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Mothership: When Exchange? Soon™

Im Jahr 2017 gelang es den Gründern von Mothership eine kleine, aber erfolgreiche ICO abzuhalten. Nur 5 Millionen US-Dollar reichten dem Team, um ein Projekt zu starten, welches bald seit zwei Jahren mit Spannung von der Community erwartet wird. Mothership soll eine Exchange werden, wie sie die Welt bisher nicht gesehen hat. Die Ziele des Teams sind sehr ehrgeizig. Angesichts der Probleme denen der Markt für Kryptowährungen regelmäßig begegnet, bedarf es aber auch einer großen Vision, um die notwendigen Veränderungen zu erreichen. In Tallinn, der Hauptstadt von Estland, arbeitet das Team um Arseny Zarechnev daran, eine europäische Exchange der nächsten Generation zu verwirklichen.

Estlands digitale Revolution

Zugegeben, Estland ist nicht das Top-Reiseziel der Deutschen. Und auch in unserer Tagespresse ist der kleine Ostsee-Staat selten ein Thema. Estland ist ein Paradebeispiel dafür wie wenig wir über unsere europäischen Nachbarn wissen. Dabei hat die estländische Regierung schon vor Jahren einige bemerkenswerte Entscheidungen getroffen, die das Land zu einem Pionier der digitalen Welt machen. Zentrale Errungenschaft ist die „E-Residency“, eine Art digitale Bürgerschaft auf die sich jeder bewerben kann. Für estländische Staatsbürger hat dieses System bereits handfeste Vorteile. So können die Estländer digital ihre Stimme bei Wahlen abgeben, Apotheken und Krankenhäuser verschreiben Medikamente digital und außerdem werden die Steuern nur noch online eingereicht. Dies sind nur einige Errungenschaften, die auf der digitalen Bürgerschaft basieren.
Da sich jedermann auf die „E-Residency“ bewerben kann, stehen auch Ausländern viele Funktionen zur Verfügung. So kann beispielsweise nach Erwerb der digitalen Bürgerschaft aus der Ferne ein Unternehmen in Estland gegründet und ein Bankkonto eröffnet werden. Die „E-Residency“ ist zwar keine vollwertige Staatsbürgerschaft, sie ermöglicht aber vielen wichtigen Geschäften nachzukommen. Digital und von einem beliebigen Ort aus. Einer der prominentesten Inhaber der „E-Residency“ ist der ehemalige US-Präsident Barack Obama. Estland ist schon länger auf der digitalen Überholspur unterwegs. Die vielen Errungenschaften der „E-Residency“ stehen in einem stetig wachsenden Umfang schon seit Jahren zur Verfügung. Immerhin haben es die deutschen Steuerbehörden geschafft, dass man seine Steuererklärung online abgegeben kann. Estland steht mit diesem Konzept seit 2018 übrigens nicht mehr alleine dar. Aserbaidschan ist das zweite Land auf der Welt, welches eine digitale Bürgerschaft eingeführt hat.

Mothership – Die Exchange

Was hat das Ganze nun mit der kommenden Exchange zu tun? Unternehmen sind sehr stark von den Rahmenbedingungen abhängig, die in den Ländern und Regionen herrschen, in denen sie tätig werden wollen. Noch stärker gilt das für ihren eigentlichen Firmensitz. Mothership soll nicht nur ein internationaler Handelsplatz in Europa werden, sondern die Firma positioniert sich aus gutem Grund in Estland. Die Regierung ist extrem aufgeschlossen gegenüber Blockchain-Technologie und damit auch eher bereit mit Unternehmen eine Zusammenarbeit aufzubauen und erfolgreich fortzuführen. Die Tatsache, dass Mothership bereits jetzt schon gut mit Politik und Behörden vernetzt ist, lässt auf ein gutes zukünftiges Gelingen hoffen.

Zum Ende des Jahres 2018 erhielt die Exchange die benötigte Lizenz um den Handel von Kryptowährungen gegen Fiat anbieten zu dürfen. Zusätzlich dazu wurde ebenfalls eine Lizenz erworben, die den Betrieb eines eigenen Wallet-Service erlauben. Damit steht bereits fest, dass die geplante Exchange nicht nur den Handel mit Kryptowährungen anbieten wird, sondern auch als Fiat-Gateway fungiert. Zusätzlich ist eine Integration der „E-Residency“ in die Exchange geplant. Wir sind darauf gespannt, welche Möglichkeiten Nutzern mit digitaler Bürgerschaft zukünftig zur Verfügung stehen werden. Ein Anwendungsmöglichkeit wird in der schnelle Verifikation der jeweiligen Nutzer bestehen, die somit ein beschleunigtes KYC Verfahren durchlaufen. Nach Angaben des Unternehmens wird für Inhaber einer digitalen Bürgerschaft die KYC zu einer Sache von 5 Minuten. Außerdem ist geplant die Accounts steuerlich und rechtlich an das estländische System anzubinden, so das Inhaber einer „E-Residency“ auch in dieser Hinsicht Vorteile genießen, sofern sie dies wünschen.

