Recht

Core Scientific schaltet Celsius die Miner ab

Bitcoin-Münze auf Lüftergitter
© Michaela Richter, Bitcoin-Kurier

  • Beiden Firmen waren in einen Rechtsstreit über einen Hosting-Vertrag aus 2020 verwickelt.
  • Sowohl Core als auch Celsius sind beide insolvent, wollen aber noch nicht aufgeben.
  • Celsius ist nicht nur Kunde von Core, sondern gleichzeitig auch Gläubiger.

Zwei insolvente Unternehmen streiten sich vor Gericht, während die Gläubiger auf ihr Geld warten. Ein Bild, was die aktuelle Situation im Krypto-Sektor leider viel zu gut beschreibt. Der börsennotierte Bitcoin-Miner Core Scientific wird über 37.000 Maschinen, die mit Celsius Mining, dem größten Kunden von Core, verbunden sind, stilllegen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit über einen teuren Hosting-Vertrag. 

Insolvenzen sind miteinander verstrickt

Celsius ist der größte Kunde von Core mit mehr als 37.000 Minern, die durch Core gehostet werden. Außerdem ist der gescheiterte CeFi-Lender einer der größten Inhaber von besicherten Schuldverschreibungen und hält etwa 54 Millionen US-Dollar an besicherten Wandelschuldverschreibungen, was rund 10 % der Gesamtemission entspricht.

Beide Unternehmen befinden sich schon seit längerer Zeit in Insolvenzverfahren, wollten sich aber operativ nicht aufgeben. Celsius hatte das Mining zum Beispiel eigentlich weiterlaufen lassen wollen, um Kosten zu decken.

Streit um Hosting-Vertrag

Im Rechtsstreit ging es genau um dieses Verhältnis. Core behauptete, dass Celsius seine Gebühren nicht zahlt, während Celsius argumentierte, dass Core seine Leistungsrate einseitig erhöht hat, was nicht in ihrem Dienstleistungsvertrag festgelegt war. Das Gericht entschied zunächst für Celsius.

Am 28. Dezember 2022 beantragte Core Scientific dann beim Insolvenzgericht, die Vertragsauflösung von Celsius Mining als Notmaßnahme abzulehnen, wobei die Hosting-Firma behauptete, monatlich etwa 2 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Einnahmen zu verlieren.

Schließlich sollte noch mal eine Anhörung angesetzt werden, doch bereits die Terminvergabe sorgte erneut für Streit zwischen beiden Unternehmen. Schließlich einigten sich beide Parteien laut Aussage der Celsius betreuenden Anwaltskanzlei darauf, die Geräte mit sofortiger Wirkung abzustellen und keine weiteren Zahlungen mehr zu leisten.

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