Banken

CBDC: Indische Zentralbank erwägt eigene Digitalwährung

Indien CBDC
Bildquelle: Free-Photos | pixabay.com

Lesedauer für den Artikel: 2 Minuten

Kompakt:

  • Die indische Zentralbank zieht eine Digitalwährung in Betracht.
  • Dabei macht man die Angelegenheit auch am Bedarf nach einer CBDC fest.
  • Bisher gilt China als führende Kraft in diesem Sektor.

Die indische Zentralbank stellte im Rahmen einer am Montag veröffentlichten Publikation fest, dass man die Möglichkeiten einer Digitalwährung näher in Betracht ziehen möchte. Bei der eigentlichen Umsetzung will man sich am Bedarf nach der neuen Technologie orientieren.

In dem Papier betonte man die Skepsis gegenüber Kryptowährungen und Stablecoins, zeigte sich gleichzeitig aber offen gegenüber den Möglichkeiten, die sich für die Zentralbank eröffnen könnten. Die Absichtsbekundung ist aber nichts Neues, denn im Jahr 2018 unternahm man bereits erste Anstrengungen.

Insgesamt macht die jüngste Initiative immer noch einen sehr zurückhaltenden Eindruck und darf eher als eine vorsichtige Annäherung verstanden werden, die nichts an der ablehnenden Haltung gegenüber Kryptowährungen ändern dürfte.

China bleibt international führend

Die Chinesen haben nicht nur früh damit begonnen, eigene Technologien in diesem Bereich zu entwickeln, sondern haben bereits erste Feldtests durchgeführt, die als gesellschaftliche Planspiele zu verstehen sind. An diese könnte sich die nahtlose Integration des E-Yuans anschließen.

Angesichts dessen wirken sämtliche Äußerungen über die Orientierung am Bedarf skurril. Nicht der Bedarf ist entscheidend, sondern die Auswirkungen, die eine digitale Zentralbankwährung auf eine Gesellschaft hat. Diese lassen sich aber nur beobachten, indem man den ersten Schritt wagt.

Es sein denn, man versteht die Ausführungen der indischen Zentralbank so, dass man erst abwarten möchte, wie sich der Bedarf in China entwickelt. Diese zurückhaltende Einstellung ist jedoch nicht nur in Indien zu beobachten.

EZB lässt sich zu viel Zeit

Auch in der EU handelte man zu spät und erging sich zu lange in losen Absichtserklärungen. Jetzt steht eine Konkretisierung der Pläne im Raum, aber man muss man sich den Rückstand gegenüber China eingestehen.

Derweil zeigt man sich bemüht, Kryptowährungen und Stablecoins durch Regulierung einzudämmen. Besonders Letztere bereiten an offizieller Stelle Kopfschmerzen, weil sie letztlich ein privatwirtschaftlicher Vorstoß sind, der durchaus das Potenzial hat, am staatlichen Geldmonopol zu rütteln.

Zur Mitte des Jahres will man über den digitalen Euro entscheiden. Christine Lagarde gab sich zuletzt sicher, dass der digitale Euro Wirklichkeit wird.

Ähnliche Beiträge

Digitaler Euro: EZB-Chefin wirbt bei den Bürgern für Umfrage

Robert Steinadler

JPM Coin: Der Versuch an die Bitcoin-Revolution anzuknüpfen

Robert Steinadler

Peter Schiff: Ist seine Bank in Geldwäsche verwickelt?

Robert Steinadler