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Uniswap weitet Protokollgebühren auf acht weitere Chains aus

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Bildquelle: © Alvaro - stock.adobe.com

Uniswap hat seinen ersten Vorschlag unter dem neuen Governance-Prozess „UNIfication“ veröffentlicht. Der Temp-Check mit dem Titel „Protocol Fee Expansion: Eight More Chains and Remaining Mainnet v3 Pools“ sieht eine deutliche Ausweitung der Protokollgebühren sowohl auf Ethereum-Mainnet-Pools als auch auf mehrere Layer-2-Netzwerke vor.

Der neue Governance-Prozess soll es erlauben, Gebührenanpassungen ohne die bisher obligatorische RFC-Phase direkt in eine fünftägige Snapshot-Abstimmung zu überführen. Anschließend folgt ein Onchain-Vote. Ziel ist schnellere Entscheidungsfindung bei gleichzeitiger Beibehaltung der sicherheitsrelevanten Onchain-Kontrolle.

Seit der Einführung von UNIfication im Dezember wurden Gebühren zunächst schrittweise auf Ethereum eingeführt. Laut Uniswap zeigen Marktkennzahlen – darunter ein anstieg des marktbereinigten TVL – eine stabile Entwicklung. Zudem funktioniert das Burn-System wie geplant und wandelt Gebühreneinnahmen automatisch in UNI-Burns um.

Der neue Vorschlag sieht vor, Protokollgebühren auf v2- und v3-Pools auf acht weitere Chains auszuweiten: Arbitrum, Base, Celo, OP Mainnet, Soneium, X Layer, Worldchain und Zora. Jede dieser Chains erhält ihre eigene TokenJar-Adresse, auf die die Gebühren geleitet werden. UNI, das auf L2s verbrannt wird, wird anschließend zurück auf Ethereum über die bestehenden Brückeninfrastrukturen überwiesen und dort an die Burn-Adresse 0xdead gesendet.

Zudem soll auf Ethereum und den genannten L2s ein neuer v3OpenFeeAdapter eingeführt werden. Dieser ersetzt das bisherige Modell, bei dem einzelne Pools mit spezifischen Gebührensätzen verwaltet wurden. Künftig sollen alle Pools desselben LP-Fee-Tiers automatisch denselben Protokollgebührensatz erhalten. Damit würden erstmals sämtliche v3-Pools Gebühren aktivieren – ohne dass Governance für jeden Pool gesondert tätig werden muss. Eine manuelle Anpassung einzelner Pools bleibt dennoch möglich.

Mit der Ausweitung auf weitere Chains und der Automatisierung auf v3-Ebene soll das Gebührenmodell effizienter, skalierbarer und flexibler werden. Der Vorschlag ist derzeit aktiv und befindet sich in der Temp-Check-Phase.

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Kann der UNI-Kurs langfristig davon profitieren?

Die geplante Ausweitung der Protokollgebühren auf acht zusätzliche Chains sowie die automatische Aktivierung auf allen v3‑Pools könnte UNI strukturell stärken, weil das Token stärker in den Wertkreislauf des Protokolls eingebunden wird. Bislang war das Burn‑Volumen – auch nach der schrittweisen Einführung der Gebühren seit Dezember – noch relativ begrenzt und abhängig von ausgewählten Pools auf Ethereum. Mit der Integration sämtlicher v3‑Tiers und der Erschließung weiterer L2‑Ökosysteme steigt jedoch das Potenzial der Gebührenerhebung signifikant. Jede zusätzliche Chain erzeugt neue Volumenströme, die – unabhängig von der Nachfrage nach UNI am Sekundärmarkt – zu mehr Burn‑Aktivität führen können. Das kann den deflationären Charakter des Tokens verstärken und damit ein wichtiges Narrativ für Investoren bedienen, die zunehmend auf Protokolle achten, die reale Cashflows oder burn‑basierte Tokenmodelle vorweisen.

Gleichzeitig ist die Bedeutung der Maßnahme nicht rein technischer Natur: Sie verändert auch die Wahrnehmung des Protokolls. Die Tatsache, dass Uniswap seine Governance-Prozesse durch UNIfication gestrafft hat und Gebührenänderungen künftig schneller umsetzbar sind, sendet ein Signal in Richtung Professionalisierung und Effizienz. Das allein schafft zwar keinen unmittelbaren Preisanstieg, aber es senkt die Reibung im System und macht künftige Anpassungen – etwa Erhöhungen der Fee‑Anteile oder Ausweitung auf weitere Chains – unkomplizierter. Ein Protokoll, das dynamisch auf Marktbedingungen reagieren kann, wird für Kapitalströme im DeFi‑Sektor attraktiver.

Darüber hinaus erhält UNI durch den flächendeckenden Einsatz des v3OpenFeeAdapter mehr fundamentale Verankerung. Bisher mussten Pools einzeln gelistet und aktiviert werden, was governance‑technisch schwerfällig war und dazu führte, dass nur Pools mit hohem Volumen zur Wertschöpfung beitrugen. Mit der neuen Tier-Logik partizipieren ab sofort alle Pools ihres jeweiligen Fee‑Levels – einschließlich kleinerer Long‑Tail‑Assets, die in Summe erhebliche Volumina erzeugen können. Diese Demokratisierung des Gebührenmodells schafft breitere Einnahmequellen, was langfristig zu einem robusteren Burn‑Mechanismus führen könnte.

Dennoch bleibt die Entwicklung des UNI‑Kurses nicht allein von der Protokollökonomie abhängig. Ob das Burn‑Modell tatsächlich zu messbaren Preisimpulsen führt, hängt von verschiedenen externen Faktoren ab: der allgemeinen Risikoappetit der Märkte, potenzielle regulatorische Eingriffe in DeFi‑Protokolle, der Wettbewerb mit AMMs wie Curve oder emergenten Intent‑Based‑DEXes sowie die Frage, ob Uniswap seine Marktführerschaft weiterhin behaupten kann. Zudem entscheidet die Community künftig mit, wie hoch der Protokollanteil pro Fee‑Tier ausfallen soll – ein Hebel, der sowohl Chancen als auch Risiken birgt.

In der Summe bedeutet das Proposal eine deutliche Stärkung der fundamentalen UNI‑Mechanik: mehr Chains, mehr Volumenquellen, mehr Burn, schnellere Governance. Für die Kursentwicklung schafft das ein verbessertes Fundament, aber keinen Automatismus. Sollte das Gebührenmodell jedoch wie vorgesehen greifen und die Aktivität auf mehreren L2s weiter steigen, könnte UNI eines der wenigen großen DeFi‑Tokens werden, die eine echte, kontinuierliche deflationäre Dynamik aufweisen.

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