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DeFi-Derivate: Was bieten Ethereum, Solana und Polkadot?

Derivate DeFi Ethereum Polkadot Solana
Bildquelle: Sergei Tokmakov, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 4 Minuten

Kompakt:

  • Die jüngsten Einschnitte durch regulatorischen Druck treffen viele Trader.
  • So können deutsche Kunden beispielsweise keine Derivate mehr auf Binance handeln.
  • Dabei bieten dezentrale Plattformen dafür brauchbare Alternativen.

Über den Sinn oder Unsinn der Regulierung des Krypto-Marktes lässt sich trefflich streiten. Während viele Verbraucher durch die jüngsten Einschnitte sehr wahrscheinlich vor sich selbst und vor Fehlentscheidungen geschützt werden, hat eine kleine Gruppe von Tradern das Nachsehen. Wer das Risiko eines Totalverlusts nicht scheut und immer noch mit Hebel traden will, der kann vollkommen erlaubnisfrei ein entsprechendes DeFi-Protokoll nutzen.

Grundsätzlich braucht man dafür ein Wallet der jeweiligen Kryptowährung bzw. Blockchain, auf der das Protokoll basiert. Die meisten dezentralen Trading-Plattformen rechnen in Stablecoins ab, aber man benötigt in der Regel auch den nativen Token der jeweiligen Blockchain, um beispielsweise Transaktionsgebühren damit begleichen zu können oder sich zuvor die notwendige Menge an Stablecoins zu beschaffen.

Was sind DeFi-Derivate?

Gemeint sind damit Plattformen, die den Handel von Derivaten auf Basis von dezentralen Protokollen ermöglichen. Bei Derivaten handelt es sich Kontrakte, daher schließen zwei oder mehr Parteien einen Vertrag darüber ab, wie sich der Wert eines bestimmten Vermögenswerts entwickeln wird. Bei einem solchen Vermögenswert kann es sich beispielsweise um Aktien, Rohstoffe oder auch um Kryptowährungen oder Token handeln.

Zu den im Krypto-Sektor üblichen Derivaten zählen Futures sowie Perpetual Swaps, und seit einigen Jahren verstärkt sich auch das Interesse am Handel mit Optionen. Eines der grundsätzlichen Probleme für dezentrale Protokolle ist es, die notwendige Liquidität bereitzustellen. Mit der Weiterentwicklung des DeFi-Sektors als solches stellt dieser Umstand aber keine große Hürde mehr da.

Der Vorteil liegt bei dezentralen Plattformen darin, dass sie keinen effektiven Zugangsbeschränkungen unterliegen. So werden zwar US-Bürger und Bürger aus Ländern, die unter Sanktionen stehen, per Disclaimer ausgeschlossen, aber es ist nicht möglich, ihnen den Zugang zu verwehren.

Perpetual Protocol – Perpetuals auf Ethereum

Wie der Name bereits verrät, kann man auf der Plattform Perpetual Swaps handeln. Das Protokoll basiert auf der Ethereum-Blockchain und bietet insgesamt 18 Handelspaare an, die alle mit dem Stablecoin USDC gebildet werden. Trader können mit bis zu 10-fachen Hebel Positionen eröffnen und handeln. Perpetual Protocol befindet sich noch im Beta-Status und daher kann man von der Plattform noch nicht die gleiche Funktionalität erwarten wie von einer ausgereiften Börse.

Der hauseigene PERP-Token konnte kurz nach der Bekanntgabe, dass Binance den Handel mit Derivaten in Deutschland, Italien und den Niederlanden einstellt, zulegen. Perpetual Protocol basiert auf einem virtuellen AMM, der sich von den Market-Maker-Mechanismen anderer Plattformen drastisch unterscheidet. Für das Trading ist ausschließlich USDC erforderlich und alle Trades werden in USDC abgerechnet. Zahlt man 500 USDC oder mehr ein, dann spart man sich sogar die Gaskosten.

Hegic – Dezentraler Optionshandel

Hegic basiert ebenfalls auf Ethereum und ermöglicht den dezentralen Handel mit Optionen. Viele Trader nutzen Optionen, um ihr bestehendes Portfolio abzusichern. Es stehen Put- und Call-Optionen für Bitcoin bzw. wBTC und Ethereum zur Verfügung.

Angesichts der Tatsache, dass viele zentrale Börsen beim Handel mit Optionen ebenfalls nur die beiden größten Kryptowährungen berücksichtigen, fällt das geringe Angebot also nicht so stark ins Gewicht. Neben dem Optionshandel können Nutzer auch schlicht Liquidität auf der Plattform bereitstellen und daran verdienen.

Mango Markets – Margin-Trading auf Solana

Mango Markets befindet sich noch im Alpha-Status und bietet aktuell keine Perpetual Swaps an. Diese sind aber für die Zukunft geplant und bis sie eingeführt werden, können Trader immerhin Margin-Trading mit bis zu 5-fachem Hebel betreiben.

Auch hier werden Handelspaare mit USDC gebildet, allerdings kann man auch Solana (SOL), Serum (SRM) sowie Bitcoin und Ethereum einzahlen. Letztere aber nur als tokenisierte Form, die mit der Solana Blockchain kompatibel ist. Dementsprechend stehen auch nur vier Handelspaare zur Verfügung. Die Tatsache, dass Mango Markets nur als sehr frühe Version verfügbar ist, ist repräsentativ für den allgemeinen Stand von DeFi-Protokollen auf Basis von Solana.  

dTrade – Vielversprechender Kandidat auf Basis von Polkadot

Während Mango Markets und Perpetual Protocol schon mit etwas Funktionalität aufwarten und daher jetzt schon für das Trading verwendet werden können, gibt es von der Plattform dTrade bisher nur eine Demo zu sehen und die Möglichkeit, sich für den Early Access anzumelden. Realisieren wird man dTrade auf der Basis von Polkadot.

Geplant sind Perpetuals und Optionen mit bis zu 16-fachen Hebel, was tatsächlich deutlich mehr ist als das, was die anderen beiden Plattformen leisten können. Bei den Assets will man der Community freie Hand lassen und dafür sorgen, dass sie schlicht darüber abstimmen kann, was getradet werden kann. Damit wären die Handelspaare und Asset-Kategorien im Prinzip unbegrenzt.

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