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Bitcoin: Jetzt folgt der entscheidende Test in diesem Bärenmarkt

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Der Bitcoin-Kurs hat in den letzten sechs Wochen entscheidende Fortschritte gemacht, indem der Widerstandsbereich zwischen 73.000 und 76.000 Dollar überwunden, sowie die runde Marke von 80.000 Dollar und das Bullmarket-Supportband auf Wochensicht zurückerobert werden konnte.

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In der öffentlichen Diskussion auf den sozialen Netzwerken mehren sich bereits die Stimmen unter Marktbeobachtern, die das Ende des Bärenmarkts und den Beginn eines langfristigen neuen Aufwärtstrends für Bitcoin ausrufen, nicht zuletzt da die ETF-Zuflüsse seit Beginn des Iran-Krieges wieder stark zugenommen haben. Das Bullen-Argument lautet, dass Bitcoin sich zunehmend von seinem internen Vierjahreszyklus entkoppelt und verstärkt von makroökonomischen Ereignissen beeinflusst wird, in deren Kontext er als Wertspeicher und „Debasement-Hedge“ eine immer größere Bedeutung für institutionelle Anleger einnimmt.

Der entscheidende Test steht noch aus

Mit Blick auf vergangene Bärenmärkte ist es nicht ungewöhnlich, dass der Bitcoin-Kurs in einer Gegenbewegung sein Bullmarket-Supportband temporär zurückerobern kann und auch den 200-Tage-Trend als Widerstand testet. Dieser zeigt sich jedoch aktuell als entscheidende Hürde, über die der Kurs bisher nicht gelangen konnte. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese entscheidende charttechnische Trennlinie zwischen Bären- und Bullenmarkt rückt das Szenario in realistischere Bahnen, dass der Vierjahreszyklus von Bitcoin invalidiert wird.

Dazu steht als nächster entscheidender Test eine Bestätigung des Bullmarket-Supportband als neue Unterstützungszone an. Sollte dieser Indikator in den nächsten Wochen als Support halten, steigen die Chancen auf einen neuen, möglicherweise erfolgreichen Ausbruchsversuch über den 200-Tage-Trend und damit eine echte Chance auf eine Rückkehr in bullisches Territorium.

Die Märkte sind zentriert wie nie – Blasen-Gefahr?

Auch die Gesamtmärkte zeigen aktuell ein zwiegespaltenes Bild. Trotz der geopolitischen Eskalation in Nahost, einer steigenden Inflation und weiterhin hohen Zinsen befinden sich die US-Aktienmärkte auf einer anhaltenden Rekordjagd. Sowohl S&P 500 als auch der Tech-Index Nasdaq befinden sich auf Allzeithochs.

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Auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch ein sehr zentrierter Markt, der hauptsächlich durch das seit 2023 entstandene KI-Narrativ getrieben wird. Das Aufkommen von ChatGPT und Co. hat einen extremen Effizienzzuwachs, Produktivitätsschub und die Schöpfung neuer Industriezweige in Aussicht gestellt, die die Anlegerfantasie seitdem beflügelt. Untermauert wird das durch starke Bilanzzahlen der neuen Infrastrukturdienstleister, die die Hardware für die neue KI-Wirtschaft bereitstellen, sowie gigantische Capex-Investitionen der großen Tech-Konzerne. Klammert man die in KI involvierten Unternehmen aus dem S&P 500 aus, sieht man eine deutlich durchwachsenere Performance an den Aktienmärkten, wie ein Tweet des Branchenportals Coin Bureau zeigt.

Die zentrale Frage bleibt, ob die aktuelle Entwicklung Ausdruck einer extremen Erwartungshaltung des Marktes ist, die bald einen enormen Tribut fordern wird, sobald die Realität den Bewertungen nicht mehr hinterherkommt, oder ob die KI-Disruption die Wirtschaft nachhaltig ankurbeln wird.

