Das gesamte Entwicklerteam der Kryptowährung Zcash hat am 7. Januar geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Auslöser war ein Zerwürfnis mit dem Vorstand der gemeinnützigen Organisation Bootstrap, die die Electric Coin Company (ECC) und damit die Entwicklung von Zcash steuert. Anders als viele andere Kryptowährungen wird Zcash zentral von der ECC entwickelt. Der Konflikt führte nun zu einem drastischen Schritt, der die Zukunft des Projekts ungewiss erscheinen lässt.
Ex-ECC-CEO Josh Swihart bezeichnete den Vorgang als „konstruktive Entlassung“ durch den Bootstrap-Vorstand. Im US-Arbeitsrecht bedeutet das, dass ein Arbeitnehmer kündigt, weil der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen so verändert, dass eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar wird.
Swihart gab zudem bekannt, dass sein Team ein neues Unternehmen gründen wird, um eigene Privacy-Lösungen zu entwickeln.
Der Massenrücktritt erfolgt nur wenige Wochen nach der internen Umstrukturierung der ECC, die zum 1. Dezember 2025 erfolgte. Dabei wurden u. a. die Kernprotokoll- und Mobile-Engineering-Teams unter einer Leitung konsolidiert.
Der Markt reagiert sofort: ZEC verliert 29 % gegenüber dem Jahreshoch
Die Meldung löste ein regelrechtes Marktbeben aus: Der Zcash-Kurs fiel zwischenzeitlich auf nur 382 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels hat sich die Lage jedoch etwas beruhigt, ZEC notiert wieder bei rund 405 US-Dollar. Nun bleibt abzuwarten, ob diese wichtige psychologische Marke als belastbare Unterstützung fungieren kann.
Zcash legte im vergangenen Jahr eine beeindruckende Rally hin, getrieben vom wachsenden Interesse der Anleger am Thema Datenschutz. Anders als bei Bitcoin oder Ethereum lassen sich Transaktionsdaten bei Zcash vor neugierigen Blicken verbergen. Im November 2025 erreichte die Kryptowährung ein Jahreshoch von über 740 US-Dollar, bevor die Kursdynamik spürbar nachließ.
Mit der Abwanderung des gesamten Entwicklerteams erlebt Zcash nun einen herben Rückschlag. Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, droht ZEC innerhalb weniger Wochen sämtliche Kursgewinne des Vorjahres wieder abzugeben. Da sich ein ähnliches Muster bereits in der Vergangenheit gezeigt hat, sollten investierte Anleger die personellen Entwicklungen bei der Electric Coin Company besonders aufmerksam verfolgen.

Ein weiterer relevanter Indikator ist die Menge an ZEC in den sogenannten „Shielded Pools“. Da Börsen keine privaten Transaktionen unterstützen, sind diese Coins nicht unmittelbar für den Handel verfügbar. Steigt der Anteil der Coins in den Pools, deutet das auf eine Verknappung der Börsenbestände hin – ein Faktor, der sich positiv auf die Preisstabilität auswirken kann.

