Recht

Das Ende von Nuri – Deutsches Krypto-Fintech wird abgewickelt

Statue Grabstein

  • Die insolvente Plattform Nuri findet keinen Käufer und wird abgewickelt.
  • Den Kunden wird gekündigt, doch Sie haben weiter Zugriff auf ihr Geld.
  • Das Unternehmen konnte sich nie von der Celsius Pleite erholen und fand keine Investoren oder Käufer.

Es war eines der vielleicht bekanntesten Krypto Start-ups in Deutschland, doch nun ist der Traum vorbei. Die insolvente Krypto- und Bankingplattform Nuri hat keinen Käufer gefunden und wird bald abgewickelt. Die 200.000 Kunden des Fintechs wurden heute über die Schritte informiert und gebeten, ihr Geld bis 18. Dezember 2022 abzuziehen.

Übergangsweise gibt Nuri seinen Kunden die Möglichkeit bei einer anderen Solarisbank-Tochter, nämlich Vivid-Money, ein Konto zu eröffnen. Dorthin könnten Kunden nach Aussage des Managements anschließend die verbleibenden Positionen in Krypto und Fiat problemlos transferieren.

Gründe für das Aus

Doch was war es eigentlich, was am Ende des Tages dem viel umjubelten jungen Unternehmen den Gar ausmachte?

Am 9. August dieses Jahres hatte Nuri Insolvenz angemeldet. Seitdem lief das Unternehmen zwar unter Insolvenzrecht, allerdings selbstverwaltet weiter. Bereits zuvor hatte es einige negative Schlagzeilen gegeben, da der Staking-Dienst Celsius im Juli ebenfalls insolvent gegangen war. Dieser hatte auf der Nuri-Plattform ein Angebot in Form des „Bitcoin Ertragskonto“, welches Zinsen auf die eingelegten Coins versprach. Genau jene zählen allerdings nun zur Insolvenzmasse von Celsius, was vermutlich bedeutet, dass Anleger hier nur unter widrigen Umständen Geld wiedersehen könnten.

Doch nach diesem Hammer, der Nuri zusammen mit anderen Faktoren in die Insolvenz trieb, folgte inzwischen der Zweite: Niemand wollte das Krypto-Start-up übernehmen. In der Pressemitteilung, die der Redaktion des Bitcoin-Kurier vorliegt, heißt es:

Erste Interessenten hatten bereits Angebote für Nuri abgegeben, die aber noch präzisiert und ergänzt werden sollten. Aufgrund der angespannten Marktlage und der sich weiter verschlechternden Aussichten sind diese Investoren jetzt leider abgesprungen.

Insolvenzverwalter Jesko Stark

Dies bedeutet jetzt also, dass die 10 Millionen, welche das Unternehmen zum weiteren Überleben gebraucht hätte, nicht flossen und deswegen die Abwicklung ansteht.

Konsolidierung im Kryptomarkt schreitet voran

Nuri ist damit ein weiteres Beispiel von Start-ups im Krypto- oder Fintech-Bereich, die zwar in der Hybris in aller Munde sind, im Abschwung allerdings an der kalten Realität zerbrechen. Damit geht der Prozess der Konsolidierung in diesem Markt weiter. Doch egal wie schmerzvoll dieser auch für einzelne Unternehmen sein mag, so wichtig ist er doch an sich. Am Ende werden diese Rezession nur die stärksten und solidesten Geschäftsmodelle überleben, zu denen das von Nuri am Ende des Tages einfach nicht gehört hat.

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