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Celsius will 210 Millionen US-Dollar an Kunden auszahlen

Taschenrechner mit Akten
Bildquelle: Jacqueline Macou, pixabay.com

  • Der Krypto-Lender Celsius Network will eine Auszahlung an die Kunden vornehmen.
  • Dazu stellte man im Rahmen des Insolvenzverfahrens den notwendigen Antrag.
  • Kunden, die ihre Einlagen im Earn-Programm hatten, sollen jedoch nichts erhalten.

Celsius hat im Rahmen seiner Insolvenz sämtliche Gelder seiner Kunden eingefroren. Den Löwenanteil will man nicht zurückgeben, weil Celsius seine AGB so gestaltet hatte, dass die Assets durch die Kunden an das Unternehmen verliehen werden. Damit wurden viele Kunden von Celsius zu Gläubigern, welche ihr Darlehen zurückfordern. Insgesamt ist Celsius 4,7 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern schuldig. Der Restwert der einbehaltenen Assets liegt aber aufgrund der Marktbedingungen weit unter dieser Summe.

Dieser juristische Trick sorgte für große Empörung, obgleich man Celsius zugutehalten muss, dass die Geschäftsbedingungen diesen Umstand deutlich darlegten. Insbesondere Anleger, die auf das beliebte Earn-Programm von Celsius setzten, um Rendite zu erwirtschaften, gehen also leer aus. Aber diese Regelung gilt nicht für alle Kunden von Celsius und somit muss und möchte sich das angeschlagene Unternehmen von einem Teil der einbehaltenen Kundengelder trennen.

Bevor das allerdings wahr werden kann, muss ein entsprechender Antrag durch den bestellten Gläubigerausschuss bewilligt werden.

Wer soll etwas zurückbekommen?

Primär geht es dabei um Kunden, deren Einlagen als „Custody Assets“ eingestuft werden. Daher handelt es sich um Mittel, die von Celsius unbestritten in Verwahrung genommen wurden und somit einen gewissen Schutz genießen.

Laut dem Antrag von Celsius geht es insgesamt um 210 Millionen US-Dollar von über 58.000 Kunden, die weltweit betroffen sind. Für sie möchte man die Tore öffnen und erlauben, ihre Assets abzuziehen. Der Antrag wurde zwar von Celsius gestellt, folgte aber nur wenige Wochen, nachdem eine Gruppe von Gläubigern eine Klage eingereicht hatte. Ihr Ziel ist es, rund 22 Millionen Dollar aus dem Custody-Programm von Celsius einzuklagen.

Damit stiftet der Antrag von Celsius zwar ein wenig Hoffnung, gleichzeitig könnte es sich lediglich um einen Versuch handeln, weiteren Klagen zuvorzukommen.