Die Krypto-Börsen Gemini und Crypto.com reduzieren Personal. Medienberichten zufolge trennt sich Gemini von satten 30 Prozent seiner Belegschaft. Bei Crypto.com ist der Einschnitt deutlich geringer und man trennt sich lediglich von 12 Prozent des Personals. Gleichzeitig befinden sich jedoch keine Stellenanzeigen mehr auf dem hauseigenen Jobportal. Gemini hält immerhin noch 8 Stellen auf seiner Webseite vakant, zieht sich jedoch am 6. April vom EU-Markt zurück und sucht somit nur noch Personal in den USA.
In beiden Fällen geben die Unternehmen an, dass man die Belegschaft aufgrund der Verfügbarkeit von KI verschlankt. Auch das von Jack Dorsey geführte Unternehmen Block Inc. trennte sich diesen Monat von 4.000 Mitarbeitern, obwohl das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt.
Ob dieses Vorgehen ausschließlich auf gestiegene Produktivität aufgrund von KI zurückzuführen ist, ist jedoch fraglich. Denn in vergangenen Bärenmärkten mussten sich insbesondere viele Kryptobörsen von Personal trennen. Weil ihre Geschäftsmodelle stark von Gebührenumsätzen abhängig sind, erweisen sich bärische Marktphasen als besonders harte Durststrecken. Wenn das Interesse von Privatanlegern sinkt, dann nehmen die Börsen automatisch weniger ein. Zuletzt verschlankte sich die Branche im Jahr 2022, was zu einer Kündigungswelle führte. So entließ Kraken damals 30 Prozent der Belegschaft und auch BitMEX verschlankte den Personalstamm um 30 Prozent.
Stellenabbau trifft auch Blockchain-Projekte und Datenanbieter
Der Jobabbau beschränkt sich nicht auf Kryptobörsen. Auch die Krypto-Datenplattform Messari hat eine Entlassungswelle durchgeführt und sich dabei klar als „AI-first“-Unternehmen neu ausgerichtet, das institutionelle Kunden künftig über KI-gestützte Produkte bedienen will.
Begleitet wurde der Stellenabbau von einem Führungswechsel: Interims-CEO Eric Turner trat zurück, sein langjähriger Technologiechef Diran Li übernahm die Leitung des Unternehmens. Es ist bereits die dritte Entlassungsrunde bei Messari seit 2023.
Die Algorand Foundation, die hinter der gleichnamigen Layer-1-Blockchain steht, hat ebenfalls 25 Prozent ihrer Belegschaft entlassen. Als Grund nannte die Organisation die anhaltende Unsicherheit im globalen Makroumfeld sowie den Abschwung an den Kryptomärkten. Damit unterscheidet sich die Begründung der Algorand Foundation deutlich von jener anderer Unternehmen: Während Börsen und Datenanbieter wie Messari den KI-Umbau in den Vordergrund stellen, sind es hier klassische Marktzyklen und sinkende Token-Bewertungen, die den Ausschlag geben.

