Mit der Ernennung von Oliver Stauber zum CEO von Bitget EU und der Entscheidung, Wien als europäischen Hauptsitz zu etablieren, macht die weltweit aktive Krypto-Börse einen strategischen Schritt in Richtung Regulierungstiefe, Governance und dauerhafte Präsenz im Europäischen Wirtschaftsraum. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Umsetzung der Markets in Crypto‑Assets Regulation zwingt globale Börsen, europäische Strukturen nicht nur formell, sondern operativ belastbar aufzubauen. Genau hier liegt Staubers Terrainvorteil – und zugleich der Grund, warum sein Wechsel für die Branche sowohl konsequent als auch überraschend wirkt.
Staubers Laufbahn lässt sich als roter Faden aus Regulierungskompetenz, Lizenzierungsprojekten und Führung in regulierten Einheiten lesen. Bei Bitpanda verantwortete er von Januar 2020 bis Juli 2022 als Chief Legal Officer die Rechts‑, Compliance‑ und Regulierungsagenden der Gruppe. Parallel führte er als Geschäftsführer die Bitpanda Financial Services GmbH, einen MiFID‑II‑lizenzierten Finanzdienstleister in Österreich, sowie die Bitpanda Asset Management GmbH in Deutschland mit Fokus auf die Beantragung von Krypto‑Custody‑ und Eigenhandelslizenzen. Diese Phase etablierte ihn als Architekten für Governance‑Strukturen und als operativen Sparringspartner für Aufsichtsbehörden. Daran schloss sich eine Zeit an, in der er seine regulatorische Expertise in verschiedenen Rollen skalierte: als Of Counsel und später emeritierter Partner bei Stadler Völkel mit Schwerpunkt auf Gesellschafts‑, Kapitalmarkt‑ und Kryptorecht, als Chief Legal Officer bei Glassnode zwischen November 2022 und März 2024 mit Schnittstellen zu Daten‑, SaaS‑ und Datenschutzthemen sowie als Mitglied des Verwaltungsrats von Blocktrade bis Juni 2024. Seine unternehmerische Beratungstätigkeit führt er seit März 2021 als Geschäftsführer der OS Fintech Advisory GmbH fort. Den Schritt ins exekutive Börsenmanagement vollzog Stauber dann bei KuCoin: Von November 2024 bis Januar 2026 leitete er als CEO die KuCoin EU‑Holding in Wien und baute die europäische Struktur eines internationalen Players auf – ein direktes Vorspiel für die nun anstehende Aufgabe bei Bitget.
Gerade diese Chronologie erklärt, warum der Wechsel zu Bitget EU beides ist: erwartbar und bemerkenswert. Erwartbar, weil MiCAR die Nachfrage nach Führungskräften mit tiefem Regulierungs‑ und Lizenzierungsprofil dramatisch erhöht hat und Stauber mit nachweislicher Exekutiverfahrung in MiFID‑II‑Einheiten, Lizenzanträgen und behördlicher Zusammenarbeit exakt in dieses Raster fällt. Bemerkenswert, weil er innerhalb kurzer Zeit von der CEO‑Spitze einer europäischen Einheit von KuCoin in die EU‑Spitze eines anderen globalen Anbieters wechselt – ohne die geographische Verankerung in Wien aufzugeben.
MiCA gibt den Takt vor
MiCA ist der operative Rahmen, der diese Personalie größer macht als eine bloße Besetzung. Die Verordnung harmonisiert im EWR Anforderungen an Krypto‑Dienstleister – von Verbraucherschutz über Kapital‑ und Governance‑Vorgaben bis zu Offenlegungspflichten und operativer Resilienz. Für globale Börsen bedeutet das nicht nur zusätzliche Policies, sondern greifbare Entscheidungen: eigener EU‑Sitz, lokale Geschäftsleiter, strenge interne Kontrollen, nachvollziehbare Risikofunktionen und transparente Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden. Bitget positioniert Wien explizit als Compliance‑ und Governance‑Hub für den gesamten EWR. Das spielt Stärke und Erfahrung des Standorts aus, der in den vergangenen Jahren zu einem fixen Punkt für FinTech‑ und Krypto‑Unternehmen in der DACH‑Region geworden ist.
Aus Unternehmenssicht geht es um Glaubwürdigkeit im Regulierungsdialog und um Marktzugang unter einem einheitlichen Regelwerk. Gracy Chen, CEO von Bitget, setzt die Messlatte mit einem „Governance‑First‑Ansatz“, der Nutzer schützt und Vertrauen bei Regulatoren schafft.
Der größere Trend, den diese Personalie abbildet, ist die schrittweise Verankerung internationaler Börsen in der EU. Die Zeit der Ausweichbewegungen und Grauzonen ist zu Ende. Einheitliche Regeln schaffen zwar Hürden, aber auch Planbarkeit. Wer Europa ernsthaft bedienen will, baut Strukturen mit lokaler Leitung, klarer Haftung und überprüfbaren Kontrollen. Für Bitget ist Europa erklärtermaßen eine Schlüsselregion.
In Summe passt die Personalie und ihr Timing zur Marktrealität Anfang 2026. MiCAR erhöht den Einsatz, die Aufseher erhöhen die Taktzahl, und Nutzer achten stärker auf die Frage, wer ihre Gegenpartei ist und unter welchem Regime sie operiert. Bitget beantwortet diese Frage mit einer klaren EU‑Adresse und einem CEO, dessen berufliche DNA aus Regulierung, Lizenz und operativer Steuerung besteht.

