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Avalanche: Gün Sirer weist schwere Vorwürfe zurück

Emin Gün Sirer
Bildquelle: © Stephen McCarthy/MoneyConf via Sportsfile (CC BY 2.0)

  • In den letzten Tagen entfaltete sich eine Schlammschlacht um Ava Labs.
  • Laut einem Bericht soll das Unternehmen Konkurrenten mit Klagen überzogen haben.
  • Beide beschuldigten Parteien weisen die Vorwürfe als haltlos zurück.

Ava Labs hat seit dem Jahr 2019 eine enge Partnerschaft mit der US-Kanzlei Roche Freedman. Soweit bestreiten die Betroffenen die Darstellung des Blogs „Crypto Leaks“ nicht. Doch in einem Bericht erhebt Crypto Leaks schwere Vorwürfe, denn man unterstellt Roche und Ava Labs, gezielt Konkurrenten mit Klagen zu überziehen. Dazu könnte auch Solana gehören, denn Roche vertritt einen Kläger, der in den SOL-Token nicht registrierte Wertpapiere sieht.

Demnach wäre es das Ziel der Klagen, die Aufmerksamkeit von Regulatoren wie der SEC auf die Konkurrenz zu richten, während man selber ungehindert weiter operieren kann. Untermauert werden diese Behauptungen durch kurze Aufnahmen eines Gesprächs zwischen Roche und einer unbekannten Person. Tatsächlich sagt der Anwalt in diesen Aufnahmen einige Dinge, die ihn nicht gut aussehen lassen.

Darunter auch, dass er eine nicht näher benannte Summe an AVAX-Token erhalten hat und ebenfalls Aktien an Ava Labs hält. Diese und andere Statements machen die Theorie, dass Roche und Ava Labs, Teile der Krypto-Industrie mit Klagen überziehen zwar attraktiv, dennoch sollte man die Enthüllungen mit Vorsicht genießen.

Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen

Roche wehrte sich prompt und veröffentlichte einen Blogbeitrag, wo er seine Sicht der Dinge schilderte. Zwar arbeite er sehr eng mit Ava Labs zusammen, aber es habe bisher keine Klage gegeben, bei der Ava Labs direkt gegen eine andere Partei vertreten hätte.

Tatsächlich lässt sich auch nicht behaupten, dass man die verschiedenen Prozessgegner, die sich Roche im Laufe der Jahre im Auftrag verschiedenere Mandanten vorknöpfte, immer zu den Konkurrenten von Ava Labs bzw. Avalanche zählen kann.

Noch wichtiger ist, dass Roche seinerseits offenbarte, dass die unbekannte Person, welche die Aufnahmen machte, für einen Prozessgegner in einem anderen Verfahren arbeitet. Nämlich den Mitgründer von ICP. Demnach handle es sich um nicht autorisierte Aufnahmen, die aus dem Kontext gerissen sind, so Roche weiter. Hier schließt sich der Kreis, denn ICP ist nicht nur Verfahrensgegner, sondern der Blog Crypto Leaks veröffentlichte in der Vergangenheit Artikel, die primär ICP in Schutz nehmen. Dies legt den Verdacht nahe, dass es sich um eine gezielte Schmutzkampagne handeln könnte.

Emin Gün Sirer spricht von Verschwörungstheorie

Der Gründervater von Avalanche äußerte sich ebenfalls dazu und zeigte sich tief betroffen. Demnach würde die hauseigene Technologie für sich selbst sprechen. Unsittliche Klagen habe man also nicht nötig, noch würde man eine solche unethische Praxis überhaupt in Betracht ziehen. Gün Sirer sprach im Zusammenhang des Reports von Crypto Leaks von kruden Verschwörungstheorien.

Zusätzlich betonte er, dass man im regulatorischen Fragen nicht von Roche vertreten wird. Außerdem habe Ava Labs den Fall, den Roche gegen Solana vorbringt, scharf verurteilt und in einem eigenen Beitrag erläutert, warum die Klage gegenstandslos sei.

Derweil diskutiert die globale Krypto-Gemeinde immer noch darüber, ob es sich um eine echte Verschwörung oder nur um eine zusammengestrickte Geschichte handelt. Egal ob Crypto Leaks die Story an den Haaren herbeigezogen hat oder nicht, der Schaden am Ruf von Kyle Roche und Ava Labs ist wohl nicht wieder gutzumachen.