodln“. Das Akronym geht auf einen berühmten Fehler in der Rechtschreibung eines Communitymitglieds zurück. Eigentlich wollte der Autor zum Ausdruck bringen, dass er einfach an seinen Bitcoin festhält, weil er eben nicht in der Lage ist den Markt perfekt zu timen.

Seine Feststellung am Ende besser dazustehen, wenn er einfach nichts tut, ist durchaus richtig. Daytrader versuchen letztlich immer den Markt zu schlagen, doch die Statistik zeigt, dass zwischen 68% und 76% aller Trader dabei scheitern. Sie verlieren also Geld, weil sie versuchen cleverer zu sein, als alle anderen Marktteilnehmer.

Wenn man also auf „Hodl“ setzt, dann setzt man sich nicht dem Risiko aus, kurzfristige Schwankungen falsch einzuschätzen und Geld zu verlieren. Die Strategie setzt auf langfristige Effekte und fordert eiserne Disziplin.

In Foren und Community-Chats wird besonders Anfängern zu „Hodl“ geraten, weil diese Strategie keine besonderen Kenntnisse voraussetzt. Das Risiko beim „Hodln“ liegt schlicht darin, dass man mit dem sinkenden Schiff untergeht. Erholt sich der Kurs langfristig nicht, dann bleibt man auf den Verlusten sitzen.