Recht

Coinbase: Investor strebt Sammelklage wegen Irreführung an

Gesetzbücher im Regal
Bildquelle: witwiccan, pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Coinbase ist in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert.
  • Ein Aktionär sieht sich u. a. durch das Prospekt im Vorfeld des Börsengangs getäuscht.
  • Die Aktie hat seit ihrem Börsenstart massiv an Wert verloren.

Der Aktionär Donald Ramsey fühlt sich durch die Bitcoin-Börse Coinbase getäuscht. Das Unternehmen ging im April per Direktnotierung an die Tech-Börse Nasdaq. Ramsey sieht sich u. a. dadurch getäuscht, dass sich Coinbase nach dem Börsengang rund 1,2 Milliarden US-Dollar Kapital beschaffen musste, ohne im Vorfeld auf die Notwendigkeit einer Kapitalspritze hingewiesen zu haben. Jetzt strengt er eine Sammelklage an.

Bei einer Direktnotierung werden keine neuen Aktien ausgegeben und kein zusätzliches Kapital beschafft. Ramsey ist der Auffassung, dass Coinbase vorgab, finanziell besser aufgestellt gewesen zu sein. Tatsächlich musste sich die Börse mehr Kapital per Wandelanleihe beschaffen. Coinbase habe nach Auffassung des Klägers außerdem nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass die Bitcoin-Börse technisch limitiert ist und einen Kundenandrang ab einem gewissen Level nicht mehr bedienen kann. Auch in dieser Hinsicht habe sich die Börse im Vorfeld besser dargestellt.

Zuletzt kam es zu einem signifikanten Ausfall im Mai, als der gesamte Markt einen satten Crash erlebte. Tatsächlich sind Ausfälle dieser Art gut bekannt und waren bei Coinbase in der Vergangenheit zu beobachten. Auch andere Börsen waren im Mai von dem Effekt betroffen, weil der Kundenandrang während des Crashs nicht bewältigt werden konnte.

Kritische Stimmen wurden überhört

Es ist also die vermeintliche Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung des Unternehmens und der Wirklichkeit. Das Coinbase vor seinem Börsengang hoffnungslos überbewertet war, wurde anscheinend von vielen Anlegern übersehen. Warnende Stimmen gab es in der internationalen Presse jedenfalls zu Genüge.

Zum Start wurde die Aktie kurzfristig sogar für 429 US-Dollar gehandelt und die Bewertung von Coinbase lag im Vorfeld höher als die der New Yorker Börse. Zwischenzeitlich fiel der Kurs auf 207 US-Dollar ab und rangiert aktuell bei etwa 224 US-Dollar.

Der Erfolg von Coinbase ist massiv davon abhängig, wie sich der Markt entwickelt. Schneidet Bitcoin schwach ab, dann sind auch die Umsätze der Börse tendenziell schwächer. Dementsprechend startete man an der Nasdaq mit äußerst positiven Zahlen, die auch durch die Kursrallye bedingt waren, welche im Mai ein jähes Ende fand.

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