Michael Saylors Unternehmen Strategy Inc. hat in der Woche vom 13. bis 19. April erneut massiv zugekauft und hat diesmal einen besonders pikanten Finanzierungsweg gewählt. Strategy hat in diesem Zeitraum 34.164 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 74.395 US-Dollar erworben und dafür insgesamt rund 2,54 Milliarden US-Dollar ausgegeben.
Damit wächst der Bitcoin-Schatz des Unternehmens auf eine beeindruckende Größenordnung. Strategy hält nun insgesamt 815.061 Bitcoin, die zu einem kumulierten Durchschnittspreis von 75.527 US-Dollar je Coin erworben wurden. Das Gesamtinvestment beträgt stolze 61,56 Milliarden US-Dollar.
STRC als Finanzierungsmotor
Besonders bemerkenswert ist die Quelle des frischen Kapitals. Strategy hat die Käufe nicht primär über sein bekanntes MSTR-Aktien-ATM-Programm finanziert, sondern über ein vergleichsweise junges Instrument. In der Berichtswoche wurden 21.795.389 Aktien der Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock (Kürzel: STRC) verkauft. Das nominale Volumen betrug 2,179 Milliarden US-Dollar mit einem Nettoemissionserlös von 2,176 Milliarden US-Dollar.
Bei STRC handelt es sich um eine variabel verzinste Vorzugsaktie. Der variable Zins macht das Instrument für Investoren besonders in einem Umfeld interessant, in dem Zinssenkungen erwartet werden. Für das MSTR-Stammaktien-ATM-Programm stehen nach der Aufstockung auf 21 Milliarden US-Dollar noch rund 26,7 Milliarden US-Dollar Kapazität zur Verfügung.
Bitcoin ist im Erholungsmodus, bleibt aber fragil
Der Markt befindet sich in einer heiklen Phase. Bitcoin hat seit einem zyklischen Tief von rund 60.000 US-Dollar Anfang Februar 2026 um rund 30 Prozent auf etwa 78.000 US-Dollar zugelegt. Doch die Stimmung bleibt vorsichtig, wie der Fear-and-Greed-Index belegt. Der Wert beträgt lediglich 46, was auf ein zurückhaltendes Marktsentiment hindeutet. Gleichzeitig notiert Bitcoin immer noch rund 38 Prozent unter seinem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar, das im Oktober 2025 erreicht wurde.
Strategy kauft also tief, aber der durchschnittliche Einstandspreis der Wochenkäufe von 74.395 Dollar liegt knapp unter dem aktuellen Marktpreis und deutlich unter dem historischen Allzeithoch. Ein klassischer Akkumulationszug.
Aus Sicht der technischen Analyse verbleibt das Level von 76.000 US-Dollar im wöchentlichen Chart kritisch. Schließt der Kurs diese Woche oberhalb ab, dann wäre das ein Indiz für eine beständige Erholung. Unterhalb dieses Levels könnte man 79.000 US-Dollar als lokales Top bewerten und weitere Abverkäufe erscheinen dann möglich.
Hormuz als Joker: Wenn Frieden Bitcoin befeuert
Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz weitgehend blockiert, nachdem die USA und Israel Luftangriffe auf Iran starteten und dessen Obersten Führer Ali Chamenei töteten. Rund 20 Prozent des weltweiten Seehandels mit Öl und 20 Prozent des globalen Flüssigerdgas-Handels laufen normalerweise durch diese strategische Meerenge.
Die Lage eskalierte erneut just gestern: Der Iran griff am 22. April drei Schiffe in der Straße von Hormuz an und beschlagnahmte zwei davon. Darunter die MSC Francesca und die Epaminondas. Dies ist die Reaktion auf eine US-Beschlagnahme iranischer Schiffe, während zeitgleich Waffenstillstandsgespräche in Pakistan stattfinden sollten.
US-Präsident Trump hat den Waffenstillstand zwar einseitig auf unbestimmte Zeit verlängert damit die iranische Führung einen einheitlichen Verhandlungsvorschlag erarbeiten kann. Gleichzeitig wird jedoch die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine fortgesetzt. Eine zweite Verhandlungsrunde unter Führung von Vizepräsident Vance gilt inzwischen als fraglich.
Für Bitcoin und den Kryptomarkt ergibt sich daraus ein asymmetrisches Szenario. Solange die Straße von Hormuz gesperrt bleibt, drückt der hohe Ölpreis die globale Wirtschaft, erhöht Inflationserwartungen und belastet Risk-Assets. Eine Einigung hingegen würde Energiepreise entlasten, Risikoappetit freischalten und könnte eine Rally sowohl an Aktien- als auch an Kryptomärkten auslösen. Bereits frühere Berichte zeigten, dass der Bitcoin-Kurs auf Entspannungssignale unmittelbar reagiert.
Genau hier könnte die STRC-Strategie von Strategy ihre volle Brillanz entfalten. Die variabel verzinste Vorzugsaktie ist ein Instrument, das Kapital vergleichsweise schnell und in großem Maßstab einsammeln kann. Allein das STRC-ATM-Programm hat nach den jüngsten Verkäufen noch rund 19,46 Milliarden US-Dollar Restkapazität. Sollte sich eine diplomatische Lösung abzeichnen und Bitcoin als Reaktion darauf ausbrechen, hätte Strategy das Kapital-Werkzeug bereit, um in einer frühen Rally-Phase systematisch aufzustocken.
Trotz aller Volatilität bleibt die institutionelle Nachfrage hoch, und Bitcoin festigt seine Rolle als digitales Reserve-Asset mit begrenztem Angebot und wachsender Akzeptanz. Strategy setzt geduldig und systematisch darauf unter Verwendung eines beachtlichen Hebels.

