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Celsius Network: CEO Mashinsky bricht sein Schweigen

Mashinsky während des Web Summit 2021 in Lissabon. Bildquelle: © Piaras Ó Mídheach/Web Summit via Flickr.com (CC BY 2.0)

  • Celsius hat am 13. Juni sämtlich Kundenkonten eingefroren.
  • Seitdem besteht die Befürchtung, dass Celsius pleite gehen könnte.
  • Jetzt äußerte sich CEO Alex Mashinky erstmals zu den Vorgängen in der Öffentlichkeit.

Nachdem Celsius sämtlich Kundenkonten eingefroren hat, äußerte sich CEO Alex Mashinsky erstmals zu den mehr als beunruhigenden Vorgängen. Mashinsky versicherte, dass Celsius alles in seiner Macht stehende unternimmt, um die schwierige Situation zu bereinigen. Demnach arbeite sein Team rund um die Uhr an einer Lösung.

Damit adressierte Mashinsky keines der in den Medien diskutierten Themen, sondern versuchte in erster Linie den Anlegern Trost zu spenden. Die Rückmeldungen zu seiner Äußerung lassen erkennen, dass viele Kleinanleger tatsächlich um Beträge bangen müssen, die existenziell für sie sind.

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Nachdem Terra kollabiert ist, muss sich die gesamte Industrie einer weiteren Feuerprobe stellen. Sollte Celsius scheitern, dann dürfte sich das tief in das kollektive Gedächtnis einprägen und zukünftiges Wachstum des Marktes hemmen. Die Tatsache, dass Celsius noch letzte Woche einen Blogbeitrag veröffentlichte, in dem man beteuerte, liquide zu sein, beschädigen das Vertrauen zusätzlich. 

stETH wird zum Risiko

Staked Ether (stETH) spielt in dem sich nun entfaltenden Drama immer noch eine besondere Rolle. Denn Celsius hat eine hohe Summe in den Token investiert. Mit stETH können Anleger und Unternehmen bereits am Ethereum Staking teilnehmen und bleiben gleichzeitig liquide. Denn für jeden stETH-Token erhalten Anleger den Anspruch, ETH ausgezahlt zu bekommen, sobald der Merge durchgeführt wird und Ethereum auf Proof of Stake wechselt.

Bis dahin behält stETH ungefähr den gleichen Wert wie ETH, ist aber anders als ein Stablecoin nicht daran gekoppelt. Stattdessen basiert der Preis auf Nachfrage und Angebot sowie dem Gedanken, dass man irgendwann in der Zukunft stETH in ETH eintauschen kann.

Aktuell beträgt die Differenz zu ETH rund 6 % und damit klafft die Lücke schon ein Stück weiter auf als noch vor ein paar Tagen. Die Befürchtung ist, dass stETH zusammenbricht und damit Celsius ein signifikanter Bestandteil der eigenen Liquidität abhandenkommt.

Wie geht es weiter?

Ein Bericht des Wall Street Journals legt nahe, dass Celsius aktuell auf der Suche nach Investoren ist, um sich über Wasser zu halt. Eine Restrukturierung scheint ebenfalls eine Option zu sein. 

Sollte das Unternehmen tatsächlich eine Insolvenz erleiden, dann wäre das für Kleinanleger voraussichtlich fatal. Sie genießen nämlich keinen besonderen Schutz, sondern müssten sich dann in eine lange Schlange von Gläubigern einreihen. Es ist absehbar, dass es zu einem langwierigen Prozess käme, der ebenfalls mit einigem Aufwand verbunden sein dürfte. So hat beispielsweise der Bankrott der neuseeländischen Börse Cryptopia gezeigt, dass die Abwicklung der Ansprüche nicht nur Jahre dauert, sondern sich als durchaus komplexer Fall gestalten kann. 

Die auf unserer Webseite veröffentlichten Beiträge spiegeln die persönliche Meinung der Redakteure und ihre persönliche Einschätzung der Marktsituation wider. Sie stellen keine Anlageberatung oder Empfehlungen dar. Alle Veröffentlichungen dienen der bloßen Information. Sie sind nicht an Ihre individuelle Situation angepasst und können und sollen nicht eine persönliche und qualifizierte Anlageberatung durch hierzu qualifizierte Berater ersetzen. Der Handel mit Kryptowährungen stellt immer ein Risiko dar. Sofern Sie hier angebotene Informationen nutzen, oder Ratschlägen folgen, handeln Sie eigenverantwortlich.

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