Trotz der enormen Zentrierung des S&P 500 sprechen ein paar Argumente durchaus dafür, dass wir uns am Anfang eines neuen wirtschaftlichen Aufschwungs befinden. Der US-Smallcap-Index Russell 2000 als Sinnbild für den amerikanischen Mittelstand  bereits im Herbst letzten Jahres einen strukturellen charttechnischen Ausbruch hingelegt und befindet sich nach einer zwischenzeitlichen Korrektur, die den Makro-Ausbruch bestätigen konnte, ebenfalls auf Rekordjagd.

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Genauso zeigt der US ISM Purchasing Managers Index als relevanter vorlaufender Indikator für den US-Business-Cycle seit einigen Monaten eine neue Expansionsphase des amerikanischen Konjunkturzyklus, nachdem die breite Wirtschaft seit 2022 in einer Kontraktionsphase war.

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Ein anhaltender Boom als unterschätztes Szenario?

Aktuell halten die geopolitische Unsicherheit sowie die steigenden Öl-Preise die Märkte in Atem und die Wirtschaft im Klammergriff. Sollte sich die Nahost-Situation jedoch in den nächsten Wochen aufklären und die Öl-Preise in Konsequenz sinken, könnte das der Wirtschaft zum Aufatmen verhelfen. Gleichzeitig erwartet uns Mitte Mai ein Regime-Wechsel der Federal Reserve, da Kevin Warsh die Nachfolge von Jerome Powell als Vorsitzender antreten wird.

Bezüglich der geldpolitischen Richtung unter Warsh sind noch einige Fragen offen, doch die Tendenz geht dahin, dass die private Kreditaufnahme gefördert, die staatliche Intervention in die Märkte zurückgebaut und die Regulierungen für Banken gelockert werden sollen, was unter dem Strich günstigere Liquiditätsbedingungen für die Privatwirtschaft bedeuten könnte. Auch das kann den Konjunkturzyklus weiter ankurbeln.

Wie ist Bitcoin im aktuellen Marktumfeld aufgestellt?

Für Bitcoin ist die aktuell entscheidende Frage, ob der Vierjahreszyklus weiterhin eine Bedeutung hat oder ob Bitcoin sich von diesem Narrativ entkoppeln kann. Letzten Endes kann Bitcoin in mehreren Szenarien profitieren. Risk-On, sollte es zu weiteren Zinssenkungen kommen und Assets mit volatilem Charakter gegenüber festverzinslichen Assets wieder attraktiver werden. Risk-Off, sollte eine Kreditkrise oder Rezession weitere geldpolitische Lockerung und damit einhergehend eine weitere starke Ausweitung der Geldmenge erfordern.

Feststeht, dass der institutionelle Einstieg die Dynamik von Bitcoin bereits verändert hat und das Asset keinen rein spekulativen Charakter mehr hat. Weitere wichtige Meilensteine stehen in den nächsten Wochen und Monaten durch eine mögliche Verabschiedung des Clarity Acts und einer möglichen Ankündigung durch das Weiße Haus bezüglich weiterer Pläne zu einer strategischen Bitcoin-Reserve an.

Beides würde den Stand von Bitcoin als relevantes Makro-Asset weiter festigen und die Rotation des Kapitals aus der analogen Welt in die Krypto-Märkte weiter ankurbeln. Mehr und mehr große Marktteilnehmer bauen ihre Angebote im Krypto-Bereich weiter aus, darunter die US-Großbank Morgan Stanley mit einem eigenen ETF-Produkt und Anbieter wie JPMorgan und BlackRock mit eigenen RWA-Projekten bei denen es um die Tokenisierung von Vermögenswerten wie Anleihen und Aktien geht.

Selbst wenn Bitcoin sich weiterhin am Vierjahreszyklusmodell orientieren sollte, ist es aufgrund der strukturellen institutionellen Käufe dennoch plausibel, dass der maximale Drawdown in diesem Zyklus diesmal deutlich geringer ausfallen kann als in der Vergangenheit, da die heutige Käuferschaft von Bitcoin deutlich strukturierter und weniger emotional getrieben am Markt agiert.

Denken Sie langfristig!

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Welche Argumente dafür sprechen, dass wir den Bärenmarkt-Boden in diesem Zyklus bereits gefunden haben, erfahren Sie in der aktuellen Analyse auf decentralist. 

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