Das KYC Verfahren selbst soll zusammen mit der Firma Veriff realisiert werden, somit steht bereits eine zukünftige Partnerschaft fest. Auch wenn das KYC Verfahren ein eher obligatorischer Punkt ist, kommt diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu. Da Mothership großen Wert auf die Compliance legt und Kunden den Zugang zu Fiat Handelspaaren ermöglicht, wird eine KYC in jedem Fall notwendig sein. Einzige Ausnahme davon ist der OTC Desk, hierzu müssen sich Trader nicht im Vorfeld ausweisen.

Auch die bekannten Eckdaten über die Infrastruktur können sich sehen lassen. Es werden eigene Apps für iOS und Android zur Verfügung stehen. Außerdem hat das Team bereits durchblicken lassen, wie leistungsfähig der Exchange werden soll. So soll beispielsweise die Matching Engine über 6 Millionen Operationen pro Sekunde durchführen können. Ein beeindruckendes Benchmark Ergebnis, auch wenn man immer noch gespannt seien darf wie sich die fertige Exchange schlagen wird.

Ein weiterer und äußerst spannender Punkt ist die Implementierung von verschiedenen Ordertypen. Wie wir bereits in Artikeln über andere Exchanges immer wieder berichtet haben, sind häufig nur sehr wenige Ordertypen verfügbar. Bei den meisten Anbietern beschränkt sich das Angebot auf Limit und Market Order, einige Exchanges bieten auch verschiedene Stop Ordertypen an. Mothership will das eigene Angebot weiter professionalisieren und laut Roadmap werden außerdem OCO, Iceberg und KOF Ordertypen implementiert werden. Aber damit ist es nicht genug, Trader sollen in der Lage sein ihre eigenen Ordertypen zu schreiben und können so ihre Trading individuell gestalten. Das ist nicht nur neu, sondern stellt einen längst überfälligen Schritt dar. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund, warum Trader von Kryptowährungen auf Ordertypen verzichten sollten, die bei Onlinebrokern für andere Anlageprodukte schon lange zum Standard gehören.

Genesis

Neben der Exchange ist eine zusätzlich Plattform geplant, die hauseigene ICOs startet. Projekte die daran interessiert sind eine ICO abzuhalten erhalten dadurch wertvolle Vorteile. Zum einen steht ein erfahrenes Team zur Verfügung um den Prozess zu begleiten, zum anderen sind mögliche Investoren bereits über die Exchange verifiziert, sobald dieser verfügbar ist. Auch für die andere Seite hat dies Vorteile. Käufer eines Token Sale können sich sicher sein, dass die Firmen vertrauenswürdige Partner sind. Auf diesem Weg werden also überprüfbare Standards für beide Parteien einer ICO festgelegt. Ein erster erfolgreicher Token Sale wurde bereits im letzten Jahr organisiert. Das Projekt Consensus AI legte einen erfolgreichen Start hin, ist aber bisher auch das einzige Projekt, was betreut wurde. Sobald die Exchange fertiggestellt und in Betrieb ist, soll die Genesis Plattform vollständig integriert werden, bis dahin wird das Projekt pausiert. Ein weiterer Vorteil für zukünftige ICOs wird darin bestehen, dass die Token unmittelbar nachdem der Sale beendet ist auf dem Exchange gehandelt werden können.

Sicherheit

Auch in Sachen Sicherheit will Mothership punkten und den Kunden den höchstmögliche Schutz ihrer Einlagen bieten. Dazu soll der Großteil der Einlagen in einem Cold Storage verbleiben und nur der Teil in einem Hot Wallet, der unmittelbar benötigt wird, um Abhebungen zu ermöglichen. Zusätzlich dazu hat Mothership bereits die Versicherung der Kryptowährungen im Cold Storage vorbereitet und zu diesem Zweck bereits eine vorläufige Vereinbarung getroffen. Außerdem plant das Unternehmen auch den Teil im Hot Wallet versichern zu lassen und befindet sich dazu aktuell in Verhandlungen.
Nie um eine Antwort verlegen, der Telegram Channel von Mothership
An Humor mangelt es der Community nicht. Doch auch ernsthafte Anfragen werden zügig beantwortet.

Community

Zu den üblichen Punkten, wie der Tradingoberfläche kann man (noch) nicht viel berichten. Dafür aber - was wir erstaunlich finden - zu der Community, die sich seit der Mothership ICO gebildet hat. Mothership verfügt über einen äußerst lebendigen Telegram-Channel und ist bereits vor dem Launch klarer Marktführer mit einem gigantischen Angebot an Memes. Abgesehen von dem Spaßfaktor ist aber auch das Team jederzeit zu erreichen und gibt bei Anfragen gerne Auskunft. Hauptsächlich wird der Stand der Entwicklung regelmäßig in Blogeinträgen und in einem Newsletter kommuniziert. Zusätzlich nutzt das Team den Signal Service von Blockfolio, so dass man immer bequem auf dem Laufenden bleiben kann.

Mothership - Das Token

Während des Token Sale im Jahr 2017 konnten Investoren den Mothership-Token (Ticker MSP) erwerben. Es handelt sich hierbei um ein ERC-20 Token auf der Ethereum-Blockchain. In erster Linie soll MSP als Utility-Token auf dem gleichnamigen Exchange dienen. Daher sind Vergünstigungen für alle Trader geplant, die MSP Token halten. Außerdem soll ein Teil der Gewinne des Exchanges dafür verwendet werden Token zurückzukaufen und zu vernichten. Auf diesem Weg soll dann die gesamte verfügbare Menge an MSP sinken und sich verknappen. Ein erstes Burn Event hat bereits 2018 stattgefunden, dazu wurden Einnahmen verwendet, die man mit der Genesis Plattform generiert hatte.

Der Cryptopia-Hack

Leider blieb MSP nicht von den jüngsten Ereignissen verschont. Rund 32 Millionen MSP Token wurden bei dem Cryptopia Hack gestohlen und befinden sich unter der Kontrolle des Täters. Da Cryptopia der bis dato wichtigste Handelsplatz für den Token war, ist der Verlust für die User und das Unternehmen umso bitterer. Denn es handelt sich bei der gestohlenen Summe um gut 15% des gesamten Vorrats des Token. Selbstverständlich wurde sofort versucht alle anderen Exchanges, die den MSP Token zum Handel anbieten, über den Diebstahl in Kenntnis zu setzen und dafür zu sorgen, dass Ein- und Auszahlungen an die Ethereum Adressen des Täters unterbunden werden. Leider war das nicht vollständig von Erfolg gekrönt. So konnte beispielsweise ermittelt werden, dass gestohlene Token ihren Weg auf HitBTC gefunden hatten. Damit war klar, dass es dem oder den Tätern gelungen war einen Teil der Token zu waschen und in Umlauf zu bringen.

Um dafür zu sorgen, dass alle geschädigten User dennoch ihre Token zurückerstattet bekommen können und ein weiterer Schaden durch die Geldwäsche der Täter vermieden wird, hat das Unternehmen gleich zwei Lösungen realisiert. Zum einen wurden alle Exchanges und Trader aufgerufen den Handel mit dem MSP Token einzustellen. Gleichzeitig bietet das Unternehmen einen eigenen OTC Trading Desk an. Hier können Trader Gebote abgeben, um die Token für Ethereum oder Bitcoin direkt zu erwerben oder zu verkaufen. Die zweite Maßnahme bezieht sich auf die gestohlenen Token. Da es mehr als unwahrscheinlich ist, dass alle Anleger ihre Token zurückerhalten, wird das Unternehmen einen Token Swap anbieten, sobald die Mothership Exchange startet. Geschädigte können hier beantragen ihre Token zurückerstattet zu bekommen und User, die MSP Token auf einem eigenen Wallet halten, können diese 1:1 gegen den neuen Token umtauschen. Auf diese Weise werden die gestohlenen Token nutzlos.

Mothership_wallpaper
Obwohl vom Cryptopia Hack betroffen, will Mothership auf der Überholspur bleiben.

Auch wenn der Hack ein alleiniges Problem von Cryptopia ist und in keiner Weise die Sicherheitsstruktur des Smart Contracts von MSP gefährdet hat oder die bald erscheinende Exchange betrifft, ist das Vorgehen von Mothership bemerkenswert. Zum einen wird über die Maßnahmen dafür gesorgt, dass der Täter die Token nicht mehr waschen kann, zum anderen werden die Opfer entschädigt. Gleichzeitig verlieren legitime Eigentümer nicht ihre Ansprüche und können sich ihre Token sichern. Dieses Vorgehen mag zunächst erforderlich erscheinen, ist aber tatsächlich eine löbliche Initiative seitens Mothership, denn es besteht keine Verpflichtung für das Unternehmen in dieser Form zu handeln.

Es setzt ein deutliches Signal an die Unterstützer des Projekts und an zukünftige Kunden. Das Unternehmen stellt die Interessen der Kunden an erster Stelle und ist bereit von sich aus jeden Schritt zu gehen, der notwendig ist, um diese zu schützen. Dies ist ein sehr positives Signal, denn grade durch die vielen Skandale in der Vergangenheit ist sehr viel Vertrauen in die Branche verloren gegangen. Man denke hier beispielsweise an das unrühmliche Ende von MtGox, Mintpal oder Cryptsy. Selbst die jüngsten Ereignisse rund um Cryptopia lassen die meisten User im Dunkeln, denn es gibt bisher keine offizielle Stellungnahme oder Aussagen dazu, ob und wie Nutzer von Cryptopia an ihre Einlagen kommen werden. Auch die Initiative von Mothership blieb bisher durch Cryptopia unkommentiert und alle Anfragen seitens Mothership unbeantwortet. Stattdessen arbeitet Mothership ausschließlich mit der neuseeländischen Polizei zusammen. Auch wenn sich Cryptopia bisher totstellt, zumindest im Fall von Mothership gibt es eine Antwort darauf, wie es für Geschädigte weitergeht.