Game of TRON

TRON CTO gündet Volume Network
Bildquelle: Albert Dezetter, pixabay.com

Der CTO verlässt das Schiff

Vor einigen Tagen erklärte Lucien Chen, warum er TRON im Januar verlassen hatte. In einem Blogpost nutzte er die Gelegenheit direkt dazu Stellung zu beziehen. Chen galt als wichtiger Mann für das Projekt. Ein Vordenker und Macher, der sich rühmen darf TRON mitgegründet und erfunden zu haben.

Der relativ kurze Beitrag hat es jedoch in sich. Denn Chen offenbart darin nicht nur seine Hingabe zu seinem einstigen Projekt. Er erzählt auch von seiner persönlichen Enttäuschung und seinem Unverständnis für die Richtung, in die sich TRON seiner Meinung nach entwickelt.

Einen ehrlicheren Beitrag durfte man zumindest in diesem Jahr noch nicht lesen. Gleichzeitig nutzt Chen darin die Gelegenheit, um sein eigenes, neues Projekt vorzustellen. Und dies tat er in Abgrenzung zu seinem alten Projekt und Arbeitgeber.

Massive Vorwürfe

Chen erhebt ebenfalls sehr schwere Vorwürfe gegen TRON und seinen ehemaligen Mitstreiter Justin Sun. Der CEO von TRON gilt als umstrittene Persönlichkeit und ist daher ein leichtes Ziel. Erst vor einigen Wochen geriet er in die Kritik, weil er dem Gewinner einer Preisausschreibung nicht den versprochenen Tesla aushändigen wollte. Nach öffentlichem Druck entschuldigte sich Sun jedoch und sorgte dafür, dass der Gewinner den Preis bekam.

Viel interessanter als die persönlichen Noten, sind die technischen Ausführungen von Chen. Kernpunkt seiner Kritik ist die mangelnde Dezentralität von TRON. Das ist starker Tobak und bitter für ein Projekt, dessen Zielsetzung die Dezentralisierung von Inhalten und Applikationen ist.

Gemäß den Ausführungen des ehemaligen CTOs ist TRON nur eine Pseudodemokratie. Das tatsächliche Stimmrecht läge gar nicht bei der Allgemeinheit, sondern bei sehr wenigen Teilnehmern. Der DPoS Konsens von TRON versagt in seinen Augen komplett.

Volume Network soll es richten

Sein eigenes Projekt setzt auf den PoST Konsens. Mit Volume Network möchte Chen eine Neuauflage wagen, die bestimmte Fehler vermeidet und alles besser machen soll, als der Vorgänger, dem er durch die Bank weg Zentralisierung attestiert.

Schon Helmut Kohl wusste, dass wichtig ist, was hinten rauskommt. Chens Kritik ist in vielen Punkten plausibel und deckt sich mit der Ansicht profunder Kritiker von TRON. Dennoch muss er liefern, um zu zeigen, dass es auch besser geht. Noch wichtiger, dass er es besser kann.

Sun schießt zurück

Man kann Chens Beitrag als Vorwurf, Kritik oder üble Nachrede verstehen. Justin Sun dürfte wohl letzteres darunter verstanden haben, denn es brach eine regelrechte Schlammschlacht aus.  Über Weibo ließ Sun wissen, dass Chen nur ein gewöhnlicher Mitarbeiter gewesen sei, der straffällig wurde und aus diesem Grund auch entlassen.

Sun wirft Chen u.a. vor Pflichten gegen das Unternehmen verletzt und Bestechungsgelder angenommen zu haben. Damit wählt Sun direkt die härteste Bandage, die er anlegen konnte. Ob dies eine Reaktion ist, die zeigt, wie verletzt Sun darüber ist oder schlicht die Wahrheit, lässt sich aus der Ferne nicht sagen.

Es mutet jedenfalls merkwürdig an, den ehemaligen CTO in seiner Berufung öffentlich zu leugnen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Sun geschickt in den Medien taktiert, um die Aufmerksamkeit dort zu erhalten, wo er sie braucht.

Diese Anschuldigungen will Chen nicht auf sich sitzen lassen. Er prüft rechtliche Schritte und will gegen die Aussagen vorgehen, die seines Erachtens Verleumdungen sind.

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