bitcoin.de ist eine deutsche Börse für Kryptowährungen
Ein Exchange „Made in Germany“
12. Januar 2019
der exchange bleibt vorerst down
Cryptopia gehackt – wie hoch ist der Schaden?
15. Januar 2019

Hat er oder hat er nicht?

stimmen die vorwürfe?
Insiderhandel ist nicht nur moralisch verpönt, er ist auch unter Strafe gestellt. Grundlage dafür ist in Deutschland u.a. das Wertpapierhandelsgesetz. Wer jetzt Lust bekommt Paragraphen zu wälzen, bitte, hier dazu ein Link. Quizfrage: „Fallen Utility Token unter das Wertpapierhandelsgesetz?“ Nein, denn darauf bezieht sich das Gesetz nicht. Was aber in den letzten Tagen an Meldungen über einen mutmaßlichen Insiderhandel in der Kryptoszene kursierte, versetzte mich schon ins Staunen. Anlass war der Rücktritt von Julian Hosp, dieser hatte per YouTube verkündet nicht mehr länger als Präsident von TenX zu fungieren (wir berichteten). Etwas später wurde diese Meldung, ebenfalls über YouTube, von Herrn Hoenisch bestätigt.

Doch damit war es nicht genug. Auf reddit meldete sich ein User zu Wort, der Hinweise präsentierte, die belegen sollten, dass Hosp einen Großteil seiner PAY-Token kurz vor seiner Abdankung verkauft haben soll. Noch dazu kurz vor dem Snapshot, als zu erwarten war, dass der Preis steigt. Ich las diesen Beitrag, zuckte mit den Schultern und entschloss mich in der Meldung nicht darüber zu berichten. Warum auch? Über nahezu jeden Exchange, Coin und/oder Projekt existiert mindestens ein Forenbeitrag, der von einem „Scam“ berichtet oder warnt. In der Regel sogar sehr viel mehr. Manche sind echt und gut gemeinte Ratschläge, andere sind Geschwätz und kaum die Mühe wert sie zu lesen. Ich beschäftige mich nun schon seit Jahren mit dem Thema Kryptowährungen und selbst für mich ist nicht immer klar, wem man in dieser Hinsicht glauben schenken kann. Doch zurück zu Julian Hosp.
In diversen Medien und auf verschiedenen Portalen wurde aus der Mücke ein Elefant. Schnell wurde der mutmaßliche Verkauf mit Insiderhandel gleichgesetzt. Absurderweise mit dem Hinweis, dass selbst wenn es so gelaufen wäre, wie man mutmaßt, es ja kein Insiderhandel hätte seien können. Stimmt. Utility Token fallen ja nicht unter die entsprechenden Gesetze und Vorschriften. Und wieder drängt sich mir eine Frage auf. Warum schreibt man dann sowas, wenn man es doch im Vorfeld schon besser weiß? Bis zu einem gewissen Maß kann ich diese Form von Journalismus sogar bewundern. Seine Leser subtil wissen lassen, dass jemand etwas begangen haben könnte, ohne dass es die juristische Möglichkeit gibt es zu begehen. Das ist Kunst. Aber es schadet auch dem Ansehen des Betroffenen. Egal wie oft man erwähnt, dass es hier zu keiner Straftat gekommen seien kann, der Makel bleibt haften. Denn nicht jeder reflektiert über das, was er liest.

Gut und leider auch notwendig war eine Rückmeldung seitens Julian Hosp. Ja, er hat nach eigenen Angaben Token verkauft. Und zwar unabhängig von seinem Weggang von TenX. Und der Grund dafür? Er muss Steuern zahlen, die Token waren Teil seiner Bezahlung. Der Verkauf erfolgte, um die steuerliche Last zu decken. Ich erspare Ihnen und mir eine vollständige Inhaltsangabe, am besten Sie lesen es auf Medium selber nach. Ich war nie ein Fan von Julian Hosp. Doch angesichts dessen, was in den letzten Tagen zu lesen war, kann ich ihm nur wünschen bald wieder „#cryptofit“ zu werden.

Die wichtigen Fragen bleiben übrigens ungeklärt. Warum ging Hosp? Wann kommt der große Release der TenX Karten? Hoffentlich gibt es darauf am 17.01. eine Antwort von Toby Hoenisch.

Artikelbild: Tero Vesalainen, pixabay